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Liebe Angehörige der Hochschule für Musik Freiburg,

angesichts des sich weiter ausbreitenden Corona-Virus steht das Leben an unserer Hochschule beinahe still. Eine Ausnahmesituation wie diese haben wir alle wahrscheinlich noch nicht erlebt.

Auf diesen Seiten finden Sie die wichtigsten Informationen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Hochschulbetrieb.

Seien Sie versichert, dass die Hochschulleitung alles tun wird, um die Aufrechterhaltung des Studienbetriebs unter extremen Bedingungen und Belastungen zu gewährleisten. Ihre Gesundheit steht dabei für uns an oberster Stelle.
 

Mit herzlichen Grüßen und bleiben Sie gesund!
Prof. Dr. Ludwig Holtmeier
 

Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg

Die Maßnahmen der Hochschule für Musik Freiburg gründen auf der aktuellen Version der Corona-Verordnung (Stand 1. Juli 2020) des Landes Baden-Württemberg.

Die Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende (Stand 6. Juni 2020) des Sozialministeriums gründen auf § 3a dieser Verordnung.

Die in den Quarantänemaßnahmen angegebene Liste der Risikogebiete finden Sie auf der Webseite des Sozialministeriums.

Rundschreiben zur Situation an der Hochschule

Rundschreiben der Bibliothek (25. Juni 2020)

25. Juni 2020

Liebe Studierende und Lehrende,

die Bibliothek bietet nun wieder den direkten Zugang zu den Medien an. Aufgrund der Corona-Pandemie war der Zutritt bisher auf den Eingangsbereich beschränkt und Medien konnten nur mit Vorbestellung ausgeliehen werden.

Ab dem 29. Juni möchten wir die Medien für Sie wieder ein Stück zugänglicher machen. Studierende (und Lehrende) dürfen sich wieder an den Regalen aufhalten, Ausgaben vergleichen etc. und natürlich zur Ausleihe mitnehmen. Dennoch ist nur ein kurzer Aufenthalt angestrebt und selbstverständlich an und zwischen den Regalen mit dem erforderlichen Mindestabstand und mit Maske.

Derzeit werden wir den Zutritt noch auf 3 Personen pro Stockwerk beschränken, so dass insgesamt gleichzeitig 6 Personen an die Regale dürfen. Die Vorlage des Hochschulausweises ist zum Eintritt erforderlich. Die Ausleihe nach Vorbestellung ist parallel weiterhin möglich bis wir den normalen Betrieb wieder aufnehmen können.

Aus hygienischen Gründen werden die PC-Arbeitsplätze noch nicht freigegeben. Ebenso bitten wir von einer längeren Nutzung der Arbeitsplätze abzusehen.
 

Die derzeitigen Öffnungszeiten bleiben bis Semesterende bestehen:

Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr
 

In den Semesterferien ist geöffnet (siehe Homepage):

In der Zeit vom 20. Juli bis 30. Juli und vom 31. August bis 2. Oktober
Montag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr

In der Zeit vom 31. Juli bis 31.August
Mittwochs von 13 bis 16 Uhr
 

Wir sind jedoch auch in den Semesterferien von Montag bis Donnerstag telefonisch (0761/31915 -13/-26/-27) und per Mail (bibliothek(at)mh-freiburg.de) für Ihre Anliegen erreichbar.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bibliotheksteam

Rundschreiben des Rektors an die Studierenden (12. Juni 2020)

12. Juni 2020

Liebe Studierende,

es ist jetzt bereits eine geraume Zeit her, dass ich an Sie geschrieben habe. In den letzten Wochen lief unser Unterrichtsbetrieb weitgehend so ab, wie wir es geplant haben. Nach wie vor ist es schwer, exakt vorauszuplanen. Immer noch hängen unsere konkreten Schritte von der je aktuellen Einschätzung der gesundheitlichen Risiken und der daraus erwachsenden politischen Entscheidungen ab. Ich möchte im Folgenden eine kurze Rekapitulation und Aktualisierung unserer Hygiene- und Sicherheitsvorschriften und dann einen kurzen Ausblick auf die nächste Zeit geben.

Grundsätzlich gelten die bestehenden Sicherheits- und Hygienebestimmungen auch für die Zeit nach der Eignungsprüfung weiter:

  • Die Sicherheitsabstände von 1,50 Metern im persönlichen Umgang (Personenabstand) und von 2 Metern beim gemeinsamen Musizieren sind zu wahren.
  • Unmittelbar hinter der Eingangstür befindet sich ein Waschbecken. Jede Person ist verpflichtet, die Hände zu waschen, bevor sie das Hochschulinnere betritt. Das Wasser wird durch einen Fußhebel aktiviert. Bitte fassen Sie vor dem Händewaschen mit Ihren Händen nichts an, vermeiden Sie jeden direkten Kontakt.
  • Alle Personen, die die Hochschule betreten, werden mit Namen registriert und müssen eine Selbstverpflichtung unterschreiben, dass keine Symptome bestehen und dass sie sich an die geltenden Hygienevorschriften halten.
  • An der Hochschule für Musik Freiburg herrscht Maskenpflicht. Ein Mund-Nasen-Schutz ist bei Betreten der Hochschule zu tragen. Erst in den Überäumen beim Üben alleine kann er abgelegt werden.
  • Üben und Lehre findet grundsätzlich auch weiterhin in getrennten Räumen und Bereichen statt.
  • Während der Lüftungspausen in den Großräumen sind die Masken von allen Anwesenden zu tragen.
  • Der Mund-Nasen-Schutz ist bei der Lehre in den Großräumen im Bereich Bläser und Gesang von allen Dozierenden und Studierenden zu tragen, die nicht spielen oder singen.
  • Bei Unterricht und Korrepetition im Bereich Gesang und Bläser soll ein Mindestabstand von 2 Metern vor Tröpfchenübertragung schützen. Wegen der Gefahr der Aerosolansammlung muss eine intensive Lüftung der Räume eingehalten werden (s.u.).

Wichtig ist auch, die jüngeren Aktualisierungen aufzunehmen:

  • Bei der Nutzung von Räumen ohne Klimaanlagen müssen die Räume alle 15 Minuten stoßgelüftet werden.
  • In den Großräumen dürfen sich bei Lehrveranstaltungen nun in der Regel max. 20 Personen aufhalten. Die Lüftungsregeln sind streng zu beachten: Regelmäßig 10 Minuten vor jeder vollen Stunde sind die Großräume zu durchlüften. Dozierende und Studierende verlassen in den Lüftungspausen die Hochschule, wenn sie anschließend keiner weiteren genehmigten Tätigkeit (Üben oder Unterricht) nachgehen. Ansonsten verbleiben sie mit Mund-Nasen-Schutz im Großraum.

Der Fahrplan der näheren Zukunft für unsere Hochschule beinhaltet konkret folgende Maßnahmen:

  • Die Hochschule ist in dieser Woche wegen der Eignungsprüfungen geschlossen. Am Sonntag, 14. Juni 2020, wird die Hochschule wie am vergangenen Donnerstag (Feiertag) von 10-20 Uhr für den Übebetrieb geöffnet sein. An diesen Tagen könnten sie wie gewohnt in den Ihnen zugewiesenen Räumen üben.
  • Die Hochschulbibliothek ist noch bis zum 14. Juni 2020 geschlossen. Die Ausleihfrist von Medien, die in diesen Tagen zur Rückgabe fällig werden, wurde verlängert. Die Bibliothek ist wie gewohnt auch telefonisch oder per E-Mail erreichbar.
  • Ab der nächsten Woche steht wieder ein Kopierer zur Verfügung. Beim Kopieren sind die bekannten Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu beachten. Das Gerät ist nach der Benutzung zu desinfizieren. Nach wie vor besteht auch die Möglichkeit, den Buchscanner in der Bibliothek zu nutzen.
  • Ab dem 15. Juni werden die Räume 333-341 (sog. Klaviertrakt) für den Einzelunterricht geöffnet. Die Räume werden von da an nicht mehr für den Übebetrieb zur Verfügung stehen.
  • Die Entwicklung der nächsten Wochen wird zeigen, ob wir die Hochschule bereits in diesem Semester wieder für größere Veranstaltungen (Konzerte) für die Öffentlichkeit öffnen können.
  • Es ist vorgesehen, Ensembleproben und -prüfungen unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen wieder zuzulassen. Ebenso ist vorgesehen, neben den großen Sälen in der Hochschule sowohl Räumlichkeiten in der Stadthalle als auch eine Freibühne vor dem Hochschuleingang zu benutzen. Dem Singen und Musizieren im Freien ist wegen des deutlich reduzierten Infektionsrisikos wenn möglich der Vorzug zu geben.
  • Prüfungen, insbesondere Abschlussprüfungen werden wieder für interne und auch externe Besucher geöffnet. Die Besucherzahl muss allerdings vorläufig noch begrenzt werden. Während einer Prüfung in den Räumlichkeiten der Hochschule dürfen sich maximal 20 Personen im Raum befinden (inklusive der Kommission und der Prüfungskandidat*innen). Aus organisatorischen Gründen bitten wir deshalb alle Prüfungskandidat*innen, möglichst zeitnah eine Liste mit allen Besucher*innen bei Herrn Mammel (h.mammel(at)mh-freiburg.de) einzureichen. Alle externen Besucher*innen sind verpflichtet, beim Betreten der Hochschule ihre Kontaktdaten anzugeben.
  • Die großen Ensembleprojekte (Hochschulorchester, Hochschulchor, Kammerchor, Big Band) werden nach derzeitigem Stand in diesem Semester leider nicht stattfinden können. Wir gehen davon aus, dass wir im kommenden Semester alle geplanten Großprojekte durchführen können.

 

Finanzielle Förderung und Unterstützung von Studierenden in der Corona-Krise

Die Gesellschaft zur Förderung der Hochschule für Musik Freiburg hat auf Initiative einer Gruppe Freiburger Musikhochschulprofessoren einen speziellen Fonds für alle Studierende aufgelegt, die in der Corona-Krise finanzielle Unterstützung brauchen. Nähere Einzelheiten zum Förderungsumfang und zur Antragsstellung erfahren sie im nächsten Newsletter.

Herzlichst
Ihr Ludwig Holtmeier

Rundschreiben des Rektors an die Mitarbeiter*innen (30. Mai 2020)

30. Mai 2020

Liebe Lehrende, liebe Kolleg*innen,

schon in wenigen Tagen beginnen die Eignungsprüfungen. Wir sind eine von nur vier Musikhochschulen in Deutschland, die die Eignungsprüfungen bereits im Juni ausrichten. Die Vorbereitungen mussten aufgrund der Corona‐Krise unter enormem Zeitdruck erfolgen und die Form der Eignungsprüfung ist deutlich anders, als wir es gewohnt sind: Und das nicht allein aufgrund der besonderen Sicherheitsregelungen und Hygienemaßnahmen an unserem Haus.

Das jetzige Format unterscheidet sich von allen bisherigen Eignungsprüfungen. Es ist im Austausch mit den Fachgruppen und dem AStA entwickelt und festgelegt worden. Es ist Ihnen allen sicherlich über den Bericht Ihrer Fachgruppensprecher*innen bereits bestens bekannt und vertraut. Da es sich aber um ein ausgesprochen komplexes Verfahren handelt, das auch den Prüfer*innen viel abverlangt und dessen einzelne Abläufe sich ohne die Kenntnisse der organisatorischen und rechtlichen Hintergründe nicht immer unmittelbar erschließen, möchte ich die wesentlichen Aspekte und Erwägungen im Folgenden noch einmal ausführlicher zusammenfassen. Ich habe dabei weder bestimmte fächerspezifische Sonderregelungen angeführt, noch systematisch zwischen Studienzyklen differenziert, sondern mich auf die in meinen Augen relevanten Punkte konzentriert.

Für diejenigen, die mit den Fakten bereits vertraut sind, habe ich am Ende dieses Schreibens die wesentlichen Informationen zur Eignungsprüfung noch einmal gebündelt angehängt. Mein Schreiben schließt mit einer kurzen Rekapitulation und Aktualisierung unserer Hygiene‐ und Sicherheitsvorschriften, führt die kommenden Änderungen an und erlaubt sich einen kurzen „educated guess“ auf die nähere Zukunft.

  • Die Eignungsprüfungen werden vom 5.‐13. Juni, vom 20.‐23. Juli und an noch zu bestimmenden Terminen im September vor Ort als Präsenz‐Eignungsprüfungen im Hauptgebäude der Hochschule für Musik Freiburg stattfinden.
  • Die größte Herausforderung bei der Festlegung und Gestaltung des Eignungsprüfungsverfahrens für das Wintersemester 2020/21 war es, trotz der umfassenden Einschränkungen durch die globale Corona‐Krise allen Bewerber*innen die Chance eröffnen zu können, an den Eignungsprüfungsverfahren teilzunehmen und dabei den Anforderungen an Chancengleichheit und ‐gerechtigkeit Rechnung zu tragen.
  • Nach dem Grundsatz der Chancengleichheit, der das Prüfungsrecht beherrscht, müssen für vergleichbare Bewerber*innen soweit wie möglich vergleichbare Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien gelten. Isoliert unter dem Gesichtspunkt der Vergleichbarkeit betrachtet stellt ein einfaches Präsenz‐Eignungsprüfungsverfahren, wie sie nicht wenige deutsche Musikhochschulen für den September planen, nach wie vor die am wenigsten komplizierte Lösung dar.
  • In der Corona‐Krise muss aber unserer Meinung nach die Sicherung und Garantie vergleichbarer Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien im Kontext einer noch umfassenderen Beachtung der Chancengerechtigkeit verwirklicht werden, die insbesondere den Aspekt der Kohortengerechtigkeit im Blick hat. Ein erneuter Lockdown als Folge einer zweiten Infektionswelle im September, die dem RKI zufolge nicht ausgeschlossen werden kann, könnte den völligen Ausfall des gesamten Eignungsprüfungsverfahrens bedeuten. Damit wäre im schlimmsten Fall einer gesamten Semesterkohorte bzw. – je nach Studiengang – einer gesamten Jahreskohorte von Bewerber*innen der Zugang zum Studium verwehrt. Diese Kohorte würde dadurch gegenüber anderen Kohorten in nicht hinnehmbarer Weise benachteiligt.
  • Wir waren daher der Meinung, dass man im Interesse der übergeordneten Kohortengerechtigkeit nicht das gesamte Eignungsprüfungsverfahren auf einen einzigen späten Prüfungstermin ausrichten kann. Da zum Zeitpunkt der Entscheidung abzusehen war, dass ein Eignungsprüfungsverfahren im Juni/Juli mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird stattfinden können, haben wir uns deshalb für den frühen Termin entschieden. Insbesondere Vertreter des Asta haben darauf hingewiesen, dass zur Chancengleichheit im Sinne einer Kohortengerechtigkeit auch eine planbare Vorbereitung des Studienbeginns gehört. Eine Aufnahmeprüfung im September führte zwangsläufig zu einer Immatrikulation erst Ende September/Oktober. Umzug, Wohnungssuche, Anmeldung etc. würden somit mit dem Studienbeginn zusammenfallen – mit allen Konsequenzen, die das für den Studienverlauf bedeuten würde.
  • Ein Verfahren zu finden, das sowohl unter dem Gesichtspunkt der Chancengleichheit als auch unter dem der Kohortengerechtigkeit Bestand hat, gleicht der Quadratur des Kreises. Herausgekommen ist schließlich eine Struktur, die auf den ersten Blick verwirrend und widersprüchlich erscheinen mag und deren Maßnahmen nur im Kontext aller Aspekte verständlich werden. Sie seien im Folgenden kurz erklärt:
    • a) Chancengleichheit lässt sich am einfachsten herstellen, wenn sich die äußeren Prüfungsbedingungenen für alle Kandidat*innen nicht nur in vergleichbarer, sondern quasi identischer Form darstellen. In der klassischen PräsenzEignungsprüfung ist das der Fall. Sie bildet deshalb auch das Grundgerüst dieser Eignungsprüfung.
    • b) Um auch denjenigen Bewerber*innen, die den Präsenz‐Termin im Juni/Juli aufgrund der Corona‐Krise nicht wahrnehmen können, die Teilnahme an der Eignungsprüfung zu ermöglichen, soll es im September einen weiteren Präsenz‐Termin geben, wenn in den jeweiligen Studienfächern noch freie Studienplätze zu vergeben sind und die äußeren Bedingungen es zulassen. Studierende, die sich für den Septembertermin angemeldet haben, werden so bald wie möglich darüber informiert, ob der Termin in ihrem Fach stattfinden kann.
    • c) Die Präsenz‐Eignungsprüfungen im Juni/Juli und September stellen somit Teilverfahren eines einzigen zusammenhängenden Eignungsprüfungsverfahrens dar. Das bedeutet, dass die Bewertung der Prüfungsleistungen bei diesem Eignungsprüfungsverfahren sehr bewusst auf der Grundlage feststehender Bewertungsmaßstäbe erfolgen muss. Da ein direkter Vergleich aller Bewerber*innen vor der Gesamtimmatrikulation bei diesem Verfahren nicht erfolgen kann, kann der hierarchisierende Vergleich der Bewerber*innen untereinander kein relevantes Bewertungskriterium darstellen.
    • d) Unmittelbar an die jeweiligen Präsenz‐Teilverfahren erfolgen TeilZulassungsverfahren, sodass sich die zugelassenen Studierenden so früh wie möglich auf den Studienbeginn in Freiburg vorbereiten können.
  • Auch wenn Chancengleichheit damit in einem formalen Sinne hergestellt und dabei die Planbarkeit des Studienbeginns im Sinne einer Kohortengerechtigkeit ermöglicht wird, sind dennoch die Bewerber*innen, die den Juni/Juli Präsenz‐Termin nicht wahrnehmen können, gegenüber den anderen Bewerber*innen immer noch benachteiligt: Denn es bleibt ungewiss, ob alle derzeitigen Einschränkungen im September aufgehoben sein werden und der Termin auch wirklich stattfinden bzw. von den Bewerber*innen wahrgenommen werden kann. Damit wirklich allen Bewerber*innen, die im Juni/Juli nicht nach Freiburg kommen können, die Teilnahme an diesem Eignungsprüfungsverfahren ermöglicht wird, stehen noch zwei weitere Wahloptionen zur Verfügung:
    • a) PräsenzEignungsprüfung im Juni in Freiburg mittels einer interkontinentalen Instrumentalspiel‐Fernübertragung. Diese Option besteht nur für das Fach Klavier (mittels Disklavier). An der Eignungsprüfung im Juni kann über die Standorte Tokio und Shanghai teilgenommen werden.
    • b) Videobewerbung + PräsenzOnlineBewerbung. Die Prüfungskommissionen treffen auf Grundlage eingesandter Videos eine Auswahl. Die endgültige Entscheidung wird nach einer mündlichen Präsenz‐Online‐Prüfung der ausgewählten Kandidat*innen getroffen.
  • Es liegt nahe, sich zu fragen, warum ich diese unterschiedlichen Wahloptionen hier so umständlich einführe und nicht einfach nacheinander anführe, wie es in den Anschreiben an die Bewerber*innen geschehen ist. Aber die Darstellung der kausalen Abfolge ist notwendig, um auch die rechtlichen Implikationen und die Forderungen, die für uns als Hochschule im Allgemeinen und für Sie als Prüfer*innen im Besonderen daraus erwachsen, zu verstehen. Denn mit diesen beiden Wahloptionen wird die einfache ursprüngliche Struktur des Eignungsprüfungsverfahrens, in welcher alle Bewerber*innen fast identischen (äußeren) Prüfungsbedingungen unterliegen, erweitert und dadurch in Hinsicht auf die Wahrung der Chancengleichheit verkompliziert.
  • Ganz wesentlich ist hier, dass Bewerber*innen, die sich für eine dieser beiden Wahloptionen und gegen eine Präsenz‐Eignungsprüfung im September entschieden haben, selbstständig eine freiwillige Wahl unter unterschiedlichen Optionen getroffen haben, um die Risiken und Probleme einer späten Eignungsprüfung und Immatrikulation zu vermeiden. Sie haben sich bewusst für diese Form der Eignungsprüfung entschieden, um garantiert am Eignungsprüfungsverfahren teilnehmen zu können.
  • Unabhängig von der Tatsache, dass die Bewerber*innen diese Form der Eignungsprüfung frei gewählt haben, muss dennoch über die unterschiedlichen Prüfungsformate hinweg nach dem Grundsatz der Chancengleichheit garantiert sein, dass „für vergleichbare Bewerber*innen soweit wie möglich vergleichbare Prüfungsbedingungen und Bewertungskriterien gelten.“
  • Deswegen müssen die Video/OnlineBewerbungen so weit wie möglich im Rahmen jenes PrüfungsSettings erfolgen, das auch für die Präsenzprüfungen gilt. Wir haben deshalb entschieden, dass die Videos der Bewerber*innen von der Gesamtkommission vor Ort in der Hochschule gemeinsam angeschaut/angehört und in der gleichen Form wie die PräsenzPrüfungen besprochen und bewertet werden müssen. Nur so können wir auch nach außen hin und insbesondere für die Bewerber*innen klar erkennbar dokumentieren, dass die Bewertungen unter vergleichbaren Prüfungsbedingungen erfolgen und dass der Grundsatz der Chancengleichheit so weit wie irgend möglich gewahrt worden ist. Eine gemeinsame Video‐Konferenz einer Prüfungskommission über die eingesandten Videos lässt sich derzeit noch nicht in dem Maße dokumentieren, dass es der Hochschule als (auch in rechtlicher Hinsicht) relevanter Nachweis dienen könnte. Vielmehr betonte sie eine mediale Differenz, die es unserer Ansicht nach durch ein gemeinsames und die medialen Unterschiede nivellierendes äußeres Setting im Eignungsprüfungsprozess gerade aufzuheben gilt.
  • Aus diesem Grund müssen auch alle Bewerber*innen im Video/OnlineVerfahren, die sich aufgrund ihrer künstlerischen Leistungen grundsätzlich für einen Studienplatz qualifiziert haben, von der Prüfungskommission in einer PräsenzOnlinePrüfung geprüft werden. Nur so ist die Video/Online‐Bewerbung mit dem Präsenzverfahren in einem umfassenden Sinn vergleichbar und Chancengleichheit garantiert.
  • Die Vergleichbarkeit von Präsenz‐ und Videobewerbungen erfordert auch, dass Prüfungskriterien, die nur in einer der Prüfungsformen relevant werden können, keine Berücksichtigung finden können. So kann in diesem Aufnahmeprüfungsverfahren z.B. das Kriterium der Sicherheit beim Auswendigspielen kein relevantes Bewertungskriterium darstellen.
  • Die Prüfungen in Musiktheorie/Gehörbildung finden in diesem Semester ausschließlich mündlich statt, die Prüfungen für das Pflichtfach Klavier entfallen. Die PräsenzOnline Prüfung besteht in den Instrumental‐ und Gesangsstudiengängen somit grundsätzlich aus drei Teilen: der künstlerischen Prüfung (Instrument oder Gesang), der mündlichen Prüfung in Musiktheorie/Gehörbildung (BM) und einem kurzen Gespräch.
  • In der PräsenzOnlinePrüfung findet die Prüfung in Musiktheorie/Gehörbildung (BM) und das kurze Gespräch statt. Weiterhin hat die Prüfungskommission die Möglichkeit nachzuprüfen, ob die Leistung der Bewerber*innen den grundlegenden Bewertungskriterien entspricht, wenn dies auf Grundlage der eingesandten Videos für die Kommission nicht mit Eindeutigkeit erkennbar geworden ist. So kann die Kommission etwa eine Bewerber*in bitten, eine schwere Passage noch einmal live zu spielen etc., ein bestimmtes Stück noch einmal anzuspielen bzw. anzusingen etc.

