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Willkommen beim Institut für Neue Musik

Herzlich willkommen beim Institut für Neue Musik, das im Jahre 1964 von Wolfgang Fortner gegründet, dann von Klaus Huber ausgebaut und von Mathias Spahlinger weitergeführt wurde. Von 2009 bis Oktober 2017 war Cornelius Schwehr Institutsdirektor. Seit Oktober 2017 leitet Johannes Schöllhorn das Institut für Neue Musik.

Aktuelle Meldungen

Yang Song (Kompositionsstudentin bei Prof. Johannes Schöllhorn) gewinnt den Théodore-Gouvy-Preis 2019

Mit ihrem Werk "Déjà-vu" konnte Yang Song die Orchestermitglieder der Deutschen Radio Philharmonie überzeugen.

Im Anschluss an das Abschlusskonzert der Saarbrücker Komponistenwerkstatt 2019, wählten die Orchestermitglieder der Deutschen Radio Philharmonie Yang Song als Gewinnerin des Théodore-Gouvy-Preises 2019 des Eurodistricts SaarMoselle aus. Die Kompositionsstudentin von Prof. Johannes Schöllhorn konnte sich mit ihrem Stück  "Déjà-vu" gegen die vier weiteren Wettbewerbsteilnehmenden durchsetzen.

Weitere Informationen im Artikel auf der Webseite der Deutschen Radio Philharmonie.

Wir gratulieren!

Johannes Schöllhorn zu Gast bei SWR2

Der Leiter des Instituts für Neue Musik plaudert bei Treffpunkt Klassik extra mit Lydia Jeschke über das Komponieren und weitere Themen.

Die ganze Sendung finden Sie in der Mediathek des SWR.

Denkraum 2 „Musikalische Bildung im Hochschulkontext“

23. Januar 2019, 15 bis 17 Uhr, Institut für neue Musik, Raum 343

Prof. Dr. Wolfgang Lessing / Clemens K. Thomas

Eine holzschnittartige Bestandsaufnahme: Die künstlerische Ausbildung an deutschen Musikhochschulen legt viel Wert auf technische Perfektion und künstlerische Exzellenz und beschränkt sich im Instrumentalstudium zumeist auf die Reproduktion von historischen Werken. Die (vorgesehene) Rolle der Studierenden ist dabei weniger eine kreativ-schöpferische, als vielmehr eine kunsthandwerklich-technische. Die Interpretation Neuer Musik, genauso wie Komposition oder Improvisation werden als mögliche Spezialisierungen angeboten und laufen unter ferner liefen.

Wolfgang Lessing (Professor für Musikpädagogik) und Clemens K. Thomas (Kompositions-Student) diskutieren über die Möglichkeiten musikalischer Bildung im Hochschulkontext. Dabei wird der Versuch unternommen, einen differenzierteren Blick auf scheinbare Dichotomien (wie Spezialisierung und Interdisziplinarität, Gegenwarts- und Traditionsbezug, Kreativität und Technik) zu werfen.

Denkraum ist eine und offene Gesprächsreihe zu Fragen der Neuen Musik des Instituts für Neue Musik. In loser Folge werden aktuelle Themen der Neuen Musik präsentiert und zur Diskussion gestellt.

„Déjá vu“ erfolgreich

SONG Yang reüssiert in der Saarbrücker Komponistenwerkstatt

SONG Yang, Komponistin der Klasse Prof. Schöllhorn, wurde mit ihrem Stück „Déjá vu“ für die Saarbrücker Komponistenwerkstatt ausgewählt. Ihre Komposition wird am 7. Juni 2019 von der Deutschen Radiophilharmonie unter der Leitung von Manuel Nawri uraufgeführt und im Saarländischen Rundfunk (SR) ausgestrahlt.

Herzlichen Glückwunsch!

Freiburger Komponist erfolgreich in Köln

Ioannis Gerhard Paul gewinnt Sonderpreis beim Chopin-Klavier-Wettbewerb der HfMT Köln

Ioannis Gerhard Paul (Klasse Prof. Johannes Schöllhorn) hat beim Chopin-Klavier-Wettbewerb der HfMT Köln gemeinsam mit der Kölner Pianistin Ayane Tachiki den Sonderpreis des Instituts für neue Musik der HfMT Köln für sein neues Werk für Klavier solo erhalten.

Herzlichen Glückwunsch!

„Ripple“ für Guzheng und Orchester

Kompositionsauftrag für SONG Yang

SONG Yang (Studierende im Konzertexamen Klasse Prof. Johannes Schöllhorn) hat im Rahmen des „Gyeonggi Korean Orchestra International Musical Work Contest“ einen Kompositionsauftrag für ein Orchesterwerk erhalten. Ihr Werk „Ripple“ für Guzheng und Orchester wird am 17. November 2018 im Seongnam Arts Center in Gyeonggi (Südkorea) uraufgeführt.

Herzlichen Glückwunsch!

Meike Senker | Lecture Recital

Am Dienstag, 9. Oktober, präsentiert die Kompositionsstudentin des Instituts für Neue Musik zum Abschluss des FrauenFörderStipendiums der Musikhochschule Freiburgihr Werk *in für Ensemble

„Begreifst du denn nicht, daß Neusprech nur ein Ziel hat, nämlich den Gedankenspielraum einzuengen? Zu guter Letzt werden wir Gedankendelikte buchstäblich unmöglich machen, weil es keine Wörter mehr geben wird um sie auszudrücken. Jeder Begriff, der jemals benötigt werden könnte, wird durch exakt ein Wort ausgedrückt sein, dessen Bedeutung streng definiert ist und dessen sämtliche Nebenbedeutungen eliminiert und vergessen sind.“ (George Orwell 1984, 1949)

„Es zeigte sich, dass Männer wie Frauen nach dem Lesen von Texten mit generischem Maskulinum seltener Frauen gedanklich repräsentierten, Frauen also tatsächlich nicht mitgedacht wurden. Dies änderte sich bei der Verwendung verschiedener feministischer Varianten [...].“ (Anna Sieben, Julia Scholz (Queer-)Feministische Psychologien. Eine Einführung, 2012)

So leitet Meike Senker, die im Masterstudiengang Komposition bei Prof. Johannes Schöllhorn studiert, die Reflexion zu ihrem Werk  *in  (2017) ein. Sie spricht weiter:  … … … …  In der Komposition  *in  habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie man zu einem feministischen Thema komponieren kann. Ziel war es ein Stück zu schreiben, das sich als politisches Statement verstehen lässt, ohne jedoch von der eigentlichen Musik abzulenken. 

