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Alfred Brendel im Gespräch

Alfred Brendel im Gespräch

Der Pianist, Essayist, Erzähler und Verfasser skurriler Gedichte im Podiumsgespräch mit Rüdiger Nolte in der Hochschule für Musik Freiburg ...

Ein Weltklasse-Pianist, der nach dem 16. Lebensjahr keinen systematischen Unterricht mehr hatte, ist an einer Musikhochschule, Rektor Dr. Rüdiger Nolte spricht es ohne Umschweife an, schon eine gewisse Provokation. Mit Betrachtungen über Brendels Werdegang kommt das Gespräch in Gang, zu dem am Schluss der 3-tägigen Veranstaltungsreihe noch einmal zahlreiche Zuhörer in den Konzertsaal der Hochschule für Musik Freiburg gekommen waren.

Brendel Podiumsgespräch

»Talent, Konstitution, Glück, Geduld, Beharrlichkeit, die Fähigkeit vorauszusehen und einen guten Umgang mit der Zeit« nennt Alfred Brendel als Antwort auf die Frage nach den Vorausetzungen für seine Karriere als Pianist. Brendel Podiumsgespräch 3Sich Zeit zu lassen sei wichtig: als 18-jähriger Busoni-Preisträger bis Mitte zwanzig Repertoire für zehn Klavierabende erarbeiten, sich Zeit fürs Komponieren nehmen, auch wenn man kein Komponist werden möchte, Kenntnis der Nicht-Klaviermusik der großen Klavierkomponisten erwerben, um die musikalischen Zusammenhänge zu verstehen. 

Brendel_Podiumsgespräch4»Ich möchte fast sagen, das Chaos muss in jeder Dichtung durch den regelmäßigen Flor der Ordnung schimmern.« Auf das Zitat aus Novalis´ Heinrich von Ofterdingen kommt das Gespräch immer wiederzurück, auf die Kunst allgemein gewendet, in der schöpferische Energie und bindende Struktur ins Gleichgewicht zu bringen sind. 

Alfred Brendel ist nicht nur ein meisterhafter Pianist, sondern auch ein virtuoser Erzähler und Verfasser skurriler Gedichte. Brendel_Podiumsgespräch2»Eune Eule kommt selten alleun«, von Rüdiger Nolte sichtlich amüsiert vorgetragen, ist ein solches (Nonsens?)-Poem. Ob die eine Ausnahme von den dort mit dichterischer Freiheit vorgenommenen Lautverschiebungen einem Druckfehler oder hintersinniger Absicht geschuldet ist, kann nicht ganz geklärt werden.

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Etliche Fragen aus dem Publikum beantwortet Alfred Brendel ebenso bereitwillig, wie er sich am Büchertisch (wiederum!) Zeit nimmt, zu signieren und zu scherzen.

Fotos: Maurice Korbel

erstellt von hhassler zuletzt verändert: Mar 05, 2010 09:29 AM

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