Es ist klar, dass dieses Eignungsprüfungsverfahren für uns alle eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Es ist kein Zufall, dass sich nur wenige Hochschulen in der Bundesrepublik der Herausforderung eines so frühen Verfahrens stellen. Aber auch die Vorteile eines frühen Eignungsprüfungsverfahrens wiederum liegen auf der Hand: Hochschulleitung und Fachgruppensprecher*innen haben sich deshalb einstimmig für dieses Verfahren entschieden. Natürlich wurde auch die Möglichkeit diskutiert, eine Eignungsprüfung ausschließlich auf der Basis von eingesandten Videos durchzuführen, wie es aufgrund der Corona‐Krise an einigen wenigen Musikhochschulen in Europa (etwa Zürich) praktiziert wird. Hochschul‐ und Fachgruppenleitungen haben sich auf dieses Verfahren nicht einigen können. Es ist nach unserer Einschätzung auch keinesfalls so, dass dieses Verfahren aufgrund seiner vermeintlichen Einfachheit eine größere Rechtssicherheit garantiert.

Für die Verwaltung, den technischen Dienst, unsere ITler und die Hochschulleitung stellt dieses Verfahren einen radikalen Bruch mit den bekannten und vertrauten Arbeitsschritten dar: Die Planung einer Prüfung mit drei unterschiedlichen Prüfungsformaten (Präsenz‐Prüfung, Video‐ Prüfung, Präsenz‐Online‐Prüfung), die alle ihren eigenen Besonderheiten und Gesetzlichkeiten unterliegen, setzt logistische Grundlagen voraus, die teilweise erst und in höchster Eile geschaffen werden mussten. So muss die Prüfung der Video‐Bewerbungen in Hochschulräumlichkeiten stattfinden, die mit dem entsprechenden technischen Equipment ausgestattet sein müssen. Die gesamte (digitale) Verwaltungsstruktur für eine Video/Online‐ Bewerbung musste erst eingerichtet, zusätzlicher Speicherraum geschaffen werden. Die Präsenz‐Online‐Prüfung muss nicht nur allein technisch vorgeplant und umgesetzt werden (und zwar an beiden Enden der Kommunikationsverbindung), sondern kontinentale und interkontinentale Zeitverschiebungen innerhalb sehr diverser Bewerberfelder müssen so weit wie möglich mitgedacht werden. Und zu alledem müssen die Eignungsprüfungen unter den besonderen Sicherheitsvorschriften der Corona‐Krise geplant und umgesetzt werden: Mit drei separaten Eingängen, der Einrichtung zusätzlicher Waschbecken, dem Koordinieren „distanzbewusster“ Menschenbewegungen in einem geschlossenen Gebäude, und vor allem der Registrierung, Koordinierung und präzisen Terminierung aller externen Besuche, um nach wie vor die Nachverfolgbarkeit zu garantieren.

Die unbedingte Beachtung des Grundsatzes der Chancengleichheit und die daraus resultierende komplexe verfahrenstechnische Gemengelage habe ich hier versucht darzustellen. Sie hat zu einem Eignungsprüfungsverfahren geführt, das Ihnen als Prüfer*innen viel Präsenz und viel Disziplin abverlangt: Bei dieser Eignungsprüfung lässt sich an Terminen nicht rütteln, die gegeben Termine müssen so, wie sie stehen, wahrgenommen werden. Ich möchte Sie auch herzlich darum bitten, nicht mit den Mitarbeitern des Referats 2 über Terminänderungen etc. zu verhandeln. Dieses Verfahren lässt keinen Spielraum für Flexibilität. Dienstliche Verpflichtungen müssen an erster Stelle stehen, andere, z. B. private Verpflichtungen sind nachgelagert. Der Mangel an Flexibilität ist der Preis, den wir für das Durchführen eines frühen Eignungsprüfungsverfahrens zahlen müssen.

Ich weiß, dass Ihnen allen unsere Hochschule am Herzen liegt. Die Geschlossenheit, die Leidenschaft und die Zuverlässigkeit, die alle Mitglieder und Angehörigen dieser Hochschule – Verwaltung, technischer Dienst, Lehrende und Studierende – in dieser Krisensituation gezeigt haben, legt davon ein deutliches Zeugnis ab. Ich bin deshalb überzeugt davon, dass Sie sich mit dem gleichen Engagement auch für diejenigen einsetzen werden, die ihr Studium an unserer Hochschule aufnehmen wollen. Ich hätte mir selbst eine entspanntere und koordiniertere Vorbereitung gewünscht. Wir haben uns nach Kräften darum bemüht: Aber die vielen Wochen permanenter Sonderbelastung haben an den Kräften aller gezehrt. Ich bin deshalb sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, dieses Eignungsprüfungsverfahren zu planen und umzusetzen.

***

Grundsätzlich gelten die bestehenden Sicherheits‐ und Hygienebestimmungen auch für die Zeit der Eignungsprüfung weiter. Ich bitte Sie insbesondere zu beachten, dass bei der Nutzung kleinerer Räume für die Lehre – wie derzeit in der Hansastraße – die Räume alle 15 Minuten stoßgelüftet werden müssen. Ich muss hier sehr dringend daran erinnern, dass diese Auflagen, die Ihnen über Ihre Fachgruppensprecher*innen weitergeleitet worden und den aktuellen Risikoeinschätzungen unserer Musikermedizin auf der Hochschulwebsite zu entnehmen sind, auch einzuhalten sind. Ich habe von mehreren Seiten erfahren, dass diese Vorschriften mitunter nicht genügend beachtet werden.

Es ist mir bewusst, dass die Sinnhaftigkeit mancher Anordnung nicht immer unmittelbar einleuchtet. Aber diese Anordnungen entstehen in einer auch für uns nicht immer leicht zu überschauenden Gemengelage aus ministeriellen Anordnungen, Reaktionen auf aktuelle wissenschaftliche Forschungen, politischen Vorgaben, logistischem Realismus und pragmatischer Lösungssuche: Unser Ziel dabei ist es immer, den laufenden Unterrichtsbetrieb soweit wie irgend möglich aufrecht zu erhalten und auch möglichst konsequent zu erweitern. Ich würde Sie bitten, im Interesse dieses gemeinsamen Ziels jene Anordnungen mit abgeklärter Souveränität aufzunehmen und umzusetzen.

Denn es ist davon auszugehen, dass sich diese Anordnungen nun in immer kürzeren Abständen ändern werden und wir auf dem Weg in Richtung einer (neuen) Normalität zügig voranschreiten werden. Nach unserer Information wird am kommenden Montag (1. Juni) eine Rechtsverordnung des Sozialministeriums für die Öffnung der Kulturbetriebe und Kulturveranstaltungen in Kraft treten. Darin werden voraussichtlich Veranstaltungen mit weniger als hundert Besuchern autorisiert. Diese Verordnung wird auch besondere Bestimmungen zu Bestuhlung und Abständen beinhalten, die sich an den Bestimmungen der Deutschen Unfallversicherung orientieren. Diese Verordnung wird auch für die Musikhochschulen gelten, sobald sie als Konzertveranstalter mit Publikum fungieren. Spätestens dann kann das Nebeneinander spezieller Regelungen für staatliche Institutionen einerseits und nicht‐staatlicher andererseits nicht mehr aufrechterhalten werden, das schon in der Vergangenheit vielen unter Ihnen nicht einleuchten wollte. (Ich erinnere hier nur daran, dass musikalischer Einzelunterricht für Privatmusiklehrer*innen erlaubt, an den staatlichen Hochschulen aber verboten war). Formell werden für größere Ensembles genauso wie für Veranstaltungen zwar weiterhin die Vorgaben von § 2 der Corona‐Verordnung gelten. Aber die Rektorate können dann wohl entscheiden, analog zur Rechtsverordnung des Sozialministeriums auch die Orchester und Chorpraxis an den Musikhochschulen wieder zuzulassen. Was das im Einzelnen konkret bedeuten wird, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, da diese Öffnung immer im Kontext der aktuellen genehmigten Hygienekonzepte der Musikhochschulen erfolgen muss. Aber ich denke, man darf davon ausgehen, dass schon im Juni Veranstaltungen mit mehr als fünf Personen möglich sein werden. Es gibt also wirklich Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Der Fahrplan der näheren Zukunft für unsere Hochschule beinhaltet konkret folgende Änderungen:

  • Die Hochschule wird für die Zeit der Eignungsprüfungen vom 5.13. Juni 2020 geschlossen. Die Hochschule wird am Sonntag, 7. Juni 2020, von 10‐20 Uhr, am Donnerstag, 11. Juni 2020, von 10‐20 Uhr, sowie am Sonntag, 14. Juni 2020, von 10‐20 Uhr für den Übebetrieb geöffnet sein. Anmeldung und Einteilung erfolgt in der gewohnten Art und Weise.
  • Ab dem 15. Juni werden die Räume 333341 (sog. Klaviertrakt) für den Einzelunterricht geöffnet. Die Räume werden von da an nicht mehr für den Übebetrieb zur Verfügung stehen. Ab dem 15. Juni werden ebenfalls die Räume in den Fächern Schlagzeug und historische Tasteninstrumente für die Lehre freigegeben. In diesen Fällen kann weiterhin auch in den Räumen geübt werden.
  • Die Hochschulbibliothek wird zwischen dem 5. und 13. Juni 2020 geschlossen sein. Die Ausleihfrist von Medien, die in diesen Tagen zur Rückgabe fällig werden, wird verlängert. Die Bibliothek ist aber auch an diesen Tagen telefonisch oder per E‐Mail erreichbar.

Ob die Trennung zwischen Übe‐ und Lehrbetrieb gegen Ende des Semesters aufgehoben werden kann, werden die nächsten Wochen zeigen. Ich bin jedenfalls sehr zuversichtlich, dass sich alles dynamisch in einem positiven Sinne entwickeln wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen erholsame Pfingsttage. Wir sehen uns bei der Eignungsprüfung.

Bleiben Sie weiterhin gesund!
Mit herzlichen Grüßen
Ludwig Holtmeier
 

Kurzzusammenfassung der wesentlichen Punkte dieser Eignungsprüfung.

  • Die Eignungsprüfungen finden vom 5.‐13. Juni, vom 20.‐23. Juli und an noch zu bestimmenden Terminen im September als Präsenz‐Eignungsprüfungen im Hauptgebäude der Hochschule für Musik Freiburg statt.
  • Die klassische Präsenz‐Eignungsprüfung bildet das Grundgerüst der kommenden Eignungsprüfung.
  • Prüfungen in Musiktheorie/Gehörbildung finden in diesem Semester ausschließlich mündlich statt, die Prüfungen für das Pflichtfach Klavier entfallen.
  • Um Bewerber*innen, die den Präsenz‐Termin im Juni/Juli aufgrund der Corona‐Krise nicht wahrnehmen können, die Teilnahme an der Eignungsprüfung zu ermöglichen, soll es im September einen weiteren Präsenz‐Termin geben, wenn in den jeweiligen Studienfächern noch freie Studienplätze zu vergeben sind und die äußeren Bedingungen es zulassen.
  • Die Präsenz‐Eignungsprüfungen im Juni/Juli und September stellen Teilverfahren eines einzigen zusammenhängenden Eignungsprüfungsverfahrens dar. Prüfungsleistungen müssen deshalb sehr bewusst auf der Grundlage feststehender Bewertungsmaßstäbe bewertet werden.
  • Unmittelbar an die jeweiligen Präsenz‐Teilverfahren erfolgen Teil‐Zulassungsverfahren, sodass sich die zugelassenen Studierenden so früh wie möglich auf den Studienbeginn in Freiburg vorbereiten können.
  • Um allen Bewerber*innen eine gesicherte Teilnahme an diesem Eignungsprüfungsverfahren zu ermöglichen, stehen zwei weitere Wahloptionen zur Verfügung: a) Präsenz‐ Eignungsprüfung im Juni in Freiburg mittels einer interkontinentalen Instrumentalspiel‐Fernübertragung. Diese Option besteht nur für das Fach Klavier (mittels Disklavier). b) Videobewerbung + Präsenz‐Online‐Bewerbung. Die Prüfungskommissionen treffen auf Grundlage eingesandter Videos eine Auswahl. Die endgültige Entscheidung wird nach einer mündlichen Präsenz‐Online‐Prüfung der ausgewählten Kandidat*innen getroffen.
  • Video‐/Online‐Bewerbungen müssen so weit wie möglich im Rahmen jenes Prüfungs‐Settings erfolgen, das auch für die Präsenzprüfungen gilt. Die eingesandten Videos werden von der Prüfungskommission in der Hochschule gemeinsam angeschaut/angehört und in der gleichen Form wie die Präsenz‐Prüfungen besprochen und bewertet.
  • In diesem Aufnahmeprüfungsverfahren stellt das Kriterium der Sicherheit beim Auswendigspielen kein relevantes Bewertungskriterium dar.
  • Bewerber*innen im Video/Online‐Verfahren, die sich aufgrund ihrer künstlerischen Leistungen grundsätzlich für einen Studienplatz qualifiziert haben, werden zusätzlich von der Prüfungskommission in einer Präsenz‐Online‐Prüfung geprüft.
  • Die Präsenz‐Online‐Prüfung besteht in den Instrumental‐ und Gesangsstudiengängen aus drei Teilen: der künstlerischen Prüfung (Instrument oder Gesang), der mündlichen Prüfung in Musiktheorie/Gehörbildung und einem kurzen Gespräch.
  • Die Prüfungskommission hat in der Präsenz‐Online‐Prüfung zusätzlich die Möglichkeit nachzuprüfen, ob die künstlerische Leistung der Bewerber*innen den grundlegenden Bewertungskriterien entspricht.
  • Dieses Eignungsprüfungsverfahren lässt keinen Spielraum für Flexibilität. Die vorgegebenen Termine sind von allen Prüfer*innen wahrzunehmen. Es wird darum gebeten, von Diskussionen mit den Mitarbeitern des Referats 2 über Terminänderungen bzw. – verschiebungen abzusehen.

Rundschreiben des Gleichstellungsbüros (7. Mai 2020)

Liebe studierende und lehrende Eltern,

die Zeit der Corona-Pandemie stellt Menschen mit Familienverantwortung, sei es im Studium, in der Lehre oder als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor große Aufgaben. 

Auch nach den teilweisen Schulöffnungen muss ein Großteil der Kinder zu Hause betreut und versorgt werden und sehr oft führt der gleichzeitige Anspruch, Lehre und Lernen im Home-Office oder in online-Lehrveranstaltungen mit der Kinderbetreuung zu verbinden zu erheblichen Belastungen.

Hier will das Gleichstellungsbüro der Hochschule Sie unterstützen, um Wege der Vereinbarkeit zu finden - gemeinsam mit der Hochschulleitung suchen wir Lösungen um den individuellen Bedarfen von Betroffenen in unserem Hochschulkontext gerecht zu werden.

Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen per e-mail an gleichstellung(at)mh-freiburg.de

Prof. Regina Kabis, Gleichstellungsbeauftragte
Jacqueline Pfann, Gleichstellungsbüro
 

Nützliche Links

Info zur Notbetreuung:
https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+04+20+Notbetreuung+wird+vom+27_+April+2020+an+erweitert

Notfall-Kinderzuschlag für Familien mit kleinen Einkommen:
https://www.bmfsfj.de/kiz

Überblick über Hilfen für Familien in der Corona-Pandemie:
https://familienportal.de/familienportal/familienleistungen/corona/finanzielle-hilfen#anchor-link-6-154114

BAFoeG-Regelungen:
https://www.bafög.de/elterneinkommen-sinkt-wegen-corona-758.php

Rundschreibens des Rektors an die Mitarbeiter*innen (27. April 2020)

Liebe Kolleg*innen,

nun ist tatsächlich die erste Woche des Vorlesungsbetriebs an unserer Hochschule bereits vorüber. Studierende haben die Hochschule zum Üben wieder in Besitz genommen. Aus den Räumen erklingt, wenn auch noch verhaltener als sonst, wieder Musik. Es ist wirklich eine Freude, dass der Tanker Musikhochschule endlich wieder Fahrt aufgenommen hat.

In der letzten Woche wurde auch das erste Mal wieder in unseren Sälen unterrichtet. Grundsätzlich lief alles reibungslos, unsere Vorplanungen haben sich bisher als alltagstauglich erwiesen. Wir arbeiten dennoch beständig daran, die Abläufe weiter zu perfektionieren. Dem technischen Dienst und der Verwaltung ist hier nicht genug zu danken.

Alle verhalten sich vorbildlich. Und doch ist mir aufgefallen, wie schnell man – unbewusst – in alte Gewohnheiten zurückfällt. Das ist, wenn es um einen so körperlichen Akt wie das gemeinsame Musizieren geht, wohl auch kaum anders möglich: So sehr man die neuen Regeln auch „begriffen“ hat, der Köper hat quasi seinen eigenen Willen. Ich habe in dieser Woche mehrfach Touren durch die großen Räume gemacht, um zu sehen, wie sich der Unterricht unter den neuen Bedingungen gestaltet. Dabei schien es mir gerade in den ersten Tagen so, als ob eine untergründige zentripetale Kraft die Beteiligten immer enger zueinander zieht, sodass mitunter das rein äußerliche Unterrichtssetting auf den ersten Blick kaum noch von einem „vorcoronären“ Setting zu unterscheiden war. Und diese Normalität hat mich gestört. Und das, obwohl die vorgegebenen Sicherheitsstandards nicht unterschritten, sondern höchsten à la parole ausgelegt worden sind. Aber das vertraute Bild transportierte unwillkürlich eine Botschaft: Wir machen so weiter, wie wir aufgehört haben.

Und diese Botschaft sollten wir als Lehrende in den nächsten Wochen nicht vermitteln. Gerade wenn wir wollen, dass sich unsere Studierenden an die strengen Auflagen des Übebetriebs halten, müssen wir selbst dementsprechend handeln. In Bezug auf den Masterclass-Unterricht in den Großräumen heißt das: Das Unterrichtssetting muss sich auch von außen deutlich sichtbar von der früheren Normalität unterscheiden. Die Distanz zwischen Lehrenden und Studierenden, zwischen Studierenden und Korrepetitoren muss klar zu sehen sein, insbesondere im Unterricht mit Bläser*innen und Sänger*innen (die neuen Bestimmungen hierzu werden im Folgenden näher ausgeführt). Mögen Ihnen und Ihren Studierenden die Schutzmaßnahmen in dem einen oder anderen Fall auch übertrieben erscheinen: Gerade weil es darum geht, so sicher wie irgend möglich zu arbeiten, muss auch durch das Unterrichtssetting immer das klare Signal vermittelt werden, dass wir uns immer noch in einer Ausnahmesituation befinden. Gerade in einer Zeit der bildlichen Dauerdokumentation ist es wichtig, sich diszipliniert und „vorbildlich“ zu verhalten und keine „falsche“ Routine aufkommen zu lassen. Natürlich geht es nicht darum, nur achtsam und umsichtig zu erscheinen: Es geht vor allem darum, es in der Sache auch zu sein. Distanz und Protektion sind nun mal ganz handfeste, äußerliche Kategorien. Dass von jedem beliebigen Moment unserer Tätigkeit in den Großräumen problemlos ein Handyfoto gemacht werden könnte, welches dann unverkennbar widerspiegelte, dass wir eben nicht so weitermachen, wie wir aufgehört haben – das könnte eine praktische Faustregel für unsere Kontrolle in Lehrräumen in den nächsten Wochen sein.

Es sind in der letzten Zeit sehr viele wichtige Fragen an das Rektorat herangetragen worden. Ich habe mich im Folgenden mit manchen dieser Fragen etwas ausführlicher auseinandergesetzt. Zudem setzte ich mich mit jenen Themen auseinander, die mir derzeit zentral erscheinen. Ich versuche zu Beginn, jene Themen zu behandeln, die unser unmittelbares Tun in den nächsten Wochen ganz wesentlich berühren. So werden gleich zu Beginn die Aktualisierungen unserer Sicherheitsvorkehrungen beschrieben. Gegen Ende dieser Ausführungen habe ich dann versucht, einige Entscheidungswege für die Hochschulöffentlichkeit etwas transparenter zu machen. Eine Folge der Corona-Krise ist der weitgehende Stillstand der akademischen Gremienarbeit. Sie läuft derzeit nur im Notbetrieb. In letzter Zeit war das Rektorat leider oft gezwungen, Entscheidungen scheinbar einsam und ohne „parlamentarische“ Rücksprache zu treffen. Ich denke, dass insgesamt ein anderes Vorgehen kaum möglich war – wir unterscheiden uns hier, wenn ich es recht sehe, kaum von anderen Hochschulen. Klar ist aber auch, dass dieser Zustand nicht andauern kann. Um zu zeigen, dass wir nicht vergessen haben, dass das Rektorat den Hochschulgremien – insbesondere dem Senat gegenüber – Rede und Antwort zu stehen hat, sind einige wichtige Entscheidungen und Probleme der letzten Zeit etwas ausführlicher behandelt. Wem diese Ausführungen etwas zu lang und zäh geraten erscheinen, möge mir verzeihen und sich trösten: Das Wichtige kommt in diesem Text ganz sicher nicht zum Schluss.
 