In den beiden vorangestellten Zitaten geht es um Sprache, die eine Wirklichkeit konstruiert. Statt Sprache verwende ich in meiner Komposition für ´Ensemble ohne Stimme´ inner- und außermusikalische Symbolik. Neben ihrer außermusikalischen Bedeutung tritt dieser Gebrauch von Symbolik in ein Spannungsverhältnis zur Musik. Der Einsatz von (nicht nur) musikalischen Symbolen lässt sich also gleichsam politisch denken: so wie Sprache eine Wirklichkeit konstruiert, werden die kompositorisch tragenden Symbole als im geschichtlichen Verlauf gewachsene Zuordnungen zum ideologischen Konstrukt. 

Das Stück ist als Auftragskomposition für das Essener Ensemble S201 entstanden und wurde im Rahmen des Open-Festivals im Februar dieses Jahres sowie beim Konzert „Junge Komponisten“ am 3.07.2018 aufgeführt. Das Ensemble zeichnet sich neben der außergewöhnlichen Besetzung durch eine Spezialisierung auf Improvisation und zeitgenössische Musik aus, die oft über das im Konzert gewöhnlich-zu-hörende Instrumentalspiel hinausgeht. 

Konzert am Dienstag, 9. Oktober, 20.00 Uhr

Lecture Recital zum Abschluss des Frauenförderstipendiums
der Hochschule für Musik Freiburg
Kammermusiksaal

MEIKE SENKER

*in  für Ensemble (2017)

mit dem Ensemble S201: Dimitry Stavrianidi, Flöte | Tamon Yashima, Englishhorn | Hyunjung Kim, Bassklarinette | Robert Wheatley, Cello | Filip Erakovic, Akkordeon | Itxaso Etxeberria, Klavier | Emanuel Wittersheim, E-Bass

Prof. Johannes Schöllhorn - Antrittskonzert am Freitag, 13. Juli um 19.30 Uhr

Der Komponist und Leiter des Instituts für Neue Musik präsentiert Werke aus den Jahren 1995 bis 2017

… ob es etwas wie „Neue Musik“ gibt?
„Ich denke nicht daran. […] Ich mache Musik: das Neugierig-Sein, das Entdecken, das Staunen, das Sich-selbst-überraschen-können, das Wagnis, das Auf-die-Klänge-warten-können, das Verstört-werden, das Auf-verrückte-Weise-genießen, das Etwas-bauen, das Denken-als-hohes-Vergnügen […] und ganz vieles mehr - das möchte ich nie missen.“ (Johannes Schöllhorn)
 
Mit Beginn des Wintersemesters 2017/2018 startete Johannes Schöllhorn seine Tätigkeit als  Kompositionsprofessor an der Musikhochschule Freiburg und übernahm zeitgleich die  Leitung des Instituts für Neue Musik. Am 13. Juli spannt er den Bogen über mehr als zwei Jahrzehnte seiner künstlerischen Arbeit: In seinem Antrittskonzert werden signifikante Kompositionen einzelner Schaffensperioden zu hören sein, interpretiert von Gastsolisten und dem Ensemble Aventure sowie Lehrenden und  Studierenden der Freiburger  Musikhochschule.

 

TERMIN

Freitag, 13. Juli 2018 um 19.30 Uhr
im Wolfgang-Hoffmann-Saal der Musikhochschule Freiburg
JOHANNES SCHÖLLHORN – ANTRITTSKONZERT

PROGRAMM
Werke von Johannes
Schöllhorn conductus (2010) für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier | a-self-same-song (2010) Version für Bassklarinette | reprise (2017) für Akkordeon | Damenstimmen (1995) für Sprecher(in) und Klavier | grisaille (2013) für Violoncello | canon per augmentationem in contrario motu (aus: Anamorphoses 2001-2010) für Klavier | red and blue (1999) für 6 Schlagzeuger

Shizuyo Oka Bassklarinette (ensemble recherche) | Ensemble Aventure | Séverine Ballon Violoncello | Katharina Kegler Klavier | Teodoro Anzellotti Akkordeon | Alfonso Gomez Klavier | Schlagzeugensemble der Hochschule für Musik | Studio für Elektronische Musik des Instituts für Neue Musik | Johannes Schöllhorn

Eintritt frei

WEITERE INFORMATIONEN
- Johannes Schöllhorn
- Institut für neue Musik der Hochschule für Musik Freiburg 

Hannes Seidl zu Gast im Institut für Neue Musik

Am Samstag, 7. Juli, spricht der Komponist über sein Werk „Es geht besser besser“. Aufführung am Vorabend durch das Ensemble Aventure

„Hannes Seidl hat ein feines Gespür für den alltäglichen Irrsinn, den wir Normalität nennen“, schreibt Bernd Leukert: „Der musikalischen Warenwelt, die als klingende Bedarfsartikel, als allgegenwärtige Klangkulisse oder primitive Werbeträger angeboten wird, begegnet er, indem er sich damit auseinandersetzt, mit gewitzter Antithese. Mit unbändiger Lust an der Groteske, vor allem aber am klugen Komponieren, treibt er mit uns Hörern sein bissig-fröhliches Spiel.”

Der 1977 geborene Komponist arbeitet betont selbst- und gesellschaftskritisch: Er untersucht grundlegende Bedingungen alltäglichen Handelns und analysiert scharfsinnig die soziale Funktion von Musik in der Gesellschaft. Buchstäblich jedes Lebenselement, kann Material, kann Gegenstand ästhetischer Betrachtung und Formung werden. Mittels eines breitgefächerten Spektrums künstlerischer Strategien schärft er die Wahrnehmung für vernachlässigte (akustische) Realitäten, lenkt so den Brennpunkt der Aufmerksamkeit auf das je aktuelle Sujet.

 

 

Gastsemiar am
Samstag, 7. Juli 2018, 10 bis 12 Uhr

in Raum 343 der Musikhochschule Freiburg
Hannes Seidl zur Uraufführung seines Werks „Es geht besser besser“
für das Ensemble Aventure

 

Konzert am
Freitag, 6. Juli 2018 um 20.00 Uhr
in der Elisabeth-Schneider-Stiftung
mit dem Ensemble Aventure

 

Weitere Informationen
- Hannes Seidl
- Ensemble Aventure

Zum Thema gemacht: Drei URAUFFÜHRUNGEN von Maingardt, Koumará und Krüger.

