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Gier – Avidità

Unter dem Titel „Gier“ widmet sich das Institut für Musiktheater Kurzopern aus Deutschland und Italien. Premiere ist am 20. Januar.

Giacomo Puccinis funkelndes Ensemblestück Gianni Schicchi (1918) trifft auf die selten gespielte Kammeroper Die Flut von Boris Blacher (1947). Die Premiere findet am Freitag, den 20. Januar 2017 statt.

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Die Gier ist keine besonders charmante menschliche Eigenschaft. Im Interesse des friedvollen Miteinanders gilt es als wünschenswert, den eigenen Vorteil hinter Gemeinschaftsinteressen zurückzustellen – und so gab und gibt es zahlreiche Versuche, habsüchtige Tendenzen aus einer moralischen Argumentation heraus zu unterdrücken. Dass die Gier in der katholischen Lehre zu den sieben Hauptlastern gehört und direkt nach dem Hochmut an zweiter Stelle genannt wird, ist hier nur das bekannteste Beispiel.

Dennoch ist die Habsucht häufig die Triebfeder menschlichen Handelns. Unter der Überschrift Gier widmet sich das Winterprojekt des Instituts für Musiktheater zwei Kurzopern, die sich dieser Problematik in besonderer Weise widmen: Boris Blachers Die Flut sowie Giacomo Puccinis Gianni Schicchi.

Die beiden jeweils kurz nach Ende eines verheerenden Krieges fertiggestellten Opern behandeln das Thema auf sehr unterschiedliche Weise. Blachers Flut entstand 1946 für den Rundfunk, wurde aber bald auch szenisch präsentiert. Hintergrund waren die Zerstörungen, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte. Nach Erzählungen Guy de Maupassants erarbeitete Blacher ein gleichnishaftes Werk in Kammerspielform, deren handelnde Figuren im Angesicht einer lebensbedrohlichen Situation das anstandshalber gepflegte Dekorum wie Ballast von sich werfen – Mord, Betrug, Raub sind die Folge.

Puccinis brillantes Ensemblestück Gianni Schicchi, das 1918 seine Uraufführung feierte, beleuchtet das Thema aus Familienperspektive: Am Bett des jüngst verstorbenen Buoso Donati reißen sich die Verwandten um das große Erbe und schrecken auch vor Testamentsfälschung, gegenseitiger Bestechung und Verleumdung nicht zurück. Die hohe Meinung, die die Familie von sich und ihrem Status als alteingesessenem Geschlecht hat, unterlaufen sie durch ihr Verhalten völlig. Vieles in Gianni Schicchi kommt im harmlosen Gewand der Komödie daher – und zeichnet die Charaktere doch in so dunklen Farben, dass dem Publikum das Lachen meist im Halse steckenbleibt.

Gier! – Avidità
Winterprojekt des Instituts für Musiktheater


Giacomo Puccini (1858-1924): Gianni Schicchi

Boris Blacher (1903-1975): Die Flut

20.1., 21.1., 23.1. und 25.1.2017
jeweils um 19.30 Uhr

Wolfgang-Hoffmann-Saal
Hochschule für Musik Freiburg

Eintritt: 12 Euro / 8 Euro (ermäßigt 8 Euro / 5 Euro)
Online-Ticketverkauf

Studierende der Gesangsklassen der Hochschule für Musik
Orchester der Hochschule für Musik

Musikalische Leitung: Aziz Kortel
Musikalische Assistenz: Kieran Staub, Martin Wutz
Szenische Realisation: Alexander Schulin, Fabian Lüdicke, Charlotte Labenz, Emma-Louise Jordan

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