I. Änderung der Sicherheitsregeln

Unser Institut für Musikermedizin hat gestern eine neue Risikoeinschätzung veröffentlicht. In vielen Bundesländern dürfen die Musikhochschulen ihren Betrieb erst wieder öffnen, wenn sie ein umfangreiches Gesundheits- und Sicherheitskonzept vorgelegt und genehmigt bekommen haben. Auch wenn man in Baden-Württemberg derzeit noch kein Konzept vorlegen muss, haben wir von Anfang an auf Grundlage klarer Überlegungen operiert. Dieses Konzept muss immer wieder den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis und des politischen Diskurses aufgreifen und dementsprechend aktualisiert werden. Nach einer neuen Einschätzung des Gefährdungsrisikos haben wir nun folgende Entscheidungen, die sich vor allem auf den Unterricht in den Großräumen beziehen, getroffen:

  • Ab kommenden Mittwoch, den 29. April 2020, herrscht an der Hochschule für Musik Maskenpflicht. Ein Mund-Nasen-Schutz ist bei Betreten der Hochschule zu tragen. Erst in den Überäumen kann er abgelegt werden. Der Mund-Nasen-Schutz ist bei der Lehre in den Großräumen (Masterclass-Unterricht) im Bereich Bläser und Gesang von allen Dozierenden und Studierenden zu tragen, die nicht spielen oder singen. Während der Lüftungspausen in den Großräumen sind die Masken von allen Anwesenden zu tragen.
  • Bei Unterricht und Korrepetition im Bereich Gesang und Bläser ist ein Mindestabstand von fünf Metern einzuhalten.
  • Bei Unterricht im Bereich Gesang und Bläser ist verbindlich eine Schutzwand zwischen den Musizierenden aufzustellen.
  • In den Großräumen sollte immer nur ein/e Sänger*in bzw. Bläser*in musizieren. Chorgesang ist derzeit ausgeschlossen.
  • Regelmäßig 10 Minuten vor jeder vollen Stunde sind die Großräume zu durchlüften. Dozierende und Studierende verlassen in den Lüftungspausen die Hochschule, wenn sie anschließend keiner weiteren genehmigten Tätigkeit (Üben oder Unterricht) nachgehen. Ansonsten verbleiben sie mit Mund-Nasen-Schutz im Großraum. Das mag auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen: Aber nach unserer Einschätzung ist das Risiko so geringer, als wenn sich die Studierenden während der Lüftungspausen innerhalb der Hochschule (im Foyer, in den Gängen, anderen Räumen etc.) frei bewegten. Das grundsätzliche „Versammlungsverbot“ innerhalb der Hochschule (Aufenthalt nur in den Überäumen und Großräumen, nicht im Foyer, den Gängen etc.) ist die gleichsam übergeordnete Maßgabe und bleibt bestehen.

Mit diesen Maßnahmen reagieren wir auf die neue Diskussion über die sogenannten Aerosole. Der Risikoeinschätzung unseres Instituts für Musikermedizin können Sie Näheres hierzu entnehmen.
 

II. Urlaubssemester und Verlängerungssemester

Einleitend eine Bitte: Urlaubssemester und Verlängerungssemester sollten bitte nicht direkt beim Rektor, sondern beim Leiter des Referats 2, Karsten Schöning, und dem Prorektor für Lehre, Prof. Christoph Sischka, beantragt werden. Ich beantworte wirklich gern jede Anfrage persönlich, aber bei der derzeitigen Fülle an Anfragen kann ich nicht garantieren, dass auch alle E-Mails beantwortet bzw. korrekt weitergeleitet werden. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie ihre Studierenden darauf hinweisen könnten.
 

Allgemeines

In Baden-Württemberg gibt es keine spezielle und detaillierte Corona-Verordnung für die Hochschulen wie etwa in Nordrhein-Westfalen (Corona-Epidemie-Hochschulverordnung). Es existiert im Gegensatz zu anderen Bundesländern auch keine Regelung zur Studienzeit, die in irgendeiner Form einen Rechtsanspruch der Studierenden auf eine Studienzeitverlängerung begründen würde. Es besteht in Baden-Württemberg derzeit also kein Rechtsanspruch der Studierenden aufgrund der Corona-Krise auf Gewährung eines Urlaubs- oder Verlängerungssemesters. Ich schreibe das nicht, um unnötige Ängste zu schüren: Die Hochschulleitung und das zuständige Referat werden, wie angekündigt, so wohlwollend und wenig restriktiv wie möglich entscheiden. Aber ich muss hier dennoch festhalten, dass es sich bei jedem Antrag nach wie vor und trotz der Corona-Krise grundsätzlich um eine Einzelfallentscheidung handelt.

Dieser Zwang zur individuellen Prüfung eröffnet uns aber auch die Möglichkeit, in jedem Fall zu prüfen, ob ein Urlaubs- oder Verlängerungssemester wirklich die richtige und kluge Entscheidung im Sinne der/des jeweiligen Studierenden und der/des Dozierenden ist. Denn tatsächlich ist das nicht immer eindeutig und leicht zu entscheiden. Nicht immer scheinen mir die Konsequenzen eines Antrags wirklich durchdacht worden zu sein. Wir gehen vielleicht alle noch zu sehr davon aus, dass das, was wir gegenwärtig erleben, ein singulärer Ausnahmezustand ist. Was aber, wenn dieses Semester der Vorbote einer neuen Normalität ist? Gilt es dann nicht eventuell auch, mit dem außerordentlichen Mittel des Urlaubs- und Verlängerungssemesters vorsichtig und ökonomisch umzugehen? Ich habe im Folgenden ein paar grundlegende Informationen und Gedanken zu diesem Thema zusammengestellt.
 

Folgen einer Beurlaubung für die Lehrenden

Musikhochschulen unterscheiden sich in Hinsicht auf die Beurlaubung von Studierenden von anderen Hochschularten grundsätzlich. Die Gewährung von Urlaubssemestern hat etwa an den Universitäten kaum Auswirkungen auf das Deputat der Lehrenden, da die dominierenden universitären Unterrichtsformen (Vorlesung, Seminare und Übung) durch beurlaubte Studierende in der Regel funktional nicht betroffen sind: Ob an einer Vorlesung 150 oder nur 120 Hörer teilnehmen, hat für das Deputat der lesenden Dozierenden keine Konsequenzen. Deswegen haben einige (aber nicht alle) Universitäten als Reaktion auf die Corona-Krise unkomplizierte Beurlaubungsverfahren eingeführt. Für den Vorlesungs- und Seminarbetrieb an Musikhochschulen gilt das fast in gleichem Maße, weniger schon für den Kleingruppenunterricht, aber überhaupt nicht für den künstlerischen Einzelunterricht.

Ein/e Studierende/r die/der sich im Urlaubssemester befindet, „verschwindet“ aus der Klassenliste der/des Hauptfachdozierenden und hinterlässt dort eine Deputatslücke. Diese Deputatslücke muss im Sinne der gültigen Lehrverordnung des Landes (LVVO) innerhalb von drei Jahren ausgeglichen werden. Aus diesem Grunde sollte der Antrag auf Beurlaubung möglichst im Einvernehmen von Dozierenden und Studierenden gestellt werden. Es sollte vorher gründlich diskutiert worden sein, ob unter Berücksichtigung aller Optionen (Online-Unterricht, Beginn des Präsenzunterrichts, Nachholung des Präsenzunterrichts etc.) ein Urlaubssemester tatsächlich die beste Lösung darstellt.
 

Folgen einer Beurlaubung für die Studierenden

Ein/e beurlaubte Studierende/r bleibt eingeschrieben. Ein Urlaubssemester zählt somit als Hochschulsemester, nicht jedoch als Fachsemester. Das baden-württembergische Landeshochschulgesetz gibt vor (§ 61), dass beurlaubte Studierende „nicht berechtigt [sind], Lehrveranstaltungen zu besuchen sowie Hochschuleinrichtungen, ausgenommen die Einrichtungen nach § 28, zu benutzen.“ Einrichtungen nach § 28 („Medienzentrum“) bezieht sich auf Bibliotheks- und IT-Dienste im weitesten Sinne, die weiterhin nutzbar bleiben. Beurlaubte Studierende dürfen an der Hochschule also weder üben noch unterrichtet werden. Das Rektorat hat allerdings entschieden, dass die Online-Lehrangebote inklusive der dazugehörigen Prüfungen in diesem Semester auch von beurlaubten Studierenden wahrgenommen werden können.

Der Verwaltungskostenbeitrag, der Semesterbeitrag und der Beitrag für die Verfasste Studierendenschaft sind auch im Falle einer Beurlaubung zu entrichten. Studiengebühren für internationale Studierende fallen in einem Urlaubssemester nicht an. Für das Sommersemester 2020 gilt die Ausnahmeregelung, dass bereits bezahlte Studiengebühren rückerstattet werden, wenn der Antrag spätestens bis zum 4. Mai gestellt worden ist. Eine Beurlaubung kann sich außerdem auf die Zahlung von BAföG, Kindergeld, Waisenrente usw. auswirken. Die beurlaubten Studierenden müssen alle betroffenen Stellen selbstständig über ihre Beurlaubung – vor allem, wenn sie nachträglich erfolgt – informieren.

Studierende, die sich derzeit noch im Ausland befinden oder gar festsitzen, beantragen ein Urlaubssemester vielleicht deshalb, weil sie den Präsenzunterricht in den ersten Semesterwochen verpassen. Sie beabsichtigen aber dennoch nach Deutschland zurückzukehren und auch in der Hochschule zu üben. Wenn alle Konsequenzen einer Beurlaubung überdacht sind, ist es vielleicht auch für sie sinnvoller, sich auf dieses besondere Semester einzulassen. „Blended Learning“/Online-Unterricht über Zeitzonen hinweg stellt zweifelsohne eine besondere Herausforderung dar. In einem solchen Fall könnte es sinnvoll sein, die Pufferwochen Ende Juli zu nutzen, um den Präsenzunterricht zu platzieren.
 

Gründe für ein Urlaubssemester

Die klassischen, im Allgemeinen sehr streng und restriktiv behandelten Gründe für ein Urlaubssemester (Krankheit, Schwangerschaft, Mutterschutz, Elternzeit, Auslandssemester, Praktikum, Pflege von Angehörigen, Bundesfreiwilligendienst, Freiheitsstrafe) gelten natürlich auch in diesem Semester. Als weiterer „wichtiger Grund“ können auch die individuellen Folgen der Corona-Krise berücksichtigt werden. Eine individuelle Begründung und nachvollziehbare Argumentation ist aber auch hier notwendig. Ein Rekurrieren auf die allgemeine Situation, also darauf, dass dieses Semester anders ist als die anderen, dass man lieber in einem Semester studieren wolle, in dem es keinen Online-Unterricht gibt etc., wäre nicht ausreichend: Die Landesregierung hat beschlossen, dass dieses „digitale“ Semester als vollgültiges Semester anzusehen ist. Individuelle Gründe wären etwa familiäre Verpflichtungen aufgrund der Corona-Krise, massive Probleme bei der Aus- bzw. Einreise etc.
 

Folgen eines Verlängerungssemesters für die Lehrenden

Wenn hier im Folgenden von einem Verlängerungssemester die Rede ist, dann ist jener Fall einer Studienzeitverlängerung gemeint, der den Anspruch auf Einzelunterricht im künstlerischen bzw. künstlerisch-theoretischen Hauptfach (sowie evtl. noch weiteren Fächern) beinhaltet. Ein Verlängerungssemester stellt kein grundsätzliches Problem dar, wenn der Antrag im Einvernehmen von Studierenden und Dozierenden stattfindet. Für die Lehrenden eines Hauptfachs im Einzelunterricht bedeutet ein Verlängerungssemester jedoch, dass ein freier Studienplatz für ein Semester blockiert ist. In den Studiengängen Kirchenmusik und Schulmusik sind die strukturellen Konsequenzen von Fall zu Fall teils sehr gering, teils sehr groß. Deshalb sollten die Anträge in diesen Fächern vor Antragsstellung zuerst mit den Studienbereichsleitern besprochen werden. In Studiengängen von Orchesterinstrumenten ist im Verlängerungssemester noch ein weiterer Orchesterschein zu absolvieren, da sonst die Großensembles nicht planbar sind.
 

Folgen eines Verlängerungssemesters für die Studierenden

Die Verlängerung der Regelstudienzeit kann für BAföG-geförderte Studierende Folgen haben. Grundsätzlich ist eine Förderung auch über die Regelstudienzeit hinaus möglich. Die notwendigen Informationen sind individuell beim BAföG-Amt einzuholen.

Auch in einem zusätzlichen Semester fallen die internationalen Studiengebühren an. Es ist der Hochschule derzeit nicht möglich, studiengebührenpflichtigen Studierenden die Gebühren eines Verlängerungssemesters zu erlassen.
 

Gründe für ein Verlängerungssemester

Abgesehen von jenen Anträgen, die in einer „persönlichen“ Lebenssituation gründen, stehen beim Antrag auf ein Verlängerungssemester in der Regel studientechnische bzw. studienverlaufsrelevante Erwägungen im Zentrum – im Fall der Corona-Krise etwa, dass unvorhersehbare Ereignisse das Erreichen der Studienziele, insbesondere der Prüfungsziele, erschwert haben. Für das Einreichen eines Antrags auf ein Verlängerungssemester gibt es keinen „Stichtag“, denn auch hier handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung, die die individuelle Situation der/des Studierenden in den Blick nehmen muss. Aber grundsätzlich ist es sinnvoll, diesen Antrag im Prüfungssemester bzw. in besonderen Fällen im Semester vor dem Prüfungssemester einzureichen. Das Verschieben der Zwischenprüfung ist in der Regel kein hinreichender Grund für einen Antrag für ein Verlängerungssemester, da die Zwischenprüfung auch im fünften Fachsemester abgelegt werden kann.
 

Studiengebühren

Die Landesregierung hat die Forderung der Hochschulen nach einem Erlass der internationalen Studiengebühren und der Gebühren für ein Zweitstudium bislang strikt abgelehnt. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat sich nun aber kürzlich erstmals vor dem Landtagsausschuss in dieser Frage gesprächsbereit gezeigt. Die Vertreter*innen aller Hochschularten und ihre Studierendenvertretungen setzen sich jedenfalls weiterhin für ein Aussetzen der Studiengebühren ein. Die Hochschulen selbst haben derzeit aber fast keine Möglichkeiten, Studiengebühren zu erlassen. Eine Stundung bzw. Ratenzahlung ist in besonderen Fällen auf Antrag möglich. Studierende, die aufgrund der derzeitigen Situation Schwierigkeiten haben, die Studiengebühren zu begleichen, sollen sich bitte umgehend mit Herrn Schöning in Verbindung setzen, damit eine (unfreiwillige) Exmatrikulation verhindert werden kann. Ich würde alle Lehrenden bitten, ihre studienpflichtigen Studierenden darauf hinzuweisen.
 

Nothilfe / Finanzielle Unterstützung

Derzeit ist ein bundesweiter Nothilfe-Fonds für Studierende in Arbeit. Ob er auch für Studierende aus nicht-europäischen Ländern zugängig sein wird, bleibt abzuwarten. Ich gehe aber davon aus. Nach derzeitigem Stand würde es sich dabei aber um keinen nichtrückzahlbaren Zuschuss, sondern um ein zinsloses Darlehen handeln. Auf Initiative aus der Professorenschaft und in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Förderung der Hochschule für Musik Freiburg ist derzeit ein hauseigener Förderfonds in Arbeit. Durch Stipendien aus diesem Fonds wird sicher einigen Studierenden, die auf solidarische Unterstützung angewiesen sind, geholfen werden können.

Überhaupt unternimmt die Hochschule das, was ihr möglich ist, um ihre Studierenden in Notsituationen finanziell zu unterstützen. Ich möchte aber auch betonen, dass die Hochschule nicht die erste Ansprechpartnerin für unsere Studierenden ist, wenn es um Fragen der Studienfinanzierung bzw. um Hilfe in Notsituationen geht. Dies ist das Studierendenwerk. Alle Studierenden zahlen hier regelmäßig Beiträge ein, um in Notlagen von dort Hilfen erwarten zu dürfen. Das Studierendenwerk Freiburg hat im Kontext der Corona-Epidemie zwei eigene Förderlinien aufgelegt, um Studierende kurzfristig zu unterstützen. Darüber hinaus kennt die Sozialberatung des Studierendenwerks auch die gesamte Bandbreite möglicher weiterer Förderungen und kann unsere Studierenden – gerade auch die ausländischen – in bester Weise beraten. Bitte ermutigen Sie Ihre Studierenden, sich an die entsprechenden Beratungsstellen des Studierendenwerks zu wenden und weisen Sie sie darauf hin, dass der erste Weg zur finanziellen Hilfe nicht über die Hochschule, sondern über das Studierendenwerk führt. Auf der Webseite des Studierendenwerks findet man erste Informationen und Kontaktmöglichkeiten.
 

III. Digitale Hochschule

Ich bin begeistert und beeindruckt, mit wieviel Energie, Bereitschaft, Geduld und vor allem Fantasie und Kreativität die Dozierendenschaft unserer Hochschule die digitale Herausforderung dieses Semesters angenommen hat. Dafür möchte ich Ihnen danken. Mich erreichen aber auch durchgehend E-Mails, in denen die technischen Probleme und Schwierigkeiten bei der Umsetzung unseres digitalen Semesters kritisch angesprochen werden. Manche Schreiber sind frustriert, andere regelrecht empört und aufgebracht.

Wir wollen uns nicht damit entschuldigen, dass wohl keine Hochschule in diesem Land auf diese besondere Situation vorbereitet war – insbesondere keine Musikhochschule. Wer die digitale Lehre propagiert, der muss auch die Möglichkeiten schaffen, dass sie stattfinden kann. Zumindest muss die Hochschulleitung alles unternehmen, was in ihren Kräften steht. Und das versuchen wir.

Der Anschluss und die Umrüstung auf die neuen Server gingen und gehen für alle Benutzer mit großen Belastungen und Einschränkungen einher. Aber es lohnt sich: Unsere Plattform GLAREAN hat sich nach Anschluss der neuen Server sehr gut entwickelt. In der dritten Aprilwoche, um hier Urs Liska zu zitieren,

„ächzte der ‚alte‘ GLAREAN-Server unter einer von durchschnittlich 5-10 auf 10-20 gestiegenen Zahl gleichzeitiger Nutzer und war deswegen zeitweise nicht erreichbar. Dann gab es einen kurzen Schreckmoment während der tatsächlichen Umbauzeit, und seit Samstag [19. April] läuft GLAREAN nun dank unseren IT-Fachleuten Ralf Mattes und Alexander Trapp stabil auf der neuen Hardware. Auch, wenn wir noch Potenzial für eine Optimierung der gefühlten Geschwindigkeit sehen, muss doch einmal festgestellt werden, dass GLAREAN seither souverän läuft, obwohl er in Spitzenzeiten bis zu 140 gleichzeitige User verzeichnet. Ich bin daher zuversichtlich, dass mit der neuen Hardware die an unserer Hochschule zu erwartende Nutzerzahl komfortabel und zuverlässig ‚bedient‘ werden kann. Gleichzeitig kann ich berichten, dass mit Semesterbeginn die ILIAS- Instanz der PH, die ich eine Woche zuvor noch wegen ihrer Geschwindigkeit beneidet hatte, in die Knie gegangen war. In einer Rundmail wurde zwar von Bedarfsanalyse und Aufrüstung gesprochen, gleichzeitig aber alle Nutzer des PH-ILIAS offiziell dazu auffordert, so viele Aktivitäten wie nur irgend möglich auf alternative Plattformen zu verlegen. Inzwischen läuft die Plattform an der PH zwar wieder stabil (Kudos an die IT-Abteilung dort), ich möchte damit aber noch einmal zum Ausdruck bringen, dass die Anschaffung der neuen Server nicht nur richtig, sondern eine absolut essenzielle Entscheidung war. Ohne sie läge der digitale Hochschulbetrieb jetzt im Koma.“

Die Kritik an unserem Kommunikationssystem CONCLAVE ist nach wie vor groß. Zunehmend hören wir aber auch, dass CONCLAVE in bestimmten Kontexten problemlos läuft. Auch an der Universität Freiburg ist JITSI MEET für die Kommunikation unter zehn Teilnehmern das Tool der Stunde. Die Sicherheitsbedenken unserer IT-Leute gegenüber ZOOM bestätigen sich in den letzten Wochen immer mehr. In letzter Zeit wurden Konferenzen mehrfach gehackt. Unser Nachbar, das Deutsch-Französische Gymnasium, musste sich zeitweilig von ZOOM trennen, nachdem anstößige Inhalte in eine Konferenz eingespeist wurden. Unser Programm der Wahl für größere Sitzungen ist BIGBLUEBUTTON.

Derzeit haben wir noch einige Probleme mit der wechselseitigen Firewall-Durchlässigkeit. Wir arbeiten aber daran und hoffen, das Tool in der nächsten Woche freigeben zu können. Nichtsdestotrotz haben wir uns entscheiden, einige ZOOM-Lizenzen – als Überbrückungs-Tool – zu erwerben. Grundsätzlich wird es in meinen Augen darum gehen, in naher Zukunft unterschiedliche Kommunikations-Tools, die den Sicherheitsvorschriften entsprechen, über unsere Plattform zur Verfügung zu stellen.

Die Hochschule ist derzeit dabei, ein dreistufiges Supportsystem aufzustellen: Tutoren und studentische Expert*innen unterstützen dabei Kommiliton*innen aber auch Dozierende bei elementaren Fragen im Umgang mit digitalen Medien. Eine Gruppe digital erfahrener Dozierender steht ihren Kolleg*innen aber auch Studierenden zur Verfügung, und die mit der digitalen Verwaltung betrauten Expert*innen stehen bei der Hilfe komplexerer Problem zur Verfügung. Der Support-Plan wird in den kommenden Tagen auf GLAREAN veröffentlicht.