Am 25. Juni, im Gastkurs des Instituts für Neue Musik, reflektieren sie ihre neuesten Kompositionen.

Für den Vormittag des 25. JUNI 2018 hat Prof. J. Schöllhorn (Institutsleitung) die Komponistin Georgia Koumará und ihre Kollegen Matthias Krüger und Sergej Maingardt zu einem gemeinsamen Seminar eingeladen. Anlass ist das Konzert im Humboldtsaal des Freiburger Hofs an selbigem Abend. Hierfür hatte das Ensemble Inverspace ein Konzept entworfen, das sie „Flickering Shades II“ nennen. Die Begriffe „Flimmern“ und „Schattierung“ - so schreiben sie – „erzeugen zunächst starke Assoziationen zu visuellen Künsten oder zu Erscheinungen, denen das Auge im Alltag ausgesetzt wird. Die zweite Auflage von Flickering Shades möchte diese Eindrücke in ein auditives Erlebnis transformieren und setzt dabei auf die Weiterentwicklung der kammermusikalischen Verflechtung elektronischer und akustischer Instrumente.“ Diese Idee, herangetragen an Koumará, Krüger und Maingardt, faszinierte. Alle drei stellten sich dem Thema, sezierten es aus kompositorischer Sicht und experimentierten mit seinen Variablen. So entstanden drei neue, künstlerisch sehr individuell gefärbte Werke für das Ensemble.

 

GASTKURS am
25. JUNI 2018, 14.00 – 16.00 Uhr
in Raum 343 der Musikhochschule Freiburg
MAINGARDT | KOUMARÁ | KRÜGER
Sergej Maingardt, Georgia Koumará und Matthias Krüger
(Köln) zu ihren Uraufführungen durch das Ensemble
Inverspace am Abend des 25. JUNI 2018 um 20.00 Uhr im Freiburger Hof

 

WEITERE INFORMATIONEN
- Georgia Koumará
- Matthias Krüger
- Sergej Maingardt
- Ensemble Inverspace 

ZIKADEN. Performance an mehreren Orten der Stadt und in der Musikhochschule.

Spieltage am 23. und 29.06.2018

Am 23. Juni, an sieben Positionen rund um die Universität sowie am 29. Juni in der Musikhochschule präsentieren Studierende des Seminars „Instrumentales Musiktheater“ ihr Projekt „Zikaden“. Im Auftrag des Instituts für Neue Musik Freiburg unterrichtete Teresa Grebtschenko (Performerin, Schlagzeugerin) das genreübergreifende Fach auch im Sommersemester 2018. In diesem Jahr konfrontierte sie die Begriffe „Neue Musik“ und „Figurentheater“ miteinander, forderte auf, mit deren Festlegungen und Konnotationen, ihren Spielfeldern, ihrer Durchlässigkeit zu experimentieren. Zentrales Augenmerk sollte auf den Berührungspunkten der Kunstformen liegen. Gibt es Wechselverhältnisse? Lässt sich Interaktion provozieren, Synergie inszenieren?

Mit dem Ziel, singuläre Bühnenminiaturen zu entwerfen, modellierten die Teilnehmenden klingende Kreaturen. Kreaturen geeignet, mehr als Musikinstrument zu sein, befähigt, Counterparts im Rollenspiel zu übernehmen.

Drei Phasen bestimmten die Arbeitsprozesse. Der Anfang galt der Material- und Ideensuche … auf Schrottplätzen, in Bauhäusern, Kellern und andernorts. Dem folgte die Auseinandersetzung mit dem Gefundenem … dem Gewählten: Bei den Versuchen, Masken oder Figuren zu kreieren, stießen die Studierenden auf die Weigerungen des Materials. Quasi im Dialog entpuppten sich die erschaffenen Wesen als eigenwillige Charaktere mit individuell klanglichem, visuellem und theatralem Potential.

 

Termine
ZIKADEN
Samstag, 23.06.2018, 18.00 Uhr
Stadtmitte Freiburg, Ausgangspunkt: Gedenkbrunnen auf dem Platz der Alten Synagoge

Freitag, 29.06.2018, 17.00 Uhr
Musikhochschule Freiburg, Foyer

von und mit
Studierenden der Hochschule für Musik Freiburg: Daniel Chernov, Matthias Droll, YuYoung Jin, Nanae Kubo, David Auli Morales, Michael Murphy, Isabel Pardo, Ioannis Paul, Teresa Grebtschenko (Leitung)

 

weitere Informationen
http://teresagrebtschenko.com/cv.html

Klanginstallationen junger bolivianischer Studierender vom 6. bis 29. Juli 2018 im depot.K.

Midissage mit der Performance BOX von Telemach Wiesinger und Alexander Grebtschenko

Es ist ein Team junger Komponistinnen und Komponisten aus L a Paz, die vom Institut für Neue Musik eingeladen wurden, in Freiburg ihre Klanginstallationen zu präsentieren. Die Arbeiten entstanden im Rahmen ihrer künstlerischen Ausbildung an der „Casa Taller“, der einzigen Akademie für Komposition in Bolivien. Substantieller Bestandteil dieses zweijährigen Studiums sind dreiwöchige Gastworkshops pro Semester. International qualifizierte Expertinnen und Experten erweitern hier das Lehrangebot. Solch konzentrierte Projektphasen vertiefen die Sachkenntnis von Spezialthemen - insbesondere schärfen sie den Blick für die Diversität und Komplexität des Faches Komposition.

Alexander Grebtschenko, Leiter des Studios für Elektronische Musik des Instituts für Neue Musik Freiburg, unterrichtete im Jahr 2016 das Thema „Komponieren mit den Mitteln der Elektronik“. Neben der Grundlagenarbeit in den Modulen Akustik und Tontechnik, entwickelte und produzierte die siebenköpfige Ausbildungsklasse des Jahrgangs 2015-2017 unverwechselbar fantasievolle Objekte – sie alle spiegeln das Experimentieren mit Spielstrategien, interaktiven Skripten und performativem Denken.