Antworten auf Fragen, die immer wieder gestellt werden, sind auf einer FAQ-Seite von GLAREAN zusammengestellt. Bitte sehen Sie immer zuerst nach, ob Ihr Problem hier bereits beschrieben ist. Auch im GLAREAN-Support-Forum können Sie Fragen stellen und diskutieren. Vor allem aber können dort bereits gefundene Lösungen nachgelesen werden. Beide Seiten sowie weitere Ressourcen erreichen Sie auch direkt über die GLAREAN-Startseite. Für konkrete Fragen steht Ihnen auch die Kontaktdresse e-learning(at)mh-freiburg.de zur Verfügung. Hier sollten Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhalten.

Aufgrund des derzeitigen Frageaufkommens wäre es allerdings gut, wenn allgemeine PC-Fragen zunächst anderweitig geklärt werden könnten. Neben diesem E-Mail-Support wird die Hochschule ab dem 4. Mai auch Video-Sprechstunden anbieten. Sie werden montags bis freitags von 14-15 Uhr (für Lehrende) und von 17-18 Uhr (für Studierende) auf Conclave stattfinden. Gehen Sie dazu auf die Seite https://conclave.mh-freiburg.de/sprechstunde und warten Sie auf eine/n Moderator/in. Verwenden Sie dafür unbedingt den Browser Google Chrome, die neueste Version von Microsoft Edge (oder Chromium) und nicht Firefox, Safari oder andere Browser. Sie finden den Browser Chrome im Internet zum kostenlosen Download und können ihn auf Ihrem Rechner installieren.

Weitere Informationen zur Verwendung von Conclave finden Sie in den Video-Tutorials und schriftlichen Anleitungen auf GLAREAN.
 

IV. Lehrbetrieb

Ich werde sehr oft gefragt, warum der gewohnte Einzelunterricht – zumindest in den vermeintlich „ungefährlichen“ Fächern (Streicher, Tasteninstrumente etc.) – nicht sofort wieder beginnen kann. Das lässt unsere Sicherheitsstrategie, die eine rigide Trennung von Übebetrieb, Lehrbetrieb und Verwaltung an der Hochschule vorsieht, nicht zu. Unser gesundheitliches Sicherungssystem ruht auf drei strategischen Pfeilern: Distanz und Schutz, Eingrenzung und Nachverfolgbarkeit.

Distanz und Schutz werden durch das Einhalten der Distanzregeln (Abstand von mindestens zwei Metern), das regelmäßige Waschen der Hände, das ab dem 29. April verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sowie durch die Einrichtung des Hochschulgebäudes und -inventars garantiert (Waschbecken im Eingangsbereich, Aushängen/Feststellen der Eingangstüren der Toiletten, Sicherung des Eingangsbereichs, Plexiglasschutz etc.).

Eingrenzung meint in diesem Kontext, dass der Bewegungsradius derjenigen, die Zutritt zur Hochschule erhalten, eingeschränkt ist. Zwei Studierende teilen sich nacheinander einen Überaum (momentan sind es in wenigen Räumen auch drei), begegnen sich dabei nicht persönlich und dürfen außer dem eigenen Überaum keine anderen Räume in der Hochschule betreten. Auch im Masterclass-Unterricht erhalten Studierenden wie Lehrende ausschließlich Zugang zum Großraum, in dem der Unterricht stattfindet.

Dadurch wird im Falle einer Infektion eine Nachverfolgbarkeit der Ansteckungswege möglich. Faktisch wird mit analogen Mitteln die Arbeitsweise einer Corona-App abgebildet: Es kann von der Hochschulleitung nachvollzogen werden, wer mit wem, wann und wo innerhalb der Hochschule in Kontakt gekommen sein könnte. Deshalb ist auch die sorgfältige vorherige Registrierung aller derjenigen, die die Hochschule betreten, von zentraler Bedeutung.

Damit diese Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt werden können, müssen faktisch alle Räume der Hochschule vorerst für den Übebetrieb zur Verfügung stehen. Daraus resultiert jene Hierarchie, die ich an den Anfang meines letzten Rundschreibens an die Studierenden gestellt habe und die ich hier noch einmal anführe:

  1. Wiederaufnahme des Übebetriebs
  2. Wiederaufnahme des Prüfungsbetriebs
  3. Wiederaufnahme des Lehrbetriebs

Diese Bereiche, die in unserem Studienbetrieb normalerweise parallel nebeneinander her laufen, können derzeit nicht einfach parallel laufen, ohne dass dabei unsere Sicherheitsvorkehrungen außer Kraft gesetzt würden. Um es knapp zu sagen: Wenn die Überäume zugleich auch Unterrichtsräume wären, ließe sich das Konzept der Eingrenzung und der Nachverfolgbarkeit nicht so streng, wie es derzeit geboten ist, umsetzen. Zumindest in den ersten Wochen müssen die beiden Bereiche (Üben und Lehre) deshalb noch so weit wie möglich voneinander getrennt bleiben.

Die langsame Rückkehr zum Einzelpräsenzunterricht geht zwingend mit einer Änderung und schrittweisen Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen einher. Wir gehen davon aus, dass im Rahmen dieses Prozesses dann auch das sog. „Streicherhaus“ in der Hansastraße wieder geöffnet werden können wird, das wir derzeit nicht in das übergeordnete Sicherheitskonzept des Hauptgebäudes einbinden können. Dass derzeit Präsenzunterricht nur in den Großräumen der Hochschule stattfinden kann, hat also nicht nur damit zu tun, dass dort die gebotene Distanz problemlos eingehalten werden kann, sondern weil nur so eine strenge Trennung von Übe- und Lehrpraxis garantiert werden kann.

In vielen Mails wurde ich auf die sog. „Auslegungshinweise“ der alten Corona-Verordnung hingewiesen, die „Musiklehrer mit Einzelunterricht“ von den strengen Kontaktverboten ausnimmt. Tatsächlich besteht ein Unterschied zwischen „selbstständigen“ Musiklehrer*innen und Dozierenden einer (staatlichen) Hochschule. Für Mitglieder und Angehörige einer staatlichen Hochschule gilt (und galt) § 2 der Corona-Verordnung. Das hat natürlich vor allem rechtliche bzw. Haftungsgründe.
 

V. Die neue Corona-Verordnung

Die neue Corona-Verordnung ist nicht anders als die alte in sich durchaus widersprüchlich. So hält sie zwar eingangs fest:

„Der Studienbetrieb in den Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, der DHBW und den Akademien des Landes bleibt bis zum 3. Mai 2020 ausgesetzt; er wird ab 20. April 2020 in digitalen Formaten wieder aufgenommen.“

Diese Regelung wird im Folgenden durch eine Anzahl an durchaus weit- und folgenreichen Ausnahmen modifiziert. Es sind vor allem drei Sätze dieser Verordnung, die dabei für unsere Hochschule von Bedeutung sind:

1.) „Praxisveranstaltungen, die spezielle Labor- bzw. Arbeitsräume an den Hochschulen erfordern (z. B. Laborpraktika, Präparierkurse), sind nur unter besonderen Schutzmaßnahmen möglich, wenn sie zwingend notwendig sind.“

Durch diesen Satz, der in erster Linie auf die MINT-Fächer zielt, ist eine Wiederaufnahme des Übebetriebs an unserer Hochschule in meinen Augen nicht nur gestattet, sondern förmlich geboten. Denn die Corona-Verordnung definiert den übergeordneten Bildungsauftrag der Hochschulen, in dessen Rahmen sich die Sicherheitsvorkehrung zu verorten haben, folgendermaßen:

„Die Hochschulen sorgen im Rahmen des rechtlich und tatsächlich Möglichen dafür, dass die Studierenden alle im Sommersemester 2020 vorgesehenen Studienleistungen gegebenenfalls in modifizierter Form erbringen können und zugleich die Studierbarkeit gewährleistet ist.“

Als „zwingend notwendig“ sind somit jene Studienvoraussetzungen und -angebote anzusehen, ohne die der Studienbetrieb an einer Hochschule nicht gewährleistet werden könnte. Christian Fischer, Rektor der Musikhochschule Trossingen und derzeitiger Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der baden-württembergischen Musikhochschulen, hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) im Namen aller Musikhochschulen des Landes bereits Anfang März darauf hingewiesen, dass eine „Gewährleistung der Studierbarkeit […] unauflöslich mit der Öffnung der MHS auch als Orte der Übe- und Probenpraxis […] verbunden“ ist. Diese Aussage blieb unwidersprochen und hat damit Bestand. Aus ihr folgt konsequent, dass sich die Musikhochschule für den Übebetrieb öffnen muss, um die Studierbarkeit ihres Studienangebots zu gewährleisten.

Der Passus „im Rahmen des rechtlich und tatsächlich Möglichen“ wurde auf gemeinsame Initiative aller Hochschulen aufgenommen. Er bringt die besondere akademische Freiheit und die mit ihr einhergehende besondere persönliche Verantwortung jedes einzelnen Dozierenden für seine Studierenden in diesem Semester gut auf den Punkt.

2.) „Unter Einhaltung der zum Zwecke des Infektionsschutzes gebotenen Regelungen können Zusammenkünfte zur Durchführung von […] Forschung und Lehre […] stattfinden, wenn diese nicht durch Einsatz elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien ersetzbar sind.“

Nicht nur die Kunst- und Musikhochschulen, sondern auch andere Hochschularten (Sporthochschulen, Duale Hochschule, viele Fachhochschulen, aber auch viele Studienbereiche und -fächer der Universitäten) können ihr Lehrangebot nicht vollständig durch den „Einsatz elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien“ ersetzen. Dieser Satz hebt auf diese Fälle ab, insbesondere aber auch auf die besondere Situation der Musikhochschulen. Gegenüber dem MWK haben die Musikhochschulen immer hervorgehoben, dass elektronische Informations- und Kommunikationstechnologien den Einzelunterricht zwar durchaus sinnvoll und auch in einem relevanten Maße ergänzen, nicht aber vollständig ersetzen können. Es gibt zweifelsohne auch im künstlerischen Einzelunterricht – zudem von Fach zu Fach, von Lehrinhalt zu Lehrinhalt verschieden – Inhalte, die sich sinnvoll „digital“ vermitteln lassen. Aber so wenig derzeit ein medizinischer Präparierkurs durch digitale Lehre vollständig „ersetzbar“ wäre, so wenig ist es der künstlerische Präsenzunterricht. Bestimmte Inhalte (Korrepetition, Tanz, Szenische Arbeit etc.) lassen sich zudem derzeit kaum digital vermitteln. Damit sind einem weitgehenden und experimentellen Umgang mit neuen Kommunikations- und Vermittlungsformen keine Einschränkungen auferlegt: Aber Präsenzunterricht ist „bei Einhaltung der zum Zwecke des Infektionsschutzes gebotenen Regelungen“ schon jetzt im Sinne der neuen Corona-Verordnung an unserer Hochschule möglich.

3.) „In Gebäuden und auf dem Gelände der Hochschulen sind unbeschadet von Absatz 1 alle Veranstaltungen, Ansammlungen und sonstigen Zusammenkünfte von jeweils mehr als fünf Personen bis zum 3. Mai 2020 verboten.“

Diese Einschränkung gilt nach meinem Verständnis nicht für Prüfungen und Lehrveranstaltungen im Sinne der oben erläuterten Ausnahmen – und so wird es mehrheitlich auch an den Universitäten des Landes gesehen. Da dieser Punkt aber nach wie vor strittig und es sinnvoll ist, dass die baden-württembergischen Musikhochschulen in dieser Frage einheitlich handeln, gilt die Einschränkung auf eine maximale Gruppengröße von fünf Personen mindestens bis zum 3. Mai auch an unserer Hochschule. Sie betrifft auch den Masterclass-Unterricht. Eine dementsprechende Information an die davon betroffenen Lehrenden ist bereits herausgegangen.
 

VI. Vorlesungszeit

Das MWK hat deutlich gemacht, dass das Sommersemester 2020 vom 20. April bis zum 30. September 2020 dauert und dass die Hochschulen innerhalb dieses Zeitraums die Vorlesungszeit autonom festlegen können. Von Seiten des MWKs wurden die Musikhochschulen explizit auf die Möglichkeit hingewiesen, die Vorlesungszeit vollständig in die Zeit der Sommerferien zu verlegen, um ein Höchstmaß an Präsenzunterricht zu ermöglichen. Musikhochschulen anderer Bundesländer haben sich für diesen Weg entschieden. So scheint die Frankfurter Musikhochschule ihren Vorlesungsbetrieb tatsächlich erst im Juni aufzunehmen. Aber auch andere Musikhochschulen beginnen deutlich später und werden ihre Vorlesungszeit bis weit in den Sommer ausdehnen.

Ich habe Schreiben von Dozierenden erhalten, die eine solche Verschiebung nicht nur für sinnvoll, sondern im Interesse der Studierenden für zwingend geboten halten. Dahinter steht neben den gesundheitlichen Bedenken meist ein grundlegender Vorbehalt dem Einsatz elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien im künstlerischen Einzelunterricht gegenüber. Da der Online-Unterricht im künstlerischen Einzelunterricht in einem grundlegenden Sinne defizitär sei, sollten sich die Hochschulen im Interesse ihrer Studierenden nicht auf ihn einlassen: Lieber gar nichts, als ein fauler Kompromiss.

Ich möchte im Folgenden ausführen, welche Gründe hinter der Entscheidung des Rektorats stehen, am ursprünglichen Termin für das Semesterende festzuhalten:

Planbarkeit / Flexibilität: Niemand kann garantieren (und erst recht konnte man es zu dem Zeitpunkt nicht, als die Entscheidung zu fällen war), dass Mitte Juni die Wiedereinführung eines regulären Präsenzunterrichts möglich sein wird. Bei einer schlechten Entwicklung der Gesamtlage hätte man also mit einer Verschiebung des Vorlesungsbetriebs das Problem nur nach hinten verschoben. Was man mit der Spekulation auf die Zukunft gewinnt, weiß man nicht, was man verliert, steht fest. Denn der „reguläre“ (frühe) Beginn erlaubt einen flexiblen und den Bedingungen angepassten Umgang mit dem Semesterende. Wie ich in meinem letzten Schreiben an die Studierenden bereits ausgeführt habe, soll das Semester am 17. Juli enden. Die Hochschule wird aber mindestens bis zum 31. Juli vollumfänglich für die Lehre bzw. den Studienbetrieb offen stehen. Das erlaubt den einzelnen Dozierenden in Absprache mit ihren Studierenden, je nach Einzelfall auf die derzeitige Situation zu reagieren. Die Dozierenden selbst können so entscheiden, ob sie die Lehrinhalte von 14 Semesterwochen in dem verkürzten Semester unterbringen können oder ob sie auch die letzten Juli-Wochen nutzen wollen. Ob diese Pufferzone am Ende des Semesters zwingend notwendig ist, um das Verhältnis von Online- und Analog-Unterricht angemessen zu gewichten, lässt sich wohl erst in ein paar Wochen sagen. Aber grundsätzlich eröffnet die Pufferzone die Möglichkeit, „versäumten“ Präsenzunterricht nachzuholen. Es ist allerdings auch nicht ausgeschlossen, dass der Senat doch noch beschließt, das Semester offiziell zu verlängern. Auch hier gilt es abzuwarten, wie Studierende und Lehrende den Verlauf des Semesters bewerten.

Und schließlich eröffnet uns der reguläre Beginn auch die Möglichkeit in Bezug auf die Planung und Durchführung der Aufnahmeprüfungen flexibler zu reagieren. Sie werden in Kürze darüber mehr erfahren.

Standort Schulmusik: Freiburg ist ein bedeutender Standort für die Ausbildung von Schulmusiker*innen. An unserer Hochschule sind ca. 120 Studierende im Studiengang Schulmusik eingeschrieben. Die Freiburger Musikhochschule unterhält seit diesem Semester zusammen mit der Albert-Ludwigs-Universität zudem ein gemeinsames Forschungs- und Lehrzentrum (FZM). Hochschule und Universität „teilen“ sich darin das Fach Musikwissenschaft und einige unserer derzeitigen Minorangebote sind grundsätzlich auch offen auch für Studierende der Universität. Die Hochschule für Musik Freiburg unterhält weiterhin gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Freiburg zwei Studiengänge. Die Hochschule für Musik Freiburg ist Mitglied im „Freiburg Advanced Center of Education“ (FACE), der gemeinsamen School of Education von Albert-Ludwigs-Universität, Pädagogischer Hochschule und Musikhochschule. Alles zusammengenommen, sind derzeit fast ein Drittel unserer Studierenden in irgendeiner Form an die Studienangebote und damit an die Semesterzeiten von Universität und/oder PH gebunden. Die Semesterzeiten unserer Hochschule müssen sich deshalb jetzt und auch zukünftig an den Semesterzeiten von Freiburger Universitäten und PH orientieren.

Die Universität Freiburg nimmt zwar als einzige Universität in Baden-Württemberg den Vorlesungsbetrieb in diesem Sommersemester erst am 11. Mai 2020 wieder auf, beendet ihn aber durch das Streichen der Pfingstpause und der regulär kürzeren Vorlesungszeiten dennoch am 31. Juli 2020. Die PH hat ihre Vorlesungszeit wie wir am 20. April begonnen, stellt sie für die Pfingstpause (nach Pfingstmontag) für eine Woche ein, und beendet sie am 24. Juli. Kurz: Wir laufen auch in diesem Semester grundsätzlich parallel zu unseren lokalen Partnerhochschulen. Dass Freiburg eine bedeutende Universitätsstadt mit fünf Hochschulen ist, ist ein zentraler Standortvorteil unserer Hochschule, von dem wir sehr profitieren – er verpflichtet uns aber auch in besonderem Maße zur Zusammenarbeit, zur gegenseitigen Absprache und zu institutioneller Koordinierung.

Außenwirkung / politische Botschaft: Auch diejenigen, die es für zentral halten, durch die Verschiebung der Vorlesungszeit in die Monate Juli/August/September medial nachdrücklich die Besonderheiten der Musikhochschulen herauszustellen und verstärkt die Grenzen der „Digitalisierbarkeit“ des künstlerischen Präsenzunterrichts zu thematisieren, wissen, dass die Musikhochschulen nicht nur aus künstlerischem Präsenzunterricht bestehen und sich viele Inhalte sehr wohl mithilfe elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien vermitteln lassen. Ob das allerdings in der medialen und politischen Öffentlichkeit so differenziert vermittelt werden kann, wage ich zu bezweifeln. Wenn in Zeiten einer allgemeinen digitalen Euphorie aber allein hängen bliebe, dass eine Musikhochschule sich mit dem Verschieben der Vorlesungszeit dem digitalen Aufbruch verweigerte – und die Gefahr sehe ich durchaus –, dann wäre das unter medien- und marketing-strategischen, vor allem aber auch politischen Gesichtspunkten alles andere als ein gutes Ergebnis.

Wir halten es für sinnvoller, uns von der Welle des digitalen Aufbruchs mitnehmen zu lassen und abzuwarten, an welchen Strand sie uns spült. So machen es derzeit nicht nur wir. Wir haben so die Möglichkeit, lange Versäumtes nachzuholen und längst Überfälliges einzuführen und an jenen Mitteln teilzuhaben, die für den Strukturwandel zur Verfügung gestellt werden. Das tut der Hochschule als Ganzes strukturell gut. Wenn die Hochschule der Möglichkeit eines Unterrichts „in digitalen Formaten“, den die Corona-Verordnung als Leitidee postuliert, also grundsätzlich bejahend gegenübersteht, dann heißt das nicht, dass die Vorbehalte und die Kritik, die hier vorgebracht worden sind, unberechtigt oder falsch wären. Die Freiheit zum Experiment, die sich uns in diesem Semester unerwartet eröffnet hat, sollte unserer Meinung nach vielmehr genutzt werden, um die Chancen und Risiken des „Einsatzes elektronischer Informations- und Kommunikationstechnologien“ klarer zu erkennen. Ob für uns dabei schließlich etwas Zählendes herausspringen wird, bleibt abzuwarten. Aber abgerechnet wird eben erst zum Schluss.

Chancen der Digitalität: Dem digitalen Wandel eine öffentliche Absage zu erteilen – und sei es nur in Teilbereichen unserer akademischen und künstlerischen Aufgaben –, halten wir nicht nur aus politischen, sondern auch aus inhaltlichen Gründen für falsch. Dass die digitale Revolution im vollen Gang ist, dass das, was heute technisch innovativ, morgen bereits Standard oder überholt ist, erleben wir ständig in allen Lebensbereichen. Wohin die Entwicklung uns führen wird, ist nicht einmal zu erahnen. Das, was die Präsenzlehre unverwechselbar und unersetzbar macht, wird sich in Zukunft – ob sie will oder nicht – nur vor dem Hintergrund dieser Dynamik und in differenzierender Absetzung von ihr definieren und vermitteln lassen. Allein deshalb muss gerade eine Hochschule, die die künstlerische Präsenzlehre als ihr Herzstück begreift, an dieser Entwicklung aktiv teilhaben. Dass Online-Unterricht die klassische künstlerische Präsenzlehre nicht ersetzen kann, ist wohl unstrittig. Dass sie aber im Sinne eines umfassenden Konzepts eines „Blended Learning“ sehr wohl sinnvoll ergänzt werden kann, erscheint mir ebenso unstrittig.

An dieser Stelle sei auch allen Fachvertreter*innen der wissenschaftlichen und künstlerisch-theoretischen Fächer gedankt, die ihre Expertise im Bereich Digitalität in diesem Semester kompetent einbringen. Sie tragen die Entscheidung des Rektorats mit, ihre Fächer im gesamten Semester komplett digital zu unterrichten und entlasten damit in solidarischer Weise die Kolleg*innen der künstlerischen Fächer.