„Casa Taller“ wurde im Jahr 2012 von vier jungen Komponistinnen und Komponisten gegründet. Primäres Anliegen des Leitungskollektivs Lluvia Bustos, Miguel Llanque, Canela Palacios und Sebastián Zuleta war es, einen physischen Ort für die Neue Musik in Bolivien zu schaffen, einen Ort zum Bündeln von Kompetenzen, zum Austausch mit Fachkolleginnen und -kollegen aus aller Welt, einen Ort zum Erarbeiten und Präsentieren aktueller Werke der jungen Generation. Rasch rückte ein zweites Ziel in den Mittelpunkt des Interesses: Die Gruppe begann, die erste Akademie für zeitgenössisches Komponieren in Bolivien aufzubauen. Erste Workshopkonzepte führten zum Entwurf eines zweijährigen Ausbildungsplans. Im Jahr 2017 absolvierten die ersten sieben Studierenden ihren künstlerischen Abschluss an der „Casa Taller“. Zudem entstand das Ensemble „Weed“, das 2014 das Album „Ulupika“ mit Stücken des Leitungsquartetts veröffentlichte. Eine weitere Publikation „Ulupika Vol.2“ stellt Werke der examinierten Studierenden vor.

 

Termine
dienstags und donnerstags 17-19 Uhr,
samstags und sonntags 14-17 Uhr
ERÖFFNUNG am Freitag, 6. Juli um 19 Uhr
MIDISSAGE am Samstag, 14. Juli um 19 Uhr

 

Klanginstallationen junger bolivianischer Komponisten |
Midissage: Telemach Wiesinger und Alexander
Grebtschenko »BOX – eine installative Performance«
Alexander Grebtschenko, künstlerische Leitung

 

Ort: depot.K
Lehener Straße 30

 

weitere Informationen
Alexander Grebtschenko, Leiter des Studios für Elektronische Musik des Instituts für Neue Musik Freiburg
https://www.mh-freiburg.de/institut-fuer-neue-musik/studio-fuer-elektronische-musik/

10 Jahre MEHRKLANG - Neue Musik in Freiburg. Zwei Uraufführungen Freiburger Studierender des Instituts für Neue Musik am 16.06.2018

Céline Steiner                                                 Maximilian Kutsche

MEHRKLANG, das ist eine koordinierende Plattform für Projekte der zeitgenössischen Musik in Freiburg. MEHRKLANG gibt Impulse, konzipiert und unterstützt Vermittlungsprojekte, entdeckt neue Spielstätten, entwickelt neue Veranstaltungsformate, unterstützt die Gründung von Nachwuchsensembles und tritt ein für ein offenes und anregendes Klima für die Musik unserer Zeit.

Für das Konzert zum 10jährigen Bestehen hat MEHRKLANG, als Gesellschaft für Neue Musik Freiburg e.V., einen Konzertort gewählt, der das Thema Zeit per Definition impliziert. Es ist die Archäologische Sammlung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Herderbau. Im Gebäude selbst, einem markanten roten Industriebau aus dem frühen 20. Jahrhundert, finden sich antike Originale und Abgüsse von griechischer, etruskischer und römischer Kunst.

Explizit bezieht sich das musikalische Programm des Abends auf die besonderen akustischen Verhältnisse des Ortes sowie auf die dort präsentierten Objekte. Eröffnet wird das Jubiläumskonzert durch Chorgesang mit Werken von P. Hindemith und O. Messiaen, weiter sind zu hören Bläsersoli sowie der erste Satz von I. Xenakis „Pléiades“ für sechs Percussionisten. Xenakis Musik – sie erklingt unter der Glaskuppel des Nord-Innenhofs - ist nach den sieben antiken Nymphen benannt, die auch Paten des bekannten Sternbilds sind. Inspiriert von den alten Skulpturen der Sammlung werden kurze Miniaturen von Studierenden des Instituts für Neue Musik uraufgeführt, und die Figuren zum Leben erweckt.

So korrespondiert das neue Werk „l´Envolant“ der Kompositionsstudentin Céline Steiner (Klasse Brice Pauset) mit dem „Barberinischen Faun“ und ist für Oboe und Violoncello geschrieben. Maximilian Kutsche (Klasse Cornelius Schwehr) komponierte die Miniatur „Sitzender Junge“ für Klarinette (in B) und Violoncello. Sie dialogisiert mit der Skulptur des „Spinario“, deutsch: des „Dornausziehers“.


Termine
Das Jubiläumskonzert am Samstag, 16. Juni 2018 findet in zwei Durchläufen und an drei Orten des Gebäudes statt:
19 Uhr Konzertdurchlauf 1
21 Uhr Konzertdurchlauf 2


Ort
Herderbau, Zugang zwischen Habsburgerstraße 114 und 116

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Mehrklang e.V. und der Archäologischen Sammlung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Mehrklang e.V. wird gefördert durch die Stadt Freiburg

Weitere Informationen

- Mehrklang e.V.
- Institut für Neue Musik Freiburg

Echo aus Montepulciano

„Echo aus Montepulciano“ ist ein gemeinsames kammermusikalisches Projekt der Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Musikhochschule Freiburg.

Eine Woche lang (vom 28.5.-2.6.) treffen sich Studierende und Lehrende der beiden Hochschulen zu einer Exkursion mit klassischer, neuer und neuester Musik in den einzigartigen Räumlichkeiten des Palazzo Ricci, dem Sitz der „Europäischen Akademie für Musik und darstellende Kunst“.

Rund 15 Instrumentalisten und 4 Komponisten beider Hochschulen erarbeiten gemeinsam neue und bestehende Werke und präsentieren diese in zwei verschiedenen Konzerten am 1. und 2. Juni in Montepulciano. Das Publikum wird vier Uraufführungen junger Komponisten erleben, ebenfalls Werke von Lisa Streich, Elliot Carter, Philippe Schoeller, Cornelius Schwehr und Johannes Schöllhorn, sowie Werke von Robert Schumann und Franz Schubert. Ebenfalls werden dort Performances auf der Basis von Yoko Onos Sammlung „grapefruit“ realisiert werden.

Aus Freiburg nehmen die Instrumentalistinnen Clara Casado, Céline Steiner und Ülker Tümer, die Komponisten Ioannis Paul, Clemens K. Thomas und  Peiyi Yang sowie Jan E. Kuhl zur Realisierung der Performances und analytischen Begleitung der aufgeführten Werke an der Exkursion teil. Prof. Dr. Florence Millet (Klavier, Kammermusik) von der HfMT Köln und Prof. Johannes Schöllhorn (Komposition) von der MH Freiburg werden die Exkursion betreuen und leiten.

Die einstudierten Werke werden anschließend in mehreren Konzerten der jeweiligen Hochschulen in Köln (mit Aachen und Wuppertal) und Freiburg wiederholt.


Weitere Informationen:
Europäische Akademie für Musik für Musik und Darstellende Kunst
http://www.palazzoricci.com

DENKRAUM

Projektstart im Institut für Neue Musik: DENKRAUM als offene Gesprächsreihe zu aktuellen Themen zeitgenössischer Musik

Prof. Dr. Rainer Nonnenmann (Köln)           Prof. Johannes Schöllhorn (Freiburg)

Erster Termin am
13.6.2018, 15.00-17.00

Institut für neue Musik, Raum 343

Denkraum 1  „Fremdmaterial“
- zum Komponieren mit Vorgefundenem -

Im Digitalzeitalter der schnellen Up- und Downloads scheint musikalisches Material jeglicher Herkunft, Medien, Epochen, Kulturen und Weltgegenden gleichberechtigt zur Verfügung zu stehen. Alles Fremde lässt sich als Eigenes anverwandeln, bearbeiten, transformieren, sampeln, mixen, kopieren… Doch strenggenommen gibt es für Komponisten kein Eigenmaterial, sondern nur Fremdmaterial. Denn alle Klänge, Instrumente, Notationsweisen, Techniken und Technologien sind immer schon vorhanden und auf verschiedenste Weisen historisch, kulturell, sprachlich, medial oder alltagsweltlich geprägt, überliefert und kontextualisiert. Primäre Aufgabe ist es daher, sich dieses durch fremde Zusammenhänge, Zwecke und Expressivität bereits mehr oder minder aufgeladene, womöglich „abgegriffene“ Material durch individuelle Strukturierung und Formung zu eigen zu machen, um es mit individuellem Sinn und Ausdruck zu laden. Von „Fremdmaterial“ zu sprechen macht nur Sinn, wenn solches in neuen kompositorischen Zusammenhängen eigens als „fremd“ kenntlich gemacht wird, indem es sich beispielsweise um Musik „fremder“ Komponisten und Herkunft mit jeweils anderer Stilistik handelt, oder um Klänge aus Alltag, Tonträgern und Medien mit entsprechend vom Kontext des eigenen Stücks signifikant abweichender Beschaffenheit. Spätestens seit John Cages radiophonem Stück „Williams Mix“ (1952) gibt es Musik mit Musik, Collage, Montage, Mashup. Interessanter als ausschließlich auf Fremdmaterial basierte Musik sind Kompositionen, denen es auf funktional neu bestimmte Relationen zwischen eigenen Setzungen und fremden Materialien ankommt. Im ersten Denkraum „Fremdmaterial“ werden verschiedene Aspekte solcher relational auf andere Musik bezogener Stücke präsentiert und gemeinsam diskutiert, die sich nicht zuletzt auf kanonisierte „Klassiker“ beziehen.

Denkraum ist eine neue und offene Gesprächsreihe zu Fragen der Neuen Musik des Instituts für Neue Musik. In loser Folge werden aktuelle Themen der Neuen Musik präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Kontakt:
Prof. Johannes Schöllhorn j.schoellhorn(at)mh-freiburg.de
Institut für Neue Musik der Musikhochschule Freiburg

Michael Obst zu Gast im Institut für Neue Musik

Am 26. April 2018 spricht der Komponist über sein neuestes Werk "Noctuelles" – Uraufführung am Vorabend durch das ensemble recherche

Wenn Synästhesie die Aktivierung eines Sinnes durch einen anderen bedeutet – so im Falle des Auslösens von Farbwahrnehmungen durch Tonsignale – dann kann Obsts künstlerisches Werk als synästhetisch inspiriertes gesehen werden: Allein seine Doppelqualifikation als Pianist (bei Alfons und Aloys Kontarsky) wie auch als Komponist (bei Hans Ulrich Humbert) u.a. im Studio für elektronische Musik der Musikhochschule Köln prägten sein musikalisches Denken grundlegend. So generiert Obsts forschender Umgang mit den Ausdrucksmöglichkeiten technischer Systeme eine expressiv-gestische Instrumentalfarbe - seine Kompositionen sprechen gleichermaßen von analytisch kalkulierter Konstruktion wie von intuitivem Experiment und kreativer Neugier. 

Zunächst rein elektronischen Kompositionen folgten Instrumentalwerke, teilweise mit Tonbandzuspielung oder Live-Elektronik. Seit Anfang der 90er Jahre setzte sich Obst intensiv mit den Paradigmen des Visuell-Dramatischen auseinander. Es entstanden Filmmusiken, Kammeropern und Opern. Kennzeichnend ist auch hier die Gleichberechtigung mehrerer Ebenen, ihr wechselseitiges Wirken auf den Gesamtprozess. Eric De Visscher (1996, 37) bezeichnet diese kompositorische Strategie als „synthetisches Musikdenken“: als vielschichtige Verknüpfung von künstlich produzierten (Klang-)Elementen, der Schaffung zusätzlicher virtueller Räume via Technik, von instrumental-musikalischer Ästhetik wie szenisch-dramatischer Bühnenkunst.

Michael Obst ist Professor für Komposition an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar.

Gastseminar am
26. APRIL 2018, 10.00 - 12 Uhr 
in Raum 343 der Musikhochschule Freiburg
Michael Obst spricht über sein neues Werk "Noctuelles".
Uraufführung durch das ensemble recherche
am Vorabend um 20 Uhr im Ensemblehaus

Internationaler Goethe-Preis für SONG Yang

Kompositionsstudentin (Klasse Prof. Johannes Schöllhorn) erhält internationalen Goethe-Preis des "Asian Composers Showcase 2018" in Tongyeong, Korea

Am 7. April 2018 gewann die Kompositionsstudentin des Instituts für Neue Musik (Klasse Prof. Schöllhorn) für ihr Stück "Thawing" (2017) den renommierten Preis des "Tongyeong International Music Festivals 2018" (TIMF). Mit dem neuen Werk für Guzheng, einer chinesischen Wölbbrettzither, und vier Streicher hatte sie sich beim "Asian Composers Showcase" beworben. Im Rahmen des Festivals fördert dieser dezidiert die zeitgenössische asiatische Musik junger Komponistinnen und Komponisten. Das Stück wurde durch das Ensemble des TIMF uraufgeführt. Zusätzlich zum diesjährigen Preisgeld erhält die Wettbewerbssiegerin einen Kompositionsauftrag für den „Asian Composers Showcase“ des Folgejahres.