Experimentiersemester: Ich hoffe sehr, dass wir eine ähnliche Situation nicht noch einmal erleben müssen. Ausschließen können wir es aber nicht. Wir sollten diese Zwangslage also nutzen, um im Falle eines nächsten Mals besser gewappnet zu sein. Erfahrungen, die wir jetzt machen, Strategien, die sich jetzt bewähren, gilt es auszuwerten und für die Zukunft fruchtbar zu machen. So ist das digitale Experiment dieses Semesters eben vielleicht doch mehr als nur der schwache Ersatz für ein missglücktes „normales“ Semester und verweist auf eine mögliche neue Normalität. Die erzwungenermaßen kurzfristige Verschiebung der Vorlesungszeiten mag ein Lösungsansatz für den singulären Moment sein. Als Zukunftsmodell erscheint sie uns nicht tauglich: Die Bulletins des Robert-Koch-Instituts können nicht die Vorlesungszeiten einer Hochschule bestimmen. Die Erfahrungen dieses Semesters, die wir jetzt machen, gerade im Umgang mit elektronischen Informations- und Kommunikationstechnologien, werden uns helfen, einer neuen (oder: neuen Wellen der aktuellen) Pandemie besser zu begegnen.

Beruf und Familie: Die Hochschule hat in den letzten Semestern einen umfassenden Generationswechsel vollzogen. Viele neue Kolleg*innen mit jungen Familien und mit teils kleinen Kindern lehren an unserer Hochschule. Ein Verschieben der Vorlesungszeit nach hinten hätte bedeutet, dass sich die Schulferien und die Vorlesungszeit überschneiden. Bereits die letzten Wochen haben für Familien mit Kindern eine ganz besondere Belastung dargestellt: Homeschooling und Kleinkinderbetreuung in Kombination mit Homeoffice stellen eine extreme Belastung dar. Deshalb war uns eine halbwegs verlässliche Planbarkeit des Sommers, insbesondere in Rücksicht auf die Familien, wichtig. Wir sind in das neue Semester nach einer Phase permanenter Aufschübe und Verlängerungen quasi „hineingeglitten“. Die Corona-Pause war für die meisten von uns kein vorgezogener Sommerurlaub, sondern eine zeitintensive und herausfordernde Vorbereitung auf das digitale Semester. Mich hat die eigenartige Wellenbewegung ständiger Terminverschiebungen deutlich beansprucht – und ich denke, es geht Ihnen nicht anders.
 

VII. Lehrbeauftragte

Für die Lehrbeauftragten ist der Online-Unterricht gleichsam ein doppeltes Netz, eine Rückversicherung, die ihnen ihre Vergütung und ihre Verträge rettet, auch dann, wenn der Präsenzunterricht nicht möglich ist. So können Sie in jedem Fall den Nachweis erbringen, dass sie ihre Lehrverpflichtung erfüllt haben. Gerade zu Anfang der Krise war dies für mich im Übrigen der zentrale Grund, die Online-Lehre auch für die Musikhochschulen zu begrüßen. Ich möchte daran erinnern, dass zu Beginn der Krise etwa die Musikhochschule München noch Folgendes auf ihrer Website verkündet hat:

„Da nicht alle Dozent*innen der HMTM digitalen Unterricht anbieten und nicht allen Studierenden die entsprechenden technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen, würde eine Berücksichtigung von digitalem Unterricht als regulärem Unterricht zu einer erheblichen Inhomogenität des Unterrichts führen und damit - insbesondere im Hinblick auf die Prüfungsvorbereitung von Studierenden - den Grundsatz der Chancengleichheit beeinträchtigen. Die Hochschulleitung hat daher beschlossen, dass es Dozent*innen freigestellt ist, Studierende auf digitalen Wegen zu beraten. Dies gilt jedoch nicht als regulärer Unterricht und kann - etwa im Falle von Lehrbeauftragten - nicht vergütet werden.“

Ähnliche Regelungen gibt es nach wie vor in einigen Bundesländern. Demgegenüber bot die generelle Gleichberechtigung und curriculare Gleichsetzung von digitalem und analogem Unterricht in Baden-Württemberg die Möglichkeit, zu einem fairen und kollegialen Umgang mit unseren Lehrbeauftragten. Wir haben sie sofort ergriffen.
 

VIII. Chancengleichheit

In einer Krise ist die Chancengleichheit das erste Opfer. Das muss man nüchtern konstatieren. Das gilt an einer internationalen Hochschule wie der unsrigen vielleicht noch mehr als sonst: Wenn die Studierenden in aller Welt verstreut sind, sich in unterschiedlichen Zeitzonen befinden und oft mit den ganz existentiellen Fragen des täglichen Überlebens konfrontiert sind, kann von einer real praktizierbaren, gemeinsamen „Teilhabe“ aller kaum die Rede mehr sein. Dass die Forderung nach Chancengleichheit politisch derzeit nur bedingt Gehör zu finden scheint, verpflichtet eine Hochschulleitung umso mehr – soweit man kann – sich dafür einzusetzen.

In einem formalen Sinne ist Chancengleichheit dann gewährleistet, wenn die Studierenden den Unterricht erhalten, der Ihnen nach der Studienordnung zusteht. In welcher Form der Unterricht erteilt wird, ist dabei im formalen Sinn nicht von Belang: Online-Unterricht und Präsenzunterricht sind in diesem Semester gleichwertig. Auch diesem verkürzten Sommersemester sind 14 Semesterwochen zugrunde zu legen. Wie diese Stunden sich verteilen, kann dabei sehr unterschiedlich sein: Sowohl kann der Anteil an Online- und Analog-Unterricht von Fall zu Fall divergieren, als auch etwa das Verhältnis von Face-to-Face- und Gruppenunterricht im Präsenzunterricht. Auch kann sich der Unterricht sehr unterschiedlich auf das Semester verteilen. Da grundsätzlich bis Ende Juli an der Hochschule unterrichtet werden kann, wird sich auch die Aufnahme des Präsenzunterrichts in vielen Fällen nach hinten verschieben. Ich wiederhole noch einmal, was ich bereits in meinem Rundschreiben an die Studierenden geschrieben habe: Es gibt hier, weder eine Norm noch einen „Goldstandard“, und es wäre sehr ungut, wenn sich so etwas wie ein permanenter Vergleich zwischen unterschiedlichen Unterrichtsformen etablierte. Wichtig ist nicht, was links oder rechts neben einem geschieht, sondern dass der je individuelle Unterrichtsmix im Einvernehmen mit den eigenen Studierenden geschieht. In diesem Sinne stellt es auch keinen nicht heilbaren Mangel an Chancengleichheit dar, wenn der Einstieg in den Präsenzunterricht etwa durch die Quarantäne später erfolgt. Grundsätzlich erbringen wir unsere Lehrleistung „im Rahmen des rechtlich und tatsächlich Möglichen“: Und das wird in jedem einzelnen Falle anders aussehen. Die Verantwortung – und auch die Freiheit zur Gestaltung – liegen in diesem Semester mehr denn je bei Ihnen, den Dozierenden.

Ich wünsche uns allen viel Kraft, Kreativität und gute neue Erfahrungen in diesem spannenden Semester!

Freiburg, 27. April 2020
Ludwig Holtmeier

Rundschreiben der Prorektorin (19. April 2020)

Liebe Studierende, liebe Lehrende,

morgen wird der Studienbetrieb an unserer Hochschule wiederaufgenommen. Alle wesentlichen Informationen dazu haben sie dem letzten Schreiben unseres Rektors an die Studierenden entnehmen können. 

Die Universität Freiburg wird mit dem Beginn des kommenden Semesters das Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Zutritt zu Universitätsräumen verpflichtend vorschreiben. Die Einlassregelungen (Einzeleinlass) an unserer Hochschule machen ein Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes derzeit (noch) nicht zwingend notwendig, da die Sicherheitsabstände immer eingehalten werden können. Dennoch möchte die Hochschulleitung allen Studierenden und Lehrenden, die das Gebäude der Hochschule betreten, bereits zum jetzigen Zeitpunkt nahelegen, dies zu tun. Zum Tragen von Atemschutzmasken besteht seitens der Bundes- und Landesregierung derzeit noch keine offizielle Verpflichtung, sodass es sich (noch) um eine individuelle und freiwillige Entscheidung handelt (über die verschiedenen Möglichkeiten des Mund-Nasenschutzes können Sie sich etwa mit einem Beitrag des ZDF auf dessen Webseite informieren). 

Ob eine risikolose Verteilung von Atemschutzmasken an der Hochschule selbst möglich ist, muss erst geklärt werden.

Ich wünsche Ihnen/uns allen einen guten Start ins neue Semester, das unter ganz besonderen Bedingungen stattfinden wird. Wir haben in den letzten Wochen intensiv daran gearbeitet, den Zugang zur Hochschule und die Bewegung innerhalb der Hochschule sicher zu gestalten.

Wir freuen uns sehr, dass es nun endlich wieder losgehen kann.

Mit herzlichen Grüßen
Prof. Dr. med. Dr. phil. Claudia Spahn
Prorektorin für Forschung und Internationales
Leiterin des Freiburger Instituts für Musikermedizin

Rundschreiben der Fachgruppe 1 an die Studierenden (16. April 2020)

Liebe Studierende,

im Namen aller Dozierenden der Fächer Musiktheorie/Gehörbildung, Musikwissenschaft, Musikphysiologie/Musikermedizin, Instrumental- und Gesangspädagogik, Musikpädagogik Lehramt und Elementare Musikpädagogik heißen wir Sie herzlich zum Start dieses Sommersemesters am 20. April 2020 willkommen. Wie Sie bereits aus dem Rundbrief unseres Rektors Prof. Dr. Ludwig Holtmeier erfahren haben, wird die Lehre in den wissenschaftlichen und den künstlerisch-theoretischen Fächern in diesem Semester ausschließlich online erfolgen, auch wenn es insgesamt weitere Erleichterungen der Maßnahmen in der Corona-Pandemie geben sollte. Auf diese Weise möchte das Rektorat für Sie Klarheit und Studierbarkeit herstellen und gleichzeitig auch die Raumkapazität unseres Hochschulgebäudes für die künstlerischen Fächer freihalten. Sollten sich doch noch Änderungen ergeben, so werden Sie dies natürlich rechtzeitig erfahren. Bitte halten Sie sich auf dem aktuellen Informationsstand, indem Sie regelmäßig auf die Homepage unserer Hochschule schauen.

Die Lehrveranstaltungen in den oben genannten Fächern sind über die Lehr-/Lernplattform GLAREAN zugänglich. Bitte melden Sie sich dort für die Vorlesungen und Seminare an. Die neu an unserer Hochschule Immatrikulierten werden im Laufe der Woche vom 20. bis 24. April 2020 ihre Zugangsdaten für GLAREAN erhalten und können sich für die Lehrveranstaltungen dort dann noch anmelden. Wenn Sie Probleme mit Ihrem Zugang zu GLAREAN haben, schreiben Sie bitte eine Email an e-learning(at)mh-freiburg.de.

Damit die Emailkommunikation zwischen den Lehrenden und Ihnen unkompliziert verlaufen kann, bitten wir Sie Ihre Hochschuladresse zu nutzen oder diese mit Ihrer privaten Emailadresse zu verknüpfen. Eine Anleitung dazu finden Sie auf GLAREAN.

Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Fächer haben für Sie in der nachfolgenden Übersicht weitere Informationen zum Semesterbeginn zusammengestellt.

Trotz vieler Neuheiten und natürlich auch Unklarheiten freuen wir uns mit Ihnen auf dieses Semester. Es wird viele spannende Erfahrungen bereithalten und wir werden um viele Erkenntnisse reicher sein.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Prof. Dr. Claudia Spahn (Prorektorin für Forschung und Internationales)
Prof. Hans Aerts (Sprecher der Fachgruppe 1)
 

Musiktheorie und Gehörbildung 

Kleingruppenunterricht

Die Lehrenden werden Sie per Email kontaktieren und das weitere Vorgehen mit Ihnen klären. Falls Sie bis zum 24. April 2020 nicht kontaktiert wurden, schreiben Sie bitte an h.aerts(at)mh-freiburg.de.
 

Seminare und Vorlesungen

Bei einigen Seminaren musste das Thema geändert werden, damit es sich für den Online-Unterricht besser eignet. Das gedruckte Vorlesungsverzeichnis ist also nicht mehr vollständig aktuell. Bitte informieren Sie sich deshalb über das Lehrangebot im Online-Vorlesungsverzeichnis.

Die Termine der Lehrveranstaltungen sind im Online-Vorlesungsverzeichnis genannt. Auch wenn eventuell nicht jede Woche zu diesen Terminen Videokonferenzen oder andere Formen von Simultanunterricht stattfinden, sollten Sie Ihren Stundenplan so einrichten, dass Sie in diesen Zeitfenstern keine anderen Termine wahrnehmen müssen.

Zu jedem Seminar und zu jeder Vorlesung finden Sie auf der Plattform GLAREAN eine Seite vor, wo Sie sich zu dieser Lehrveranstaltung anmelden können. Auf diese Weise ist der Kontakt mit der Dozentin/dem Dozenten hergestellt. Alle weiteren Informationen werden Sie dann erreichen.

Das Kollegium der Musiktheorie und Gehörbildung freut sich auf ein experimentierfreudiges Semester zusammen mit Ihnen!

gez. Prof. H. Aerts
gez. Prof. K. Georgi
 

Musikwissenschaft

Seminare, Vorlesungen, Übungen, Kolloquien

Bitte beachten Sie in jedem Fall das Online-Vorlesungsverzeichnis, das jetzt aktueller ist als das gedruckte Verzeichnis. Es gab eventuell Anpassungen der Themen und Termine an die neue Situation.

Zu jeder Veranstaltung sollten Sie sich auf der Plattform GLAREAN beim entsprechenden Kurs möglichst vor Semesterbeginn einschreiben. Die Leitung des Kurses gibt Ihnen in geeigneter Form bekannt, wie die Lehr- und Lerninhalte des Kurses jeweils organisiert und vermittelt werden.

Die im Online-Vorlesungsverzeichnis genannten Termine/Zeiten der Veranstaltungen werden je nach Kurs flexibel gehandhabt (vgl. oben). In den meisten Fällen wird zu den angegebenen Zeiten eine Impuls-Video-Konferenz durchgeführt und dabei auch das weitere Vorgehen geklärt. Sie sollten zu diesen Zeiten online verfügbar sein.

Das Semester wird vor allem im Bereich der Seminare und Übungen von Selbststudium geprägt sein. Die Ergebnisse und Fragen können in Video-Konferenzen im Plenum diskutiert werden, dazu kommen aber auch online Gespräche in kleineren Arbeits-Gruppen und online Einzelgespräche der Kursleitung mit den Studierenden. Dazu dienen nach wie vor auch die Mail- und Telefon-Verbindungen.
 

Kolloquien

In den Kolloquien werden die Video-Konferenzen das hauptsächliche Arbeitsinstrument sein. Im Examenskolloquium ist je nach Bedarf auch Einzel-Beratung im Anschluss an das Plenum vorgesehen.
 

Sprechstunden

Vereinbaren sie gewünschte Sprechstunden direkt mit der Kursleitung via Mail. Sprechstunden können als Telefon- oder Videogespräch geführt werden.
 

Teilnahme an Kursen der Universität und von Uni-Studierenden an der Hochschule

Unsere IT versucht es möglich zu machen, dass sowohl Studierende der Hochschule wie der Universität je an den Veranstaltungen der Partnerinstitution im Fach Musikwissenschaft teilnehmen können. Ob dies in diesem Semester bereits gelingt, ist nicht sicher. Die Universität beginnt ihr Semester am 11. Mai 2020. Die technischen Voraussetzungen für die gegenseitige online Einschreibung und Teilnahme werden zurzeit erarbeitet. Wir informieren Sie, sobald es hierzu Neuigkeiten gibt.

gez. Prof. Dr. J. Willimann
gez. Dr. C. Riedo
 

Musikphysiologie/Musikermedizin

Grundsätzlich werden alle Lehrangebote wie geplant durchgeführt. Eine Übersicht der Lehrveranstaltungen finden Sie im digitalen Vorlesungsverzeichnis unter „Freiburger Institut für Musikermedizin“.

Sie können sich zu allen Veranstaltungen – mit Ausnahme der Lehrangebote für die Studierenden des Minor Musikphysiologie und die Studierenden im Master Musikpädagogik – auf der Plattform GLAREAN anmelden und sind dann im Kontakt mit uns. Sie finden auf GLAREAN auch die Terminsitzungen und Themen des jeweiligen Seminars. Alle Seminare beginnen am 20. April 2020. Bitte schauen Sie dort nach, wann ab dem 20. April 2020 die ersten Online-Unterrichtstermine für Sie stattfinden und welche Leistungen ab dieser Woche zu erbringen sind.

Synchronunterricht per Videokonferenzen findet zu den für das Seminar eingeplanten Wochentagen und Uhrzeiten statt, bitte halten Sie sich diese Termine frei.

Je nach Inhalt und Setting der Seminare werden wir für den Unterricht unterschiedliche digitale Formate nutzen. In den praktischen und körperorientierten Seminaren wird der Unterricht größtenteils online oder mit interaktiven Videoaufzeichnungen stattfinden, in den eher theoretischen Seminaren werden wir Ihnen Materialien für schriftliche Übungen zur Verfügung stellen, die Sie während der Woche auch im Selbststudium bearbeiten können und die von uns korrigiert werden. Sie können hier auch die e-library der Online-Bibliothek der Hochschule nutzen, in der unsere Lehrbücher eingestellt sind. Alle Materialien und Hinweise sind grundsätzlich auf GLAREAN im Bereich des jeweiligen Seminars hinterlegt.

Alle weiteren technischen und inhaltlichen Fragen werden im Rahmen der jeweiligen Lehrveranstaltung geklärt.

Bei wichtigen Fragen wenden Sie sich bitte an c.spahn(at)mh-freiburg.de oder an die DozentInnen der einzelnen Angebote.

Wir freuen uns auf dieses ungewöhnliche, aber auch sehr spannende Semester mit Ihnen! Wir können alle gemeinsam Neues lernen!

gez. Prof. Dr. C. Spahn
gez. Prof. Dr. B. Richter
 

Instrumental- und Gesangspädagogik

Bei einigen Seminaren musste das Thema geändert werden, damit es sich für den Online-Unterricht besser eignet. Das gedruckte Vorlesungsverzeichnis ist also nicht mehr vollständig aktuell. Bitte informieren Sie sich deshalb über das Lehrangebot im Online-Vorlesungsverzeichnis.

Die Termine der Lehrveranstaltungen sind im Online-Vorlesungsverzeichnis genannt. Auch wenn eventuell nicht jede Woche zu diesen Terminen Videokonferenzen oder andere Formen von Simultanunterricht stattfinden, sollten Sie Ihren Stundenplan so einrichten, dass Sie in diesen Zeitfenstern keine anderen Termine wahrnehmen müssen.

Zu jedem Seminar und zu jeder Vorlesung sollten Sie auf der Plattform GLAREAN eine Seite vorfinden, wo Sie sich zu dieser Lehrveranstaltung anmelden müssen. Auf diese Weise ist der Kontakt mit der Dozentin/dem Dozenten hergestellt. Alle weiteren Informationen werden Sie dann erreichen.

Alle weiteren technischen und inhaltlichen Fragen werden im Rahmen der jeweiligen Lehrveranstaltung geklärt.

gez. Prof. Dr. W. Lessing
 

Musikpädagogik Lehramt

Bis auf wenige Ausnahmen finden die geplanten Lehrangebote als Online-Lehrveranstaltungen statt. Bitte informieren Sie sich im aktualisierten digitalen Vorlesungsverzeichnis und kontaktieren Sie bei Unklarheiten die jeweiligen Lehrenden.

Zu Wochenbeginn finden Sie zudem auf GLAREAN eine digitale Semestereinführung anstelle unserer traditionellen Vollversammlung. Dort werden wir Ihnen viele Informationen zu den einzelnen Fächern zusammenstellen.

Die Anmeldefristen werden – sofern es in den Seminaren noch Kapazitäten gibt – nicht so streng gehandhabt wie sonst. Wenn Sie also Interesse an einem Kursangebot haben, schreiben Sie den Dozent*innen eine Mail.

Nutzen Sie dieses ungewöhnliche Semester insbesondere um wissenschaftliche-theoretische Seminare zu absolvieren und Hausarbeiten zu schreiben. Dann haben Sie später im Studium mehr Zeit für Angebote, die derzeit nur sehr eingeschränkt stattfinden können.

Ich wünsche Ihnen trotz aller Probleme und Einschränkungen ein spannendes und interessantes Semester! 

gez. Prof. Dr. Thade Buchborn
 

Elementare Musikpädagogik

Alle EMP Veranstaltungen sind auf GLAREAN zu finden. Dort erhalten alle angemeldeten Studierenden weitere Infos zu den Kursen direkt von den jeweiligen DozentInnen.

Erstmal werden die Zeiten, die im Vorlesungsverzeichnis zu finden sind, beibehalten. Es kann sich aber in den jeweiligen Gruppen für andere Zeiten entschieden werden.

gez. Prof. C. Savage-Kroll

Rundschreiben des Rektors an die Studierenden (11. April 2020)

Liebe Studierende,

die Kultusminister der Länder haben sich zur Ausgestaltung des Sommersemesters 2020 aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt: Es sollen „die erforderlichen Rahmenbedingungen für einen möglichst reibungslosen Lehr- und Forschungsbetrieb im Sommersemester 2020“ geschaffen werden.

Ich möchte Sie im Folgenden mit grundlegenden Überlegungen, Planungen und Strategien des Rektorats zur Ausgestaltung des kommenden Semesters vertraut machen, die im ständigen Dialog mit vielen Hochschulmitgliedern entwickelt worden sind. Im Zentrum stehen dabei drei Themenbereiche, die im Sinne ihrer Dringlichkeit geordnet sind:

1. Wiederaufnahme des Übebetriebs
2. Wiederaufnahme des Prüfungsbetriebs
3. Wiederaufnahme des Lehrbetriebs

Ob unsere Vorplanungen auch tatsächlich umgesetzt werden können, hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie in unserer Region und den übergeordneten politischen Entscheidungen ab. Sie stehen also grundsätzlich immer unter Vorbehalt.