Das Projekt wird finanziert und mitveranstaltet vom Goethe-Zentrum Korea.

„Bett und Sofa“

Studierende der Filmmusikklasse Prof. Cornelius Schwehr komponieren Tonspuren zu russischem Stummfilm aus dem Jahr 1927 | Livepräsentation am 24. April 2018 um 20 Uhr im Kammermusiksaal

Es ist eine Mischung aus Zuspielung und Live-Musik, die zu dem Film „Tretya meshchanskaya“ (englischer Filmtitel „Bed and Sofa“) von Abram Room (1894-1976) entstand. Im studentischen Team des Filmmusikstudios des Instituts für Neue Musik wurden ästhetische wie technische Optionen debattiert und ausgelotet. Kern dieses reflektiven Prozesses war prononciert das Verhältnis von Ton und Bild sowie die künstlerischen Spielarten seiner Wechselbeziehungen und Funktionsweisen.

Abram Rooms Filmstory spiegelt die multiplen revolutionären Umbrüche im Russland des frühen 20. Jahrhunderts. Subtil und doch nachdrücklich sucht das psychologische Kammerspiel die alarmierenden Widersprüche und Dysfunktionen der frühen sowjetischen Gesellschaft offenzulegen. Gleichermaßen sieht sich der Autor als Unterstützer staatlicher Kampagnen gegen das 20er-Jahre-Phänomen, die Verlockungen sexueller Freizügigkeiten tabufrei aufzuspüren und auszuleben.

Termin 

FilmLiveMusik
BETT UND SOFA
DI, 24. APRIL, 20.00 Uhr im Kammermusiksaal

Studio für Filmmusik | Karl Rauer, Klarinette | Ante Mamula, Akkordeon | Damjan Milosavljevic, Kontrabass | Sven Thomas Kiebler, Leitung

George E. Lewis im Institut für Neue Musik

Das Basler Ensemble „zone expérimentale“ präsentiert Werke von und mit dem Avantgardekünstler (Komponist und Posaunist) am Freitag, den 13. April 2018 in der Freiburger Musikhochschule

George E. Lewis, Edwin-H.-Case-Professor für ´Amerikanische Musik´ an der Columbia Universität (New York), suchte in seiner Instrumentalausbildung früh das Spiel mit den experimentellen Variablen des Jazz. Kompositionsstudien intensivierten diese Lust am Forschen und Wagen. Heute gilt er als Spezialist für intermediales Komponieren und Improvisation. Seine Werke sind in mehr als 150 Einspielungen dokumentiert. Sie umfassen u.a. elektronische wie computerbasierte Musik, mehrdimensionale Videos und Installationen sowie interaktive Ensemblearbeit und freies Klangdesign. 

Mit „zone expérimentale“ arbeitete George E. Lewis an ausnotierten und offenen Werken. Das Ensemble ist essentieller Bestandteil des 2009 gegründeten Studiengangs „Master of Arts in Spezialisierter Musikalischer Performance Zeitgenössische Musik“ an der Hochschule für Musik Basel. Unter der künstlerischen Leitung von Jürg Henneberger (Piano, Dirigieren), Mike Svoboda (Posaune) und Marcus Weiss (Saxophon) begleiten die Lehrenden die Studierenden in ihrer anspruchsvollen Zusatzausbildung. Hier bekommen junge Persönlichkeiten einen Rahmen, die sich gleichermaßen durch einen ausgeprägten Gestaltungswillen wie durch Virtuosität am Instrument auszeichnen. 

Gastkonzert
GEORGE E. LEWIS (USA)
FR, 13. APRIL, 19.30 UHR
Wolfgang-Hoffmann-Saal
in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Basel
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Werke von George E. Lewis
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zone expérimentale | Studierende der Hochschule für
Musik Basel FHNW MA SP Freie Improvisation | George E. Lewis, Leitung

Weitere Informationen  
GEORGE E. LEWIS
zone expérimentale

„clouds and sky“

Johannes Schöllhorn präsentiert sein Konzertstück für Klavier und Orchester im offenen Seminar am 7. Februar 2018

Anlass für die Betrachtung seiner Komposition „clouds and sky“ (2010) bietet die aktuelle Semesterveranstaltung von Alfonso Gomez „Notation, Technik und Ästhetik Neuer Klaviermusik“. Hier werden zahlreiche Werke und Texte der Klaviermusik ab 1945 analysiert. Im Sinne einer Übung werden zeitgenössische Notationsformen und Spieltechniken vermittelt. 

Da ist die Einladung an Johannes Schöllhorn, neuer Leiter des Instituts für Neue Musik seit Oktober 2017, naheliegend, die eigene kompositorische Arbeit zum Thema zu referieren. Zunächst wird eine hochqualifizierte Einspielung des 25minütigen Opus vorgestellt. Im Anschluss daran reflektiert der Komponist Entwicklungen und Entscheidungen aus dem Mikrokosmos der Werkentstehung. 

„clouds and sky“ ist inspiriert von einem der Venedig-Bilder James McNeill Whistlers „Clouds and Sky, Venice“ (1879/80). Durch seine hohe Abstraktion scheint es den Blick auf die Stadt erst zu eröffnen. Es wirkt eher als Fenster, mehr noch wie ein transparentener Vorhang, durch den hindurch zu schauen die Wahrnehmung von bisher Ungeahntem initiiert. 

Schöllhorns Konzertstück für Klavier und Orchester basiert auf der zwölften Nocturne in e-moll, Op.107 für Klavier von Gabriel Fauré, geschrieben im Jahr 1915. Zwar steht diese an der Grenze der Tonalität, überschreitet sie jedoch nicht, sondern verliert sich - vorgeblich - in der Unendlichkeit der Tonalität. Schöllhorn nun sucht eine faszinierend neue Sicht auf die Nocturne zu erzeugen - vornehmlich durch drei radikale Eingriffe gelenkt: Extreme Verlangsamung, gleich einer slow motion, imaginiert die Auflösung der harmonischen Gravitation. Die distinguierte Orchestration erschafft einen Raumklang, der nahezu still zu stehen scheint. Das Solo-Klavier klingt abgeklärt solitär und doch konturierend über allem/in allem. So entsteht eine Musik, die zugleich wie eine Ablichtung ihrer selbst ist. Eine Musik, die simultan - wie die heiße Luft über der Lagune von Venedig – ein irisierendes Abbild ihrer selbst erzeugt.

Termine

Dienstag, 30. Januar 2018 um 20 Uhr in Raum 117
Vortragsabend im Rahmen des Seminars „Notation, Technik und Ästhetik Neuer Klaviermusik“, Leitung Alfonso Gomez 

Mittwoch, 7. Februar 2018 von 11–13 Uhr in Raum 343
Seminar mit Johannes Schöllhorn und Alfonso Gomez zu „clouds and sky (2010), Konzertstück für Klavier und Orchester von Johannes Schöllhorn

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SONG Yang goes New York

Am 25. Januar 2018 Uraufführung von „Whale Fall“ beim Juillard School Focus! Festival

Erneuter Erfolg für SONG Yang, Kompositionsstudentin am Institut für Neue Musik im Fach Konzertexamen (Klasse Prof. Schöllhorn). Sie erhielt im Jahr 2017 einen Auftrag der „Juilliard School“, ein neues Werk für das „Focus! Festival 2018“ zu schreiben. Die renommierte New Yorker Ausbildungsinstitution für Künste eines breiten Spektrums stellte das diesjährige Event unter das Motto „China today: A Festival of Chinese Composition”.

Gemeinsam mit fünf weiteren Komponistinnen und Komponisten ist SONG Yang am 25. Januar 218 zur Uraufführung ihres Stücks „Whale Fall“ (2017) eingeladen. Ihr neues Stück für Flöte, Harfe und Kontrabass ist inspiriert vom Phänomen des Walfalls als eines existentiellen Beitrags zum Ökosozialsystem: Ein Walfall ist der Kadaver einer Familie von Wassertieren, der auf den Boden der Tiefsee gefallen ist. Hier schaffen sie komplexe, lokal begrenzte Biosysteme, die den Tiefseeorganismen über Jahrzehnte hinweg Nahrung liefern, die darüber hinaus die Gemeinschaftsstruktur des örtlichen Tiefseekollektivs kultivieren und erhalten. 

Mit mehr als 700 Veranstaltungen pro Jahr als essentieller Komponente des feinst differenzierten Unterrichtssystems fördert die „Juilliard School“ Talente aus Tanz, Schauspiel und Musik, erzieht zu höchstem künstlerischen Niveau. Dabei folgen die Lehrenden einem leidenschaftlichen Grundsatz: In dem Augenblick, in dem ein junger Mensch hier eintritt, besteht die Möglichkeit einer Blüte, eines Wunders. Gemeinsam erforschen wir diese Chance, schärfen die Selbsterkenntnis und ihren Einfluss auf die künstlerische Arbeit. Alle Studierenden hier sollten offen sein für diese Entwicklung, um die individuelle Kunst zu nähren, zu veredeln, ihr Leben zu geben, sie zum unverwechselbar Eigenen zu machen. 

Zeitgenössische Musik für Stimme

Salome Kammer zu Gast im Institut für Neue Musik am 19. Januar 2018

Experimentelle Musik … Schadet das der Stimme?  Kammer: Nein! Ich habe diese Musik jetzt sechs Wochen lang probiert und mir geht’s prächtig. Das ist sicher eine Frage der Technik. Aber es liegt auch daran, dass ich vor verrückten Sachen keine Angst habe. Wenn man Angst hat, dann verkrampft alles, dann gibt es zu viel Druck – und dann wird man anfällig. Meine Einstellung zu den Affekten und Emotionen muss stimmen, ich darf nicht nur so tun, als sei ich wütend, ich muss wütend sein, dann macht der Körper alles richtig. Der Tagesspiegel 15.01.2011

Am 19. Januar 2018 von 18:00 Uhr – 20:00 Uhr in Raum 343 gibt

die Expertin Salome Kammer ein Gastseminar zum Thema

Die menschliche Stimme in der Neuen Musik. 
Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten im 21. Jahrhundert

Salome Kammer eine großartige Sängerin zu nennen, wäre untertrieben. Sie ist vielmehr eine phänomenale Stimmakrobatin, die keine Grenzen zwischen Sprechen und Singen, Spiel und Ernst kennt. Süddeutsche Zeitung

Salome Kammers Universaltalent sprengt Grenzen. Ihr Repertoire kann nicht in Sparten und Fächer eingeordnet werden. Es umfasst Avantgarde-Gesang und virtuose Stimmexperimente, klassisches Melodram, Liederabende, Dada-Lyrik und Broadwaysongs. Ihre Bühnenpräsenz als singende Schauspielerin oder schauspielende Sängerin fasziniert bei musikalischem Kabarett ebenso wie in dramatischen Bühnenrollen des Sprechtheaters. Sie hat mit ihrer Stimme die Neue Musik der vergangenen Jahre geprägt und zahlreiche Werke uraufgeführt. Komponisten im In- und Ausland, darunter Helmut Oehring, Wolfgang Rihm, Georges Aperghis, Bernhard Lang, Isabel Mundry, Mauricio Sotelo und Carola Bauckholt schreiben Stücke für die Künstlerin, die mit ihrem extremen Ausdrucksreichtum und ihren unerschöpflichen stimmlichen Facetten zu neuen Produktionen anregt. Karsten Witt, Fortsetzung hier (externer Link)

Uraufführung von SONG Yangs "Thawing" beim "Tongyeong International Music Festival"

Neues Stück der Freiburger Kompositionsstudierenden am 7. April 2018 im Eventprogramm

Es gilt als eines der wichtigsten Musikereignisse im asiatischen Raum – jedes Jahr im Frühling begegnen sich seit seiner Gründung im Jahr 2002 Kapazitäten der Klassikwelt und junge, ambitionierte Talente aus Asien in der Küstenstadt Tongyeong, Korea. Mit der Ernennung Tongyeongs als Festivalzentrum (Geburtsort des Komponisten Isang Yun) widmeten die Gründungsmitglieder das Event dem koreanischen Künstler und späteren Wahlberliner. 