I Wiederaufnahme des Übebetriebs

Vorlesungszeit

Das Sommersemester 2020 beginnt am 20. April 2020 und endet am 30. September 2020, dies wurde vorgestern nochmals ausdrücklich vom Ministerium bestätigt. Die Vorlesungszeit – und damit der Unterrichtsbetrieb an unserer Hochschule – beginnt am 20. April 2020 und endet nach derzeitigem Stand wie ursprünglich geplant am 17. Juli 2020. In diesem verkürzten Semester sind die Lehrinhalte und die Lehrdeputate eines regulären Sommersemesters unterzubringen und zu leisten. Da die Nutzung der Hochschule in diesem Semester in starkem Maße von den spezifischen Bedingungen des Übebetriebs beeinträchtigt sein wird, werden blockartige und sehr verdichtete Präsenzlehrveranstaltungen gegen Semesterende nur bedingt durchführbar sein. Zur Abfederung möglicher räumlicher und zeitlicher Engpässe steht deshalb die gesamte Hochschule nach derzeitiger Planung bis zum 1. August 2020 für den Unterrichtsbetrieb offen. Die Entscheidung, in einzelnen Fächern den Unterrichtsbetrieb über das offizielle Vorlesungsende hinaus zu verlängern, trifft die/der zuständige Dozierende in rechtzeitiger Absprache mit ihren/seinen Studierenden. Ob die Hochschule darüber hinaus zusätzlich auch bis Ende September für die Lehre offenstehen kann, kann derzeit noch nicht entschieden werden.
 

Zutritt zur Hochschule

Am 20. April wird die Hochschule nach derzeitigem Stand wieder für den Übebetrieb geöffnet. Dabei sind besondere Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu beachten.
Die Hochschule kann nur durch die kleine weiße Tür rechts neben dem Haupteingang betreten werden. Zur Autorisation ist der Studierendenausweis an die am Fenster angebrachte elektronische Erkennung zu halten. Die Tür wird von der Pforte aus elektronisch geöffnet. Sollten Sie über keinen Studierendenausweis verfügen, können Sie direkt mit der Pforte kommunizieren. Es erhält immer nur ein/e Studierende/r auf einmal Zutritt zur Hochschule. Bitte kommen Sie grundsätzlich nur zur Hochschule, wenn Sie vorangekündigt oder angemeldet sind. Bitte halten Sie auf dem Vorplatz vor dem Eingang immer genügend Abstand voneinander und ordnen Sie sich in die Reihe ein.

Unmittelbar hinter der weißen Eingangstür befindet sich ein eigens angebrachtes Waschbecken. Alle Studierenden sind verpflichtet, die Hände zu waschen, bevor sie das Hochschulinnere betreten. Das Wasser wird durch einen Fußhebel aktiviert. Bitte fassen Sie vor dem Händewaschen mit Ihren Händen nichts an, vermeiden Sie jeden direkten Kontakt.

In der Hochschule sind der Übebereich und der Verwaltungsbereich durch Absperrungen streng voneinander getrennt. Bitte respektieren Sie diese Absperrungen und überschreiten Sie sie nicht. In der Hochschule sind die Wege zu Ihren Überäumen gekennzeichnet bzw. markiert. Eine Wegbeschreibung mit einer Verpflichtungserklärung erhalten Sie zudem vorab per E-Mail. Die Verpflichtungserklärung enthält alle allgemeinen und instrumenten- bzw. fachspezifischen Hygienevorschriften. Diese Vorschriften sind unterschrieben beim Erstbetreten der Hochschule an dem dafür bezeichneten Ort abzulegen oder per Mail an die zuständige Stelle (h.mammel(at)mh-freiburg.de) zu schicken. Wer den in der Selbstverpflichtung niedergelegten Hygieneregelungen und Anweisungen zuwider handelt, verliert den Anspruch, an der Hochschule für Musik Freiburg üben zu können.

Der Aufenthalt außerhalb der zugewiesenen Überäume innerhalb der Hochschule ist untersagt. Die in den Hygienevorschriften spezifizierten Zutrittsregeln und -beschränkungen zu den Toiletten sind zu beachten. Der Kontakt der Studierenden untereinander sollte möglichst vermieden, die direkte Kommunikation (zumindest in der ersten Zeit) auf das Minimum beschränkt werden.
 

Überäume

Grundsätzlich sollte jenen Studierenden Vorrang eingeräumt werden, die keine Möglichkeit haben, außerhalb der Hochschule zu üben. Die entsprechenden Informationen sind Ihnen in dieser Woche zugegangen. Nur diejenigen Studierenden, die einen Übebedarf bei der zuständigen Stelle beantragt und genehmigt bekommen haben, erhalten Zugang zur Hochschule und zu einem Überaum. Bitte beachten Sie, dass ein Zugang zu den Überäumen ohne vorherige Anmeldungen nicht möglich sein wird.

Grundsätzlich wird eine personelle Zuteilung zu jedem Überaum vorgenommen, was bedeutet, dass sich eine feststehende Gruppe von Studierenden (im Durchschnitt ca. 3-4) durchgehend ein und denselben Raum teilt. Üben ist für die/den Studierende/n also vorerst immer nur in einem einzigen Raum erlaubt. In der ersten Zeit darf sich immer nur eine Person in einem Raum aufhalten, Kammermusik bzw. Korrepetition ist in der ersten Zeit nicht möglich.

Wir werden denjenigen Studierenden, die sich für Übezeiten angemeldet haben, im Laufe der nächsten Woche mitteilen, welcher Raum ihnen zugeteilt wurde und mit welchen Kommilitonen/innen sie sich den Raum teilen. Dies ist in diesen Zeiten unabdingbare Voraussetzung, um ggf. im Falle einer Ansteckung mögliche Kontaktpersonen eindeutig und schnell identifizieren zu können.

Bitte achten Sie darauf, beim Betreten der Hochschule und vor dem Üben Ihre Hände gründlich zu waschen, die Instrumente wie vorgeschrieben zu säubern/desinfizieren (Mittel hierfür werden bereitgestellt) und die Räume nach dem Üben wie vorgeschrieben zu lüften. Dies alles müssen Sie vorab in der Einverständniserklärung schriftlich bestätigen, andernfalls kann Ihnen keine Übezeit zugewiesen werden. Dieses Vorgehen gebietet die Fürsorgepflicht für die gesamte Institution und die Gesundheit aller.
 

Atemschutzmasken / Schutzkleidung

Derzeit besteht an unserer Institution noch keine Verpflichtung, Atemschutzmasken oder Schutzkleidung zu tragen. Es ist nach derzeitigem Wissensstand auch nicht wahrscheinlich, dass eine solche Verpflichtung in der nächsten Zeit erfolgen wird. Es kann von unserer Seite deshalb auch keine Empfehlung ausgesprochen werden. Selbstverständlich sollen und können aber die, die es wünschen, ohne Scheu und mit Selbstbewusstsein Atemschutzmasken und Schutzkleidung tragen.
 

Umgang mit dem Personal des Technischen Dienstes und der Verwaltung

Es ist ein zentrales Anliegen der Hochschulleitung, das Personal des Technischen Dienstes und der Verwaltung zu schützen. Bitte vermeiden Sie jeglichen körperlichen Kontakt mit dem Technischen Dienst und der Verwaltung und halten Sie Abstand. Die Absperrungen innerhalb der Hochschule sind zu respektieren. Versuchen Sie Ihre Anfragen möglichst per Mail oder per Telefon zu stellen. Sprechstunden sind vorher zu beantragen und können nur in Ausnahmefällen erfolgen. Bleiben Sie freundlich und respektvoll auch in schwierigen Situationen – es ist für uns alle eine neue Erfahrung.


II Wiederaufnahme des Prüfungsbetriebs

Interne Prüfungen

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass alle anstehenden Prüfungen durchgeführt werden können. Ausgenommen davon sind Prüfungen, die zwingend ein großes Ensemble (Hochschulorchester, Hochschulchor etc.) oder die körperliche Arbeit in und mit einer größeren Gruppe von Menschen erfordern. Hier können wir nicht mit abschließender Sicherheit garantieren, ob die Prüfungen noch in diesem Semester oder erst im nächsten Semester stattfinden können. Prüfungen, die zu Beginn des Semesters terminiert waren, werden verschoben (etwa in Schulmusik). Hier wird Sie die zuständige Stelle zeitnah über die neuen Termine informieren. Prüfungen oder auch Teile von Prüfungen, die eine größere Besetzung, insbesondere ein mittleres Ensemble (Chor, Orchester etc.) erfordern, werden möglichst weit im Semester nach hinten geschoben. So ist etwa angedacht, die Chor- bzw. Orchesterleitungsprüfungen im Fach Schulmusik Ende September unmittelbar vor Beginn des Wintersemesters abzuhalten. Auch Kammermusikprüfungen bzw. Prüfungsteile, die Kammermusik enthalten, könnten eventuell entsprechend verschoben werden. Wir müssen auf jeden Fall die weitere Entwicklung sowie die entsprechenden Vorschriften abwarten.

Damit sich die Prüfungen nicht zu sehr am Semesterende häufen bzw. in das folgende Wintersemester hineinragen, wurde nach Rücksprache mit den zuständigen Kolleg*innen vereinbart, die Prüfungsanforderungen so zu modifizieren (etwa durch Herausnahme der kammermusikalischen Teile), dass sie bei den derzeitigen Einschränkungen gefahrlos vollzogen werden können. Ob auch Ihre Prüfung von solchen Modifikationen betroffen ist, erfahren Sie zu Beginn des Semesters von Ihrem/Ihrer Hauptfachdozierenden.

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Prüfungen in den künstlerischen Hauptfächern im kommenden Semester auf traditionelle, „analoge“ Art und Weise abgelegt werden können. Sie werden in Räumlichkeiten stattfinden, die das Einhalten des gebotenen Sicherheitsabstands erlauben. Die Prüfungen müssen leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Prüfungen in den wissenschaftlichen und künstlerisch-theoretischen Fächern, die in diesem Semester ausschließlich online gelehrt werden, werden in den Nebenfächern voraussichtlich größtenteils online erfolgen. In spezifischen Fällen (Hauptfach Musiktheorie, Teilprüfung Musikwissenschaft etc.) werden sie aber (zumindest teilweise) „analog“ stattfinden. Hier bitte ich Sie, auf die Informationen des/der verantwortlichen Dozierenden zu warten.
 

Eignungsprüfungen

Die Eignungsprüfungen zum Wintersemester 2020/2021 werden in diesem Semester stattfinden. Neben den gewohnten „analogen“ Prüfungen wird auch eine Palette an digitalen Formaten zum Einsatz kommen. Die Aufnahmeprüfungen werden sich in diesem Semester höchstwahrscheinlich in mehreren Blöcken über die gesamte Länge des Semesters verteilen.


III Wiederaufnahme des Lehrbetriebs

Konzertveranstaltungen

Grundsätzlich ist die Hochschule bis auf weiteres und möglicherweise sogar bis zum Semesterende nicht mehr Ausrichter von öffentlichen Konzertveranstaltungen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Öffentlichkeit bis zum Semesterende keinen Zutritt zum Gebäude erhalten wird. Über Möglichkeiten digitaler Konzertveranstaltungen/-übertragungen wird derzeit nachgedacht. Sie haben in unserer Planung aber keine unmittelbare Priorität.
 

Großensembles (Orchester, Hochschulchor etc.)

Alle bisher geplanten Termine des Hochschulorchesters im April und Mai 2020 werden nicht stattfinden. Das Gleiche gilt für die anderen Großensembles (Hochschulchor, Kammerchor, Big Band etc.). Es bleibt abzuwarten, ob geplante Prüfungen, die eines dieser Ensembles erfordern, Ende des Semesters durchgeführt werden können. Auch, ob das Suppé-Projekt des Instituts für Musiktheater und des Theaters Freiburg Anfang Juli stattfinden kann, muss vorerst offen bleiben. Nähere Auskünfte über das weitere Vorgehen bei diesen Projekten erfahren Sie direkt vom Leiter des Instituts bzw. Großensembles.
 

Lehre in den wissenschaftlichen Fächern

Die Lehre in den wissenschaftlichen und den künstlerisch-theoretischen Fächern (Musiktheorie/Gehörbildung, Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Musikermedizin/Musikphysiologie etc.) wird in diesem Semester ausschließlich online erfolgen. Die unterschiedlichen Lehrformate (Kleingruppen, Seminare, Vorlesungen, Übungen) werden über unsere Lernplattform Glarean koordiniert. Im Laufe der nächsten Woche werden Sie detaillierte Informationen darüber erhalten, wie Sie sich zu bestimmten Veranstaltungen anmelden können bzw. wie die Kontaktaufnahme mit den Dozierenden erfolgen wird. Von den Dozierenden bzw. über die Plattform werden Sie auch erfahren, welche Prüfungsleistungen und wie sie zu erbringen sind.
 

Lehre im künstlerischen Einzelunterricht /Dreistufenmodell

Die langsame Rückkehr in den regulären Präsenzunterricht soll nach einem idealtypischen Dreistufen-Modell erfolgen. Am Anfang steht die Online-Lehre, die Sie bitte im direkten Kontakt mit Ihrem/Ihrer Hauptfachlehrer/in planen. Wir haben in der letzten Zeit unser hochschuleigenes Videokonferenzsystem „Conclave“ bereits deutlich verbessern können und sind zuversichtlich, dass die positive Entwicklung weitergehen wird. In Hinsicht auf die Nutzung von kommerziellen Online-Kommunikationsplattformen hält sich das Land nach wie vor bedeckt. Zwar rät das MWK etwa explizit von einer Nutzung von Zoom ab, hat aber noch kein verbindliches Nutzungsverbot ausgesprochen. Grundsätzlich ist die Hochschule für Musik Freiburg im Vergleich zu vielen anderen Musikhochschulen digital bereits recht gut aufgestellt. Es gilt, sich die vorhandenen Möglichkeiten zu erschließen und natürlich auch neue zu erproben. Scheuen Sie sich nicht, sich mit Ihren Fragen an unsere Fachleute zu wenden (e-learning(at)mh-freiburg.de).

Die Hochschule hat im Rahmen eines angekündigten Förderprogramms des Landes mehrere Laptops, Tablets etc. bestellt, um Studierende, die über kein eigenes Equipment verfügen, entsprechend ausstatten zu können. Es ist auch geplant, für jene Studierenden, die von zu Hause aus eine Online-Kommunikation nicht oder nur schlecht herstellen können, einen Raum in der Hochschule zu öffnen. Er soll über eine technische Ausstattung verfügen, die eine aktive Teilnahme an dieser neuen Vermittlungsform unter guten Bedingungen ermöglicht. Sobald wir hierfür ein tragfähiges Konzept entwickelt haben, werden wir uns bei Ihnen melden.

Die zweite Stufe im Dreistufen-Modell ist der Masterclass-Unterricht, die erste Form des Präsenzunterrichts. Es stehen an der Hochschule insgesamt sechs große Räume zur Verfügung (Konzertsaal, Kammermusiksaal, Raum 156, Raum 117, Rhythmiksaal, Opernschule), in denen ein Klassenunterricht unter Wahrung der Sicherheitsanforderungen abgehalten werden kann. Fünf dieser Räume haben zudem jeweils zwei unabhängige Zu- bzw. Ausgänge. Auch die in Hinsicht auf die Tröpfcheninfektion besonders „risikobehafteten“ Bläser- und Gesangsklassen können sich in der Weite etwa des Konzertsaals sicher bewegen. Es ist geplant, jedem/jeder Dozierenden in der Woche ein gewisses zeitliches Kontingent zur Verfügung zu stellen. Wie die jeweiligen Hauptfachdozierenden dieses Kontingent (im Benehmen mit ihren Studierenden) nutzen, bleibt dabei freigestellt: Zwischen einem wirklichen Gemeinschaftsunterricht oder einem (verkürzten) Einzelunterricht, zwischen einer gleichmäßigen Berücksichtigung aller Studierenden einer Klasse oder einer stärkeren Gewichtung der Examenskandidaten/innen sind viele Varianten denkbar und möglich.

Die dritte Stufe im Dreistufen-Modell ist dann der klassische Präsenzeinzelunterricht. Sie bedeutet zugleich die Rückkehr des Unterrichts in die angestammten Unterrichtszimmer. Wir haben zur Sicherheit eine gewisse Anzahl von Plexiglasscheiben herstellen lassen, die nach Bedarf schützend zwischen Studierende/n und Lehrende/n gestellt werden können.

Es handelt sich bei diesen Stufen nicht um einen streng chronologischen Ablauf: Online-Unterricht und Masterclass-Unterricht etwa ergänzen sich. Und weder das „Erreichen“ der Masterclass noch des Präsenzunterrichts löschen damit die Möglichkeit des Online-Unterrichts aus. Auch werden die Stufen nicht in allen Fächern simultan erreicht. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass wir bei einer günstigen Gesamtentwicklung in vielen Studienfächern schon im Mai zum regelmäßigen Präsenzeinzelunterricht zurückgekehrt sein können. Zugleich aber ermöglicht uns die Etablierung dieses Stufenmodells, flexibel auf die Schwankungen der Gesundheitslage zu reagieren und den Unterricht den äußeren Bedingungen anzupassen.

Es ist klar, dass das Dreistufen-Modell und die Struktur unserer Übepraxis ursächlich miteinander verbunden sind: Je mehr wir an dieser Hochschule zur traditionellen Form des Präsenzeinzelunterrichts zurückkehren, umso mehr löst sich die strenge Studierende-Raum-Bindung auf. Damit geht dann auch eine zunehmende Auflösung der individuellen Isolation der Studierenden und Lehrenden und eine allmähliche Rückkehr zu einem – wenn auch geregelten – Miteinander einher. Die folgende tabellarische Aufstellung verdeutlicht diese innere Dynamik:
 

Dreistufen-Modell: Öffnung der Hochschule für Musik Freiburg in Corona-Zeiten

StufeUnterrichtsformMöglicher Beginn
(vorbehaltlich behördl. Erlaubnis)
Stufe 1
Üben in zugewiesenen Räumen der MH
zentraler Einlass, Desinfektion, nach Zeitplan
Unterricht digital/medialab 20.04.2020
Stufe 2
Üben in zugewiesenen Räumen der MH
Unterricht digital/medial
Masterclass in Sälen, 1x/Woche
ca. 1-2 Wochen später
Stufe 3
Zunehmend „freies“ Üben in der MH
ggf. Plexiglasscheiben als Schutz
Präsenzlehre in MH, ggf. Plexi-Schutz
Korrepetition + Kammermusik mit Abstand
ca. 2-4 Wochen später

 

Bei einer insgesamt positiven regionalen Entwicklung der Pandemie könnte dann in den letzten Semesterwochen – quasi als eine vierte Stufe – die Rückkehr zur Arbeit in und mit den Großensembles folgen.
 

Korrepetition / Kammermusik / Liedgestaltung / EMP

Die Fächer Korrepetition, Kammermusik, Liedgestaltung, EMP etc. stehen vor besonderen Herausforderungen, denn für sie ist die Übertragung ihrer Lehre in den online-Unterricht unter den derzeit uns zur Verfügung stehenden technischen Mittel kaum umzusetzen. Ich weiß von einigen Dozierenden dieser Fächer, dass sie ihren Instrumentalpart für ihre Studierenden zu Hause aufnehmen und verschicken. Und obwohl diese „Music-minus-one“-Aufnahmen niemals eine lebendige Begleitung ersetzen können, so versichern sie mir dennoch, dass diese Arbeit für sie und die Studierenden nicht sinnlos ist. Ein Unterricht, der weniger als sonst auf dem gemeinsamen Musizieren beruht, scheint auch die Möglichkeit zu eröffnen, gewisse andere Parameter, die mitunter aus Zeitgründen in den Hintergrund geraten, verstärkt in den Blick zu nehmen.

Für die erste Zeit bietet sich hier natürlich auch an, sich vermehrt auf die interpretatorische Arbeit zu konzentrieren. Ich bin überzeugt, dass die Arbeit im Duo (eventuell unter Verwendung des Plexiglasschutzes) schon bald wieder wird möglich sein – und die Korrepetitoren sich nicht auf eine lange Durststrecke instrumentalpraktischer Untätigkeit vorbereiten müssen. Für Lehrveranstaltungen, die körperliche Arbeit in und mit einer größeren Gruppe erfordern, etwa in den musikpädagogischen Studiengängen, insbesondere in der Elementaren Musikpädagogik aber auch in der Gesangsausbildung (Oper etc.) werden derzeit praktikable Lösungen gesucht.
 

Scheinerwerb (Credits) / Ensemblescheine etc.

Grundsätzlich gilt, dass die Studierenden die Scheine, die sie benötigen, in diesem Semester auch erwerben können müssen. Die Lehrenden werden hier versuchen, in jedem einzelnen Fall flexible und individuelle Lösungen zu finden. Die verantwortlichen Dozierenden werden sich diesbezüglich mit den Studierenden in Kontakt setzen. Alle Studierenden, die in diesem Semester einen Hochschulorchesterschein hätten erwerben sollen, werden dazu Gelegenheit bekommen. Da im Moment keine herkömmlichen Proben stattfinden können, ist angedacht, einen Scheinerwerb auf Grundlage einer Auseinandersetzung mit dem geplanten Orchesterrepertoire zu ermöglichen. Nähere Auskünfte werden vom Orchesterbüro im Mai erfolgen. Die Arbeit des Hochschulchors und der Big Band soll Ende April über die dann zur Verfügung stehenden Online-Möglichkeiten aufgenommen werden. Wie die Semesterarbeit abschließend zusammengefasst wird, wird im Laufe des Semesters entschieden.


IV Allgemeines

Urlaubssemester / Verlängerungssemester

Grundsätzlich kann jederzeit ein Antrag auf ein Urlaubssemester gestellt werden. Die Hochschulleitung ist sich der besonderen und oft schwierigen Lage, in der sich viele unserer Studierenden, vor allem aus nicht-europäischen Staaten befinden, bewusst. Der Antrag sollte allerdings immer individuell begründet sein und auf die besondere persönliche Situation eingehen. Es liegt nahe, dann einen Urlaubsantrag zu stellen, wenn eine Rückkehr aus dem Ausland nach Deutschland in absehbarer Zeit nicht sicher planbar erscheint. Man sollte sich hingegen gut überlegen, einen Antrag zu stellen, nur weil man derzeit fürchtet, dass das Semester verloren sein könnte. Ich hoffe sehr, dass auch der Präsenzunterricht an unserer Hochschule schon bald wieder wird aufgenommen werden können.

Anträge auf ein zusätzliches Semester (Verlängerungssemester) werden wir grundsätzlich wohlwollend behandeln. Dies gilt insbesondere bei Studierenden, die sich jetzt in ihrem Prüfungssemester befinden. Es sollen unseren Studierenden durch diese Krise keine Nachteile entstehen. Für Studierende eines Orchesterinstruments, die planen, ein Verlängerungssemester zu beantragen, gilt nach wie vor die Regelung, dass im zusätzlichen Semester ein weiterer Hochschulorchester-Leistungsnachweis zu erbringen ist.
 

Ausländische Studierende / Einreise / Quarantäne

Für alle ausländischen Studierenden, sowohl für die europäischen als auch die nicht-europäischen, gilt, dass Sie sich nach Ihrer Rückkehr nach Freiburg in eine zweiwöchige Quarantäne begeben müssen. Bei einer Einreise nach Deutschland in der nächsten und übernächsten Woche fiele somit die Quarantänezeit größtenteils mit Stufe 1, dem Online-Unterricht zusammen, das Ende der Quarantäne gleichsam mit dem Masterclass-Unterricht und damit mit der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Häusliche Quarantäne bedeutet, dass auch das Üben in der Hochschule nicht erlaubt ist.
 

Studiengebühren / Unterstützung / BAföG

Das Land Baden-Württemberg schließt einen Erlass der Studiengebühren für dieses Semester derzeit kategorisch aus. Die Hochschulen arbeiten gemeinsam daran, hier vom Land weitere Zugeständnisse zu erwirken. Zumindest ein Hilfsfond für Studierende scheint auf dem Weg zu sein. Ob das von der Musikhochschule Stuttgart eingeführte „Splitting“ eines Semesters wirklich eine Lösung sein kann, halte ich noch für fraglich. Eine Halbierung der Studiengebühren müsste in jedem Fall gesondert beim Ministerium beantragt und genehmigt werden. Zudem könnte das „Splitting“ zu langfristigen Verwerfungen im Deputatshaushalt der Lehrenden führen. Wir setzen auf die Kooperation mit den anderen Hochschularten (Universitäten, Fachhochschulen etc.), um unsere Forderungen zur Unterstützung der Studierenden durchzusetzen. Sollten hier alle Bemühungen scheitern, dann werden wir uns um standortspezifische Fördermöglichkeiten bemühen. Auf unserer Website finden sie die aktuellen Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende. Sie können sich in Notfällen immer auch an die Fördergesellschaft der Hochschule für Musik Freiburg wenden.
 

Lehrbeauftragte

Die Lehrbeauftragten an unserer Hochschule sind in besonderem Maße von der derzeitigen Krise betroffen, da sie ihren Lebensunterhalt nicht durch ihre Lehrtätigkeit hier bestreiten, sondern auch durch ihre Tätigkeit als freischaffende Musiker. Für viele unter ihnen ist mit der Coronakrise schlagartig ein wesentlicher Teil ihrer Einkommensbasis weggebrochen. Umso wichtiger ist es, dass sie sich auf ihr Einkommen durch ihre Tätigkeit als Lehrbeauftragte verlassen können. Aus dieser Perspektive betrachtet ist die Bereitschaft der Studierenden, sich auf das Angebot der Online-Lehre einzulassen, von besonderer Bedeutung. Auch die Lehrbeauftragten müssen die Möglichkeit haben, schon in den ersten Phasen des Semesters regelmäßig ihre Unterrichtsstunden geben zu können. Selbstverständlich wird der Unterricht, den die Lehrbeauftragten schon zwischen dem 1. und 20. April erteilt haben, auf ihr Deputat angerechnet werden. Zeigen Sie sich also mit unseren Lehrbeauftragten solidarisch – in diesem Semester noch mehr als in allen anderen!
 

Benutzung der Bibliothek

Die Bibliothek ist eingeschränkt von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr für Ausleihe und Rückgabe geöffnet. Zur Nutzung der Bibliothek kann die Hochschule auch außerhalb der eingeteilten Übezeit betreten werden, in begrenzter Anzahl und nur für den kurzen Zeitraum zur Abwicklung des Leihvorgangs. In der Bibliothek kann nur der Eingangsbereich betreten werden. Der Zugang zum Buchscanner erfolgt mit Anmeldung. Medien müssen per Mail unter folgender Adresse vorbestellt werden: bibliothek(at)mh-freiburg.de oder per Telefon 31915-13 / -27. Sobald Ihr Bestellwunsch für Sie bereitgestellt ist, erhalten Sie eine Mail. Erst im Anschluss daran kann die Ausleihe bzw. Mitnahme erfolgen. Neben der Bibliothek steht neu eine Medienrückgabebox, diese steht außerhalb der Öffnungszeit für die Rückgabe zur Verfügung. Literaturrecherche kann jederzeit angefragt werden.


V Zum Abschluss

Ich möchte mich abschließend noch etwas allgemeiner und grundsätzlicher zu dieser besonderen Ausnahmesituation und zu dem, was sie für unser Miteinander an der Hochschule bedeutet, äußern.

Wir sehen es in der Polarisierung medialer Positionen und erfahren es in unserem engeren Umfeld täglich, dass Menschen auf die pandemische Bedrohung sehr unterschiedlich reagieren: Das Thema ist stark mit persönlichen Sorgen, Ängsten, Lebenssituationen und Befindlichkeiten verbunden. Es lässt sich nicht ohne Weiteres einem „sachlichen“ Diskurs in emotionaler Distanz zuführen. Eine solche Situation befördert zwangsläufig ein Denken und Reden in Extrempositionen: Zwischen totalem Lockdown und totaler Liberalisierung und quasi einhergehend damit zwischen Vergötterung und Verteufelung der Digitalisierung scheint es keine Mitte zu geben, scheint kaum ein Kompromiss möglich.

Der Entschluss der Kultusministerkonferenz verlangt von den Hochschulen nun in der Sache aber genau das: In den komplexen Prozess eines vermittelnden, „kompromissfähigen“ Übergangs einzutreten. Es gilt, in die alten Strukturen zurückzukehren, obwohl sie mit den alten Mitteln derzeit nicht bedient werden können. Es gilt, die alte Maschine wieder anzuwerfen, während das Bedrohliche, was sie zum Stillstand bringen konnte, immer noch präsent ist.

Das ist in besonderem Maße für jene Studienfächer eine Herausforderung, die sich nicht mit einer gewissen inhaltlichen Stringenz ins Digitale transferieren lassen, die genuin auf eine handwerklich-haptische Praxis angewiesen sind – wie eben auch ganz besonders unsere Hochschulform, die Musikhochschulen. Wir müssen uns unmittelbar mit der Wiederaufnahme des Studienbetriebs aktiv um eine Balance bemühen – zwischen notwendigen Sicherheitsanforderungen und praktischen Notwendigkeiten des Studienbetriebs, zwischen der Verantwortung für die gesundheitliche Unversehrtheit aller Hochschulmitglieder und den Erwartungen der Studierenden an die Erfüllung des Bildungsauftrags, zwischen der Wiederherstellung der bewährten Lehr- und Kommunikationsformen und der kreativen Erschließung von ganz neuen Formaten: Am übernächsten Montag beginnt der Weg zurück in die Normalität unseres Studienbetriebs – und niemand weiß, wie lange er dauern und wie er uns verändern wird.

Diese Balance in der Sache erfordert in meinen Augen zwingend auch eine emotionale Balance im zwischenmenschlichen Umgang: Es gilt mehr denn je, unterschiedliche Positionen zu akzeptieren und die inhaltlichen und kommunikativen Konsequenzen, die aus ihnen erwachsen, zu respektieren. Niemand an dieser Hochschule sollte sich für seine inhaltlichen Vorbehalte und Präferenzen, für seine Zurückhaltung in der einen oder sein Engagement in der anderen Sache, für Sorgen und Ängste, für Elan und Kreativität rechtfertigen müssen. Unter den Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule gibt es solche, die eine Ansteckung in herausgehobenem Maße fürchten müssen, die an Asthma oder anderen Vorerkrankungen leiden, die Familienangehörige haben, die einer Risikogruppe angehören etc. Weder sie, noch diejenigen, die sich aus welchen Gründen auch immer von der gegenwärtigen Situation überfordert fühlen, sollten unter einen lähmenden Anpassungs- oder Offenbarungsdruck geraten. Wir können im kommenden Semester keine allgemein verbindlichen Vorgehensweisen und einheitlichen Vermittlungsformen erwarten – weder die Lehrenden, noch die Studierenden. Weder sind die Studierenden dazu verpflichtet, in der Hochschule zu üben, noch können von jedem Dozierenden alle unterschiedlichen Unterrichtsformen eingefordert werden. Kurz: Das nächste Semester erfordert von uns allen ein hohes Maß an Toleranz, Rücksicht und Milde.

Ich bin überzeugt davon, dass das kommende Semester so zu gestalten ist, dass es für die Lehrenden und für Sie, liebe Studierende, nicht verloren sein wird. Aber strukturell und methodisch einheitlich wird es dabei nicht zugehen können. Damit sei konstruktiver und sachlicher Kritik kein Riegel vorgeschoben: Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass in diesen, uns „angreifenden“ Zeiten die Etablierung einheitlicher Standards eben nicht nur aus technischen Gründen kaum gelingen kann. Lassen Sie uns also gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen – und dabei doch keine/n zurücklassen.

Herzlichst
Ihr Ludwig Holtmeier

 

Rundschreiben der Bibliothek (9. April 2020)

Liebe Lehrende und Studierende,

da die Bibliothek sowie die Hochschule bis zum 19. April 2020 geschlossen haben, möchten wir uns hiermit an Sie wenden, um Sie über die aktuellen Möglichkeiten der Mediennutzung zu informieren. In der gegebenen Situation ist es uns nicht möglich, Ihnen eine Nutzung vor Ort anzubieten. Wie wir bereits auf der Homepage bekanntgegeben haben, bieten wir Ihnen einen Scanservice an. Die Bedingungen finden Sie auf der Webseite. Wir helfen gerne bei der Recherche. Des Weiteren arbeiten wir daran unseren E-Book-Bestand zu erweitern. Bitte melden Sie sich bei Wünschen.

Das Passwort für die Naxos Datenbanken ändert sich immer zu Semesterbeginn. Normalerweise unterschreiben Sie an der Ausleihtheke, um das neue Passwort zu erhalten. Dies wird im Sommersemester nun neu strukturiert. Sie können sich auf der Lernplattform Glarean einloggen und dort über den Bereich Bibliothek die Mitgliedschaft in der Gruppe Naxos beantragen. Nach der Zustimmung können Sie sich dort das neue Passwort holen und dann im Anschluss die Datenbanken nutzen. Am 17. April 2020 wird das neue Passwort aktiviert.

Die Betreiber der Digital Concert Hall haben ebenfalls auf die neuen Gegebenheiten reagiert und bieten Ihre Datenbanken für einen unbestimmten Zeitraum insgesamt frei zugänglich an. Das heißt, die Datenbank kann ohne Account genutzt werden. Falls Sie bereits einen Account haben, kann dieser ohne Revalidierung weitergenutzt werden. Es gibt ein großes digitales Angebot. Begeben Sie sich einfach auf die Suche.

Die Volltext-Datenbank JSTOR hat ihr kostenfreies Angebot bis zum 30. Juni erweitert. Allen, die gerne mit Datenbanken arbeiten, wird der Zugang durch den Hochschul-Login erleichtert. Loggen Sie sich z. B. bei JSTOR ein, sollten alle Datenbanken, die Sie über unsere Homepage erreichen, für 24 Stunden ohne weiteren Login nutzbar sein. Die Links zu den Datenbanken finden Sie auf der Bibliotheksseite.

Die Bibliothek plant ab 20. April von Montag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr und am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr zu öffnen. Vorerst kann von den Studierenden und Lehrenden nur der Thekenbereich betreten werden. Alle gewünschten Ausleihen müssen per E-Mail vorbestellt werden (bibliothek(at)mh-freiburg.de). Sie erhalten eine Mail zur Bestätigung über Ihre Vormerkung. Erst nach Erhalt dieser Mail ist Ihr gewünschter Titel für Sie in der Bibliothek für 3 Ausleihtage reserviert.

Um einen Ansturm ab 20. April zu vermeiden und allen die Möglichkeit zu geben, die Noten in Ruhe und mit dem zurzeit nötigen Abstand zu anderen Personen abzugeben, wurden Ihre Leihfristen nochmals verlängert. Das neue Rückgabedatum ist der 7. Mai 2020.

Vor dem Eingang zur Bibliothek finden Sie neu eine Medienrückgabebox. Außerhalb der Öffnungszeiten können Sie dort Ihre Medien zurückgeben, bitte vollständig mit allen Stimmen.

Nun wünschen wir Ihnen frohe Ostern und hoffen und freuen uns auf ein Wiedersehen danach.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bibliotheks-Team

Rundschreiben des Rektor an die Studierenden (8. April 2020)

8. April 2020

Liebe Studierende,

viele von Ihnen haben sich in den vergangenen Wochen Möglichkeiten geschaffen, außerhalb der Hochschule zu üben. Für andere von Ihnen ist dies nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Wir gehen derzeit davon aus, dass wir ab dem 20. April 2020 die Hochschule in begrenztem Maße wieder für den Übebetrieb werden öffnen können. Dies allerdings unter den nötigen Sicherheitsvorkehrungen.

Wir werden jeweils eine bestimmte Anzahl von Studierenden einem Raum zuordnen, die dann zu jeweils festgelegten Zeiten diesen Raum nutzen können.

Weiterhin erwarten wir von allen, die die Hochschule betreten, eine Selbstverpflichtung zu infektionsvermeidenden Hygienemaßnahmen.

Ich appelliere in dieser Frage an Ihre Solidarität und akademische Kollegialität: Bitte überlegen Sie, ob Sie tatsächlich auf die Hochschule als Übeort angewiesen sind – oder ob Sie hinreichend andere Gelegenheiten haben, um damit Ihren Kommilitonen/innen größere Zeitkontingente zur Verfügung stellen zu können.

Sollten Sie einen Raum in der Hochschule für Übezwecke unbedingt benötigen, schreiben Sie bitte bis spätestens Dienstag, 14. April 2020 an: h.mammel(at)mh-freiburg.de

Über eine schnelle Rückmeldung würde ich mich sehr freuen. Wir sind dringend auf diese Informationen angewiesen, um in den komplexen Planungen weiterzukommen. Ausführliche Informationen zum Ablauf des Semester, insbesondere zur Ausgestaltung des Unterrichts erhalten Sie demnächst in einem gesonderten Schreiben.

Mit herzlichen Grüßen
Ludwig Holtmeier

Rundschreiben des Rektor an die Studierenden (31. März 2020)

31. März 2020

Liebe Studierende,

am morgigen Mittwoch hätte für Sie das diesjährige Sommersemester (für einige sogar: das Studium an unserer Hochschule überhaupt) begonnen. Derzeit gilt die landesweite Verordnung, wonach bis einschließlich 19. April 2020 an der Hochschule keine Lehrveranstaltungen und leider auch keine Übemöglichkeiten angeboten werden können. Es fällt mir natürlich schwer, Ihnen gegenüber von einer konkreten Tendenz und einer zu erwartenden Entwicklung zu sprechen, denn zu viel hängt tatsächlich davon ab, wie sich die allgemeine Gesundheitslage in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln wird. Ministerin Bauer hat in Ihrer heutigen Pressekonferenz aber ein klares Signal gegeben und einem sogenannten ‚Nicht-Semester‘ eine deutliche Absage erteilt. Deshalb gehe ich davon aus, dass das Semester tatsächlich ab dem 20. April wieder anlaufen wird, wenn auch (zumindest vorläufig) in einer anderen und mitunter eingeschränkten Form.

Wir sind in diesen Tagen an der Hochschule intensiv damit beschäftigt, online-basierte Alternativen für die Lehre bereitzustellen und unsere Lehrenden zu informieren und vorzubereiten. Die Umstellung auf digitale Lehre wird sicher nicht reibungslos vor sich gehen und nicht immer gleich optimal funktionieren: auch ab dem 20. April 2020 wird es Anlaufschwierigkeiten geben. Ich versichere Ihnen, dass wir seitens der Hochschulleitung und der Verwaltung unser Möglichstes tun, um diese Herausforderungen so gut wie möglich zu bewältigen. Gleichzeitig bitte ich Sie um Geduld und auch um konstruktive Rückmeldungen, wenn Sie hilfreiche und kreative Ideen haben, wie wir in der gegenwärtigen Situation vorankommen können.

Ich möchte Ihnen mit dieser Mail einige Informationen übersenden, damit Sie zumindest eine Perspektive haben, wie es in den kommenden Wochen weitergehen kann.

1. Für den instrumentalen Einzelunterricht sind wir auf der Suche nach Lösungen, die zumindest für die nächsten Wochen auch online praktikabel sind. Unser hauseigenes Videokonferenzsystem wird derzeit so ertüchtigt, dass es den Anforderungen zukünftig möglichst genügen kann. Sobald dieses System benutzbar ist, werden die Lehrenden ihre Online-Kommunikation über diese Plattform herstellen können. Wie der Einzelunterricht „auf Distanz“ in diesem Semester organisiert wird, ist mit dem jeweiligen Hauptfachdozierenden zu vereinbaren.

2. Die Gruppenunterrichte (Kleingruppen, Seminare, Vorlesungen, Übungen) werden wir, soweit technisch und inhaltlich möglich, über unsere Lernplattform koordinieren. Diese Veranstaltungen sollen ebenfalls ab dem 20. April beginnen. Die Veranstaltungen werden in den kommenden Tagen eingepflegt und stehen Ihnen dann hoffentlich ab Mitte des Monats zur Belegung und Einbuchung bereit. Wir werden Ihnen auch in dieser Angelegenheit nochmals genauere Informationen schicken.

3. Für einige von Ihnen stehen in diesem Semester Zwischen- oder Abschlussprüfungen an. Seien Sie versichert, dass wir im Austausch mit den Lehrenden und dem Prüfungsamt intensiv daran arbeiten, praktikable und faire Lösungen für diese Situation zu finden. Dass die zentralen Prüfungen stattfinden können, hat in den Planungen der Hochschulleitung eine sehr hohe Priorität. Aber auch hier muss ich Sie noch um etwas Geduld bitten, bis wir Ihnen mitteilen können, wie die Lösungen im jeweils konkreten Fall aussehen. Wir werden uns bei Ihnen melden, sobald wir Genaueres sagen können.

4. Für viele unter Ihnen stellen fehlende Möglichkeiten zum Üben derzeit eine große Schwierigkeit dar. Dieses Problem zu lösen, hat bei uns derzeit ebenfalls höchste Priorität. Seien Sie versichert, dass wir mit Hochdruck daran arbeiten, unterschiedliche Strategien zu entwickeln, die eine Nutzung der Hochschule als Ort der Übepraxis zulassen. Sollte die Situation es epidemologisch und rechtlich erlauben, werden wir im verantwortlichen Maße und unter Wahrung spezieller Sicherheitsvorkehrungen Übemöglichkeiten an der Hochschule wieder freigeben.

5. Die Hochschulbibliothek hat unterdessen die Leihfristen verlängert und bietet in dringenden Fällen einen Scanservice an. Aktuelle Informationen dazu finden Sie auf der Corona-Hauptseite. Bitte nutzen Sie aber auch – vor allem wenn Sie über einen Lehramtsstudiengang auch an der Universität immatrikuliert sind – die umfangreichen digitalen Angebote der Universitätsbibliothek.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen derzeit keine besseren Antworten geben kann. Wir haben es mit einer sich dynamisch verändernden Situation zu tun, auf die wir als Hochschule oft nur reagieren können. Seien Sie aber versichert, dass die Hochschulleitung für sehr unterschiedliche Szenarien vorausplant, um eine Lehrbetrieb zu ermöglichen, in dem Sie, das nicht-lehrende Personal und die Lehrenden gleichermaßen geschützt sind. Dass wir in absehbarer Zeit einen Mittelweg zwischen absoluter Einschränkung und absoluter Freiheit einschlagen müssen, davon bin ich überzeugt. Vieles wird sich ändern und lieb gewonnene Gewohnheiten werden – zumindest für einen Zeitraum – eine strengere Alltagsdisziplin als sonst verlangen. Aber weiter gehen wird es …

Bleiben Sie gesund und zuversichtlich. Wir sehen uns bald!

Mit herzlichen Grüßen
Ludwig Holtmeier
Rektor der Hochschule für Musik Freiburg

Rundschreiben der Bibliothek (30. März 2020)

30. März 2020

Liebe Lehrende und Studierende der Hochschule für Musik Freiburg,

wie Sie bereits wissen, ist aufgrund der aktuellen Situation die Hochschule bis zum 19. April geschlossen – dies schließt die Bibliothek mit ein. Da es Ihnen nicht möglich ist, Medien abzugeben, haben wir alle Ausleihen bis zum 23. April 2020 verlängert. Es sollten Ihnen also keine Mahngebühren entstehen. Wie immer können Sie Ihre Ausleihen über den Online-Katalog unter „Mein Konto“ einsehen. Falls ein Konto übersehen wurde und Ihnen in diesem Zeitraum doch Gebühren entstehen, werden wir diese selbstverständlich stornieren. Bitte kontaktieren Sie uns in einem solchen Fall per E-Mail (bibliothek(at)mh-freiburg.de).

Um Sie in dieser herausfordernden Zeit so gut es geht zu unterstützen, möchten wir Ihnen einen Scanservice anbieten. D. h. wir werden auf Anfrage im Rahmen des Urheberrechts Scans der benötigten Texte und Noten anfertigen und Ihnen per E-Mail zukommen lassen.

Bitte beachten Sie, dass das Urheberrecht den Scan vieler unserer Medien ausschließt. Gescannt werden können:

  • freie Werke
  • geschützte Werke geringen Umfangs (max. 6 Seiten bei Noten oder 25 Seiten bei einem Buch) und Zeitschriftenaufsätzen zum Zweck wissenschaftlicher Forschung
  • 75% eines geschützten Werkes zum Zweck wissenschaftlicher Forschung
  • 15% eines geschützten Werks zur Nutzung in einem digitalen Semesterapparat

Bei „freien Werken“ handelt es sich um Werke, deren Urheber vor 1950 verstorben sind. Viele Ausgaben eigentlich freier Werke sind allerdings dennoch geschützt, obwohl der Komponist bereits länger als 70 Jahre verstorben ist, da der Herausgeber sowie der Notendruck ebenfalls zu beachten sind. Urtext-Editionen und neue Ausgaben zum Beispiel sind 25 Jahre geschützt und dürfen nicht gescannt werden.

Wir arbeiten derzeit nicht in voller Besetzung und haben daher nur begrenzte personelle Kapazitäten für diesen Service zur Verfügung. Wir bitten Sie, dies hinsichtlich Ihrer Anfragen zu berücksichtigen und ausdrücklich nur in dringenden Fällen Scans anzufordern. Viele Prüfungen und Abgabefristen wurden verschoben, weshalb sich auch die Dringlichkeit in vielen Fällen verringert hat.

Falls Sie noch auf der Suche nach Literatur sind, helfen wir Ihnen auch gerne bei der Recherche. Ihre Anfragen senden Sie bitte an bibliothek(at)mh-freiburg.de oder Sie rufen uns an (0761 31915 -26/27).
 

Wir wünschen Ihnen alles Gute
Ihr Bibliotheks-Team
 

Rundschreiben des Rektors an die Mitarbeiter*innen (30. März 2020)

30. März 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am kommenden Mittwoch hätte das Sommersemester 2020 eigentlich beginnen sollen. Der Beginn wurde für die baden-württembergischen Musikhochschulen, wie Sie alle wissen, auf den 20. April 2020 verschoben. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist alles andere als sicher. Dennoch sollten von der Verschiebung des Vorlesungsbeginns der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg auf den 11. Mai 2020 keine Rückschlüsse auf ein generelles Vorgehen des Landes und auch auf unsere Hochschule gezogen werden. Auch die entscheidenden Instanzen der Landesregierung sehen inzwischen, dass eine an die Verschiebung des Vorlesungsbetriebs gekoppelte Schließung des gesamten Übebetriebs für die Musikhochschulen weitreichende Folgen hätte. Eine ganz zentrale Aufgabe unserer Hochschule bzw. unserer Hochschuleinrichtungen lässt sich eben nicht ins Digitale verlagern. Noch ist unklar, was das für die Musikhochschulen bedeutet. Vieles ist möglich. Sowohl eine Verlängerung des gegenwärtigen Shutdowns als auch eine partielle Öffnung für den Übebetrieb unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen. Auch ist keineswegs klar, ob das Semester bereits Anfang/Mitte Juli enden wird. In anderen Bundesländern wird bereits relativ offen von einer Verlängerung des Lehrbetriebs bis in den September hinein geredet. Auch diese Option sollte man bei allen persönlichen Planungen für den Sommer bedenken.

In der derzeit gültigen Corona-Verordnung (CoronaVO, Fassung vom 22. März) heißt es: „Der Studienbetrieb an den Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, der DHBW und den Akademien des Landes wird bis zum 19. April 2020 ausgesetzt; bereits begonnener Studienbetrieb wird bis zu diesem Zeitpunkt unterbrochen. Online-Angebote sind weiterhin möglich.“ Das heißt, dass grundsätzlich Online-Unterricht auch vor dem offiziellen Beginn des Studienbetriebs möglich ist. Diese Freiheit zum Online-Unterricht bedeutet aber natürlich nicht, dass die Lehrenden in der Planung des Unterrichts und ihrer Unterrichtszeiten völlig frei wären. Grundsätzlich ist ein Online-Unterricht vor dem 1. April, dem ursprünglichen Vorlesungsbeginn, nicht vorgesehen, und es kann auch nicht eigenmächtig ein „persönliches“ Ende des Sommersemesters festgelegt werden. Wann das Sommersemester in diesem Jahr endet, wird allein von der Landesregierung festgelegt.

Offen ist auch, ob die Aufnahmeprüfungen in diesem Jahr stattfinden werden und falls ja, in welcher Form. Eine bundesweite Umfrage unter allen Musikhochschulen hat ergeben, dass fast alle Musikhochschulen planen, Aufnahmeprüfungen durchzuführen. Dass die Aufnahmeprüfungen, sollten sie denn stattfinden, in diesem Jahr zu einem deutlich späteren Zeitpunkt terminiert werden müssten, scheint mir dabei so gut wie ausgemacht zu sein. Auch das sollten Sie bei Ihren Planungen für dieses Semester und diesen Sommer im Hinterkopf behalten. Neben der zeitlichen Verschiebung einer „traditionellen“ Aufnahmeprüfung unter erhöhten Sicherheitsbedingungen prüfen wir derzeit auch alternative Formen von Eignungsprüfungen, die zur Anwendung gelangen könnten, wenn eine traditionelle Aufnahmeprüfung nicht möglich wäre. Wir müssen damit rechnen, dass die Reisemöglichkeiten nach Deutschland sowohl innerhalb Europas als auch aus dem außereuropäischen Ausland für einen längeren Zeitraum eingeschränkt bleiben. Für eine Hochschule mit einer internationalen Bewerberschaft wie unsere hätte das weitreichende Konsequenzen, auf die es im Rahmen des Möglichen zu reagieren gilt.

Ein großer Teil des Unterrichts in diesem Semester wird online erfolgen. Nicht alle für dieses Semester geplanten Lehrangebote eignen sich für den Online-Unterricht. Sie können ihr Lehrangebot deshalb den neuen Bedingungen anpassen und ihre bereits angekündigten Lehrveranstaltungen auch jetzt noch ändern. Dazu gehen Sie bitte auf die Seiten des Digitalen Vorlesungsverzeichnisses und bearbeiten nach dem Login die Veranstaltungen, die Sie verändern möchten. Diese erscheinen dann aktualisiert auf der Homepage. Es sei hier daran erinnert, dass Sie auf all diese Dienste mit Hochschul-Login und Passwort (wie bei Ihrem Mailaccount) zugreifen können.

Wir arbeiten derzeit daran, die technischen Voraussetzungen für den Online-Unterricht für möglichst alle Lehrenden und Studierenden „hauseigen“ zur Verfügung zu stellen. Das zentrale Tool ist dabei unser hochschuleigenes Videokonferenzsystem „Conclave“. „Conclave“ ist dabei das Programm der Wahl vor allem für kleinere Gruppen mit ca. 10-15 Teilnehmern. Derzeit arbeiten wir daran, Conclave einsatzfähig zu machen – auch für den Einzelunterricht. Die Hochschule unterhält auch einen Streaming-Server, mit dem man Medieninhalte größerer Veranstaltungen, z.B. Vorlesungen streamen kann. Sobald das System einsatzfähig ist bzw. im Studienbetrieb getestet werden kann, werden wir ihnen eine detaillierte Benutzungsanleitung zukommen lassen.

Derzeit herrscht ein buntes Durcheinander bei der Nutzung von kommerziellen Online-Kommunikationsplattformen (Skype, Zoom etc.). Viele bestehende Systeme scheinen den aktuellen datenschutzrechtlichen Anforderungen des Landes nicht zu genügen. Wir haben das MWK um eine detaillierte Auskunft gebeten, was in der derzeitigen Situation erlaubt und was verboten ist. Eine Antwort steht noch aus. Viele dieser Anbieter stoßen zudem durch die derzeitige Nachfrage an ihre Kapazitätsgrenzen, was deren Praktikabilität und Ubiquität bereits jetzt deutlich einschränkt und auch zukünftig einzuschränken droht. Deshalb ist es im Interesse der gesamten Hochschule, dass eine umfassende E-Learning Plattform aufgebaut wird, die DSGVO-konform ist und jederzeit zuverlässig operiert. Daran arbeiten wir.

Bereits seit 2017 existiert unsere Lern-Plattform GLAREAN. Auch sie wird momentan der aktuellen Situation und dem erhöhten Bedarf angepasst. Sie ist auch der zentrale Ort für Informationen zum Online-Unterricht. Erstinformationen zur Arbeit mit der Plattform finden Sie unter https://glarean.mh-freiburg.de/goto_lehrplatt-form_cat_14404.html

Sie finden dort allgemeine technische und didaktische Empfehlungen sowie Informationen zu Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung mit Online-Elementen und Informationen zu relevanten Tools. Auf GLAREAN können grundsätzlich Foren eingerichtet, „interaktive“ Videos bereitgestellt werden, mit einem Etherpad können Dokumente gemeinsam bearbeitet werden etc. Die Anleitungen zum Umgang mit Online-Werkzeugen unterliegen momentan selbstverständlich einer gewissen Dynamik. Es lohnt sich also, regelmäßig nach Aktualisierungen zu schauen. Für alle Fragen, die sich zu den neuen Angeboten ergeben, steht ein Team aus Lehrenden und GLAREAN-Fachleuten bereit. Dieses Team ist auf Rückmeldungen angewiesen, um den Prozess optimieren zu können. Bei Fragen und Anregungen/Kritik wenden Sie sich bitte an die Kontaktadresse e-learning(at)mh-freiburg.de.

An dieser Stelle danke ich ganz nachdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Lehre, Verwaltung und Technik, die sich mit großem Einsatz um die Bereitstellung all dieser Lösungen kümmern. Digitale Produkte werden, das merken wir gerade ganz deutlich, erst durch Tests, durch Üben, durch schrittweise Verbesserungen richtig gut. Umso glücklicher bin ich, dass wir an der Hochschule ein Team haben, das sich dieser Herausforderungen motiviert und mit großer Fachkompetenz annimmt.

In Boccaccios Decamerone fliehen zehn junge Leute aus dem pestbefallenen Florenz und versammeln sich in einem dem Schrecken entzogenen „hortus conclusus“ in Fiesole. In der Isolation geben sie ihrem Tagesablauf eine feste Struktur – und sie erzählen einander Geschichten. Boccaccios Menschen greifen, zurückgeworfen auf sich selbst, aufs Elementarste zurück. Und zu diesem Elementarsten, Lebenserhaltenden gehört zentral die Kunst – in ihren archaischsten Formen: dem Geschichtenerzählen und dem Singen. Zustände wie im Florenz des 14. Jahrhunderts bleiben uns hoffentlich erspart. Aber Extremsituationen wie diese zeigen uns, heute wie damals, was im Leben wirklich zählt.

Herzlichst
Ludwig Holtmeier

Rundschreiben des Instituts für Musikermedizin (23. März 2020)

23. März 2020

Liebe Studierende und Kolleg*innen unserer Hochschule,

 

schon seit einigen Tagen haben uns die Folgen der Corona Krise auch als Hochschule erreicht.

Insbesondere Sie, liebe Studierende, sind durch die Schließung der Hochschule (einschließlich der Überäume) bis vorerst 19. April in Ihrer Freude auf den Semesterbeginn und der Lust auf das Musizieren und Lernen an der Hochschule ausgebremst.

Das tut uns allen natürlich sehr leid, auch wenn die Notwendigkeit der Maßnahmen unbestreitbar ist und wir Sie deshalb auch bitten möchten, diese streng einzuhalten.

Damit aber nicht nur Verbote und Begrenzungen ausgesprochen werden, sondern auch im Bereich Gesundheit und Musizieren Unterstützung angeboten wird, haben wir in den letzten Tagen mit unserem Team der Musikermedizin Texte, Audio- und Videoaufnahmen produziert und als Anregungen für Fitness, Üben und gute Laune auf die Seite Aktuelles der FIM Homepage gestellt.

Gerne können alle Interessierten auf unserer Webseite vorbeischauen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie daran Spaß haben und davon profitieren könnten!

 

Ihnen allen wünschen wir Glück und Gesundheit!
Prof. Dr. Claudia Spahn und das FIM-Team

 

Bei spezifischen Fragen erreichen Sie die Ambulanz des Freiburger Instituts für Musikermedizin telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 9.00 Uhr und 12.00 Uhr unter Tel. 0761 270 61610.

Rundschreiben des Rektors an die Mitarbeiter*innen (23. März 2020)

23. März 2020

Liebe Kolleg*innen,

die Hochschule ist inzwischen für den öffentlichen Verkehr gesperrt und auch die Verwaltung und der technische Dienst sind nur in einer Notbesetzung präsent. Der Kanzler ist – aus Österreich zurückgekehrt – sofort in Quarantäne gegangen und arbeitet wie viele andere auch von zu Hause aus. Wenn ich in meinem Büro allein am Schreibtisch sitze, höre ich manchmal Instrumentenklänge, dann folge ich den Tönen im Haus, dabei kommen sie doch immer nur von demselben Posaunist und demselben Akkordeonisten, die im strahlenden Sonnenschein und unter den blühenden Kirschen Tag für Tag vor der Hochschule üben. Die Hochschule selbst ist ganz verwaist und stumm. Es ist auf eine merkwürdige Art bedrohlich friedlich - eine unwirkliche Atmosphäre.

Am 17. März ist die neue Corona-Verordnung (CoronaVO) in Kraft getreten, durch die der Unterrichtsbetrieb bzw. Studienbetrieb an Schulen, Kindertageseinrichtungen und Universitäten bis zum 19. April einschließlich aufgehoben worden ist.

Viele unter Ihnen machen sich große Sorgen, vor allem natürlich die Studierenden und die Lehrbeauftragten. Der plötzliche Stillstand der gesamten Gesellschaft bedroht gerade die Freischaffenden, unsere Lehrbeauftragten, aber eben auch viele Studierenden, deren wirtschaftliche Grundlagen schlagartig weggebrochen sind bzw. immer weiter wegbrechen. Die Hochschulleitung ist sich dessen bewusst und sucht im Verbund mit den anderen Musikhochschulen nach Lösungen.

Derzeit müssen wir so planen, als werde der Studienbetrieb wie geplant am 20. April wieder aufgenommen. Wie ich schon in meinem letzten Rundbrief geschrieben habe, gehen wir davon aus, dass die Lehrdeputate der Lehrbeauftragten bis zum Ende des Semesters in dem für dieses Semester vereinbarten Umfang erfüllt werden können (evtl. auch unter Nutzung von Feiertagen bzw. der vorlesungsfreien Zeit). Die baden-württembergischen Musikhochschulen sind mit der Landesregierung im Gespräch und versuchen, insbesondere für die besondere Problemlage der Lehrbeauftragten zu sensibilisieren und Vorkehrungen für den Fall zu treffen, dass die Verordnung über den 19. April hinaus in Kraft bleibt. Den Lehrbeauftragten (wie natürlich allen anderen Lehrenden) die Möglichkeiten zu eröffnen, Ihren Unterricht online zu erteilen, kommt dabei sicherlich eine zentrale Rolle (s. u.).

Viele unserer Studierenden standen in den letzten Tagen vor sehr schwierigen Entscheidungen: Ist es besser, die (mitunter sehr teure) Heimreise nach Hause anzutreten, um dann wenigstens üben zu können, dabei aber das Risiko einzugehen, vielleicht nicht so leicht und schnell wieder einreisen zu können bzw. nach Ankunft in Deutschland in eine lange Quarantäne gezwungen zu sein? Oder soll man doch hier bleiben und dabei in Kauf nehmen, nicht oder nur eingeschränkt arbeiten zu können – und das für einen nicht absehbaren Zeitraum? Wir konnten und können den Studierenden diese schweren persönlichen Entscheidungen leider nicht abnehmen. Eine Garantie auf die Zukunft kann niemand geben. Die finanziellen Probleme unserer Studierenden fallen zwar formell nicht in den Verantwortungsbereich der Hochschulen, aber auch hier sucht die Hochschulleitung nach neuen Wegen, unterstützend wirken zu können. Auch die Frage, wie mit den bereits gezahlten Studiengebühren umzugehen ist, wird derzeit diskutiert und sicherlich einer landesweit einheitlichen Regelung zugeführt.

Musikhochschulen können – aus einer Vielzahl von Gründen – ihren Studienbetrieb nicht im gleichen Umfang wie die Universitäten kurzfristig auf Online-Unterricht ausrichten. Neben den rein technischen Problemen liegt das vor allem daran, dass die Gewährleistung der Studierbarkeit an unserer Hochschulart unauflöslich mit der Öffnung der Musikhochschulen als Orte der Übepraxis verbunden ist. Diese für unsere Hochschulart so spezifische Situation versuchen wir der Landesregierung gegenüber immer wieder herauszustellen. Dennoch sind natürlich auch an unserer Hochschule zahlreiche Inhalte online vermittelbar. Nach derzeitiger Planung werden Sie im Laufe dieser Woche ein Merkblatt erhalten, das die unterschiedlichen Möglichkeiten, Formate und Bedienungen unserer Online-Dienste zusammenfasst. Es sei hier besonders unseren IT-Spezialisten gedankt, wie all jenen Mitarbeiter*innen, die den Hochschulbetrieb in diesen Zeiten aufrechterhalten.

Die Zeiten verunsichern, weil ein Ende des momentanen Zustands nicht abzusehen ist. Dass er aber nicht ewig dauern wird, das zeigen die jüngsten Entwicklungen in China und Südkorea. Das sollte uns Mut machen. Jetzt geht es darum, zusammenzustehen und solidarisch zu handeln. Ich stehe Ihnen immer für alle Fragen zur Verfügung. Geben Sie auf sich Acht, halten Sie durch und bleiben Sie vor allem gesund!

 

Ludwig Holtmeier
Rektor der Hochschule für Musik

Rundschreiben des Rektors an alle Hochschulmitglieder (15. März 2020)

15. März 2020

Liebe Studierende, liebe Professor*innen und Dozent*innen, liebe Mitarbeiter*innen der Verwaltung, des technischen Dienstes und der Bibliothek,

 

mit Datum vom 13.03.2020 haben sich die Musikhochschulen Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Trossingen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus auf folgendes Vorgehen geeinigt:

1
Der Semesterbeginn des Sommersemesters wird auf Montag, den 20. April 2020 verschoben.
Bis dahin finden

  • kein Einzelunterricht, kein Unterricht in Kleingruppen und keine Seminare o. ä.,
  • keine Proben, Konzertveranstaltungen oder Prüfungskonzerte,
  • kein Üben in Räumen der Hochschule statt.

 

Die Hochschulgebäude dürfen für diese Zwecke bis einschließlich 19. April 2020 nicht genutzt werden. Zutritt zur Hochschule ist in diesem Zeitraum Mitgliedern und Angehörigen der Hochschule mit Ausnahme des nichtlehrenden Personals und den Mitgliedern der Hochschulleitung untersagt bzw. nur in Ausnahmefällen und nach vorheriger Rücksprache und Genehmigung (etwa zur Ausleihe von Instrumenten etc.) gestattet.

2
Grund für diese Maßnahme ist die übereinstimmende Einschätzung, dass sich der Erlass des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst zur Verschiebung des Vorlesungsbeginns auch auf Musikhochschulen bezieht, obwohl dort keine Vorlesungen mit großen Studierendenzahlen stattfinden.

3
Aus medizinischer Sicht entspricht die Situation im Einzelunterricht und in Ensemblesituationen in besonderem Maße einer Gefährdungssituation für die Ansteckung:

  • Das empfohlene Verhalten lautet, einen Körperabstand unter zwei Metern zu vermeiden. Dies ist jedoch häufig in der der Alltagspraxis des Einzelunterrichts nicht möglich.
  • Insbesondere in Unterrichtsfächern wie Gesang und Blasinstrumenten besteht eine erhöhte Gefahr der Tröpfcheninfektion, da bei der Tonproduktion das Atemwegssystem aktiv einbezogen ist.
  • Instrumentalpraxis bedeutet auch die Gefahr der Ansteckung über Instrumente, die von mehreren Personen berührt werden. Die intensive Nutzung von (vor allem Tasten-) Instrumenten unterstützt die Verbreitung des Virus. Insbesondere aus diesen Gründen werden die Überäume geschlossen.

4
An den baden-württembergischen Musikhochschulen studieren viele Menschen aus den vom Robert-Koch-Institut benannten Risikogebieten. Aus diesem, für unsere Hochschulart spezifischen Grund, ist ein vollständiges Ruhenlassen des Unterrichts- und Übebetriebs aus Sicht der Rektorate zum vorbeugenden Schutz aller geboten.

5
Die vor dem 20.04.2020 angesetzten Prüfungen und Prüfungskonzerte können nicht stattfinden. Nähere Informationen erfolgen zeitnah.

6
Die Bibliothek bleibt bis zum 20. April geschlossen. In Notfällen ist die Bibliotheksleitung zu kontaktieren.

7
Die Verwaltung bleibt bis zum 20. April 2020 geschlossen, d. h. es findet kein Publikumsverkehr statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sind telefonisch und per E-Mail erreichbar.

8
Alle Gremiensitzungen im Zeitraum bis zum 19. April 2020 sollten abgesagt werden bzw. „auf Distanz“ erfolgen.

9
In Bezug auf die Lehrdeputate der Lehrbeauftragten gehen wir aktuell davon aus, dass diese bis zum Ende des Semesters in dem für dieses Semester vereinbarten Umfang erfüllt werden können, evtl. auch unter Nutzung von Feiertagen bzw. der vorlesungsfreien Zeit.

10
Dienstreisen in die COVID-Risikogebiete werden bis auf Weiteres nicht genehmigt; bereits erfolgte Genehmigungen werden widerrufen. Alle Lehrenden, Studierenden und Forschenden, die aus den vom Robert-Koch-Institut eingestuften Risikogebieten zurückkehren, müssen eine zweiwöchige Selbstquarantäne einhalten.

 

Auch die Hochschulleitung fährt derzeit – nicht anders als die gesamte Gesellschaft – auf Sicht. Diese Maßnahmen gelten bis zum 19. April einschließlich. Wir werden Sie rechtzeitig darüber informieren, wie es danach weitergehend wird.

Ich bitte alle Mitglieder und Angehörige der Hochschule,

Informationen zur Durchführung der Lehre „auf Distanz“ bzw. zur Nutzung von Hochschuleinrichtungen „auf Distanz“ etc. werden wir Ihnen zukommen lassen bzw. auf unserer Website veröffentlichen.

Eine Ausnahmesituation wie diese haben wir alle wahrscheinlich noch nicht erlebt. Seien Sie versichert, dass die Hochschulleitung alles tun wird, um die Aufrechterhaltung des Studienbetriebs unter extremen Bedingungen und Belastungen zu erfüllen. Es gilt: Die Gesundheit geht vor. Wir stehen zusammen. Hoffen wir das Beste.


Mit herzlichen Grüßen und bleiben Sie gesund!
Prof. Dr. Ludwig Holtmeier

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