2013 installierten die TIMF-Verantwortlichen einen neuen programmatischen Akzent: Mit dem „Asian Composers Showcase“ sollte die zeitgenössische asiatische Musik ein exklusives Forum bekommen. Jährlich seit dem, lädt das Goethe-Zentrum Korea in seiner Funktion als Finanzier und Mitveranstalter zu einem „Call for Scores“ ein. Aus den eingereichten Originalkompositionen wählt eine international besetzte Fachjury vier Werke aus. Diese werden beim kommenden Tongyeong-Festival vom TIMF-Ensemble eingespielt und der Öffentlichkeit präsentiert. Auf Basis dieser Uraufführungen wird eines der Stücke mit dem „Goethe-Award“ ausgezeichnet. Zudem erhält die Komponistin/der Komponist einen hochdotierten Kompositionsauftrag für das „Asian Composers Showcase“ des Folgejahres.

SONG Yang, Studentin am Institut für Neue Musik (Klasse Prof. Schöllhorn, Konzertexamen) schrieb anlässlich des „Asian Composers Showcase 2017“ ihre neue Komposition „Thawing“ (2017). Wegen herausragender künstlerischer Qualität wurden in diesem Jahr von 35 eingereichten Werken ausnahmsweise fünf Kompositionen designiert - vier davon integrieren traditionelle asiatische Instrumente in ihre Besetzung. So arbeitet SONG Yang für „Thawing“ mit fünf Saiteninstrumenten: neben Violine, Viola, Cello und Kontrabass ist der Einsatz der Guzheng von substantieller Bedeutung, einer Wölbbrettzither mit langer Tradition in der klassischen chinesischen Musik.

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Die Entwicklung der zeitgenössischen Klaviertechnik

Livepräsentation und Diskussion mit Jean-Pierre Collot am 22.12.2017 ausgehend von Jean Barraqués Klaviersonate (1952)

22. Dezember 2017 um 18 Uhr im Kleinen Saal
Jean-Pierre Collot: Live-Präsentation der Klaviersonate von Jean Barraqué (1952)
Im Anschluss daran Seminar mit Diskussion:
„Die Entwicklung der zeitgenössischen Klaviertechnik“

Unter Kundigen der Musik des 20. Jahrhunderts hat die Klaviersonate von Jean Barraqué (1952) einen beinahe mystischen Ruf. Bereits in diesem - seinem ersten für gültig erklärten Stück - geht der Komponist auf Distanz zu bestimmten „Zwängen“ serieller Konzeptionsprinzipien. Die damit gewonnenen Freiheiten gewähren Barraqués Musik „eine fieberhafte Expressivität von packender Dramatik“ (KDG, Artikel J.B.). Zudem schafft er mit „Sonate“ eine für die Entstehungszeit völlig neue Gestalt: in einem einzigen, 44minütigen Verlauf werden zwei kontrastierende Formteile fortschreitend neutralisiert. Wegen ihrer komplexen Strukturen gilt die vielschichtig organisierte  Komposition als höchst anspruchsvoll - Aufführungen wie Aufnahmen haben Seltenheitswert. 

Jean-Pierre Collot, seit 2003 Mitglied des auf Neue Musik spezialisieren „ensemble recherche“, ist Experte der zeitgenössischen Pianistik. Bereits von 1993 bis 1996 arbeitete er intensiv im Team des „Ensemble Intercontemporain“. Als Solist konzertierte er mit zahlreichen Orchestern und Ensembles u.a. unter der Leitung von Pierre Boulez, Peter Rundel und Lucas Vis.  CD-Veröffentlichungen initiierten anregende Zusammenarbeit mit Komponisten wie Helmut Lachenmann, Salvatore Sciarrino, Hugues Dufourt - sein Repertoire umfasst Werke von Stefan Wolpe, Erich Itor Kahn, Brian Ferneyhough, Hans-Werner Henze, Karl-Heinz Stockhausen, Morton Feldman, Wolfgang Rihm, Hans Abrahamsen, Brice Pauset, Hector Parra und vielen anderen Komponisten der Gegenwart. Seit 2005 ist Jean-Pierre Collot Dozent der Ensemble-Akademie des ensemble recherche und des Freiburger Barockorchesters. Meisterklassen, Workshops und Vorträge zum Thema „Die Interpretation in der zeitgenössischen Musik“ führten ihn nach Russland, Uzbekistan, Georgien, in die Ukraine, nach Israel,  China, Südamerika sowie in die Vereinigten Staaten.

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FOKUS PHILIPPINEN

Feliz Anne Macahis, Jonas Baes und Alan Hilario diskutieren ihre kompositorischen Standpunkte, moderiert von Dieter Mack

Am Samstag, 25. November 2017 um 10 Uhr widmet sich das Institut für Neue Musik dem Thema des zeitgenössischen Komponierens auf den Philippinen im Rahmen eines Seminars. Anlass dazu bietet das Konzert des Vorabends mit demselbigen Titel FOKUS PHILIPPINEN, initiiert und ausgeführt vom „Ensemble Aventure“. Die Komponistin Feliz Anne Macahis sowie die Komponisten Jonas Baes und Alan Hilario sprechen zunächst über einzelne Werke und laden im Anschluss daran zur offenen Diskussion ein: zur Reflexion über Schnittmengen und Divergentes,  Interaktion und Wechselwirkung, über ästhetische und kulturelle Standortbestimmung, über Fragen zur politischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation der Philippinen. 

Moderation: Dieter Mack, Komponist und Musikethnologe
Koodination: Marie-Luise Calvero, Kompositionsstudentin am Institut für Neue Musik (Klasse Prof. Cornelius Schwehr)

Termin

FOKUS PHILIPPINEN – Gastseminar mit Feliz Anne Macahis, Jonas Baes, Alan Hilario und Dieter Mack

Samstag, 25. November 2017, 10 bis 13 Uhr (Raum 343, begrenzte Platzzahl)

Odyssee – eine Performance. Material von Homer mit Beckett erzählt

Uraufführung am 14. November im Kammermusiksaal der Musikhochschule

In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zum Synonym für eine lange Irrfahrt geworden oder – sinnbildlich gesprochen - für einen langen, mit Schwierigkeiten verbundenen Prozess. Er rekurriert auf die älteste und einflussreichste Dichtung der abendländischen Literatur, auf das dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos „Die Odyssee“ (erste Textüberlieferung etwa im 7./8. Jahrhundert vor Christus). In zunächst mündlicher Überlieferung gehört die Handlung zum Sagenkreis um den Untergang Trojas. Sie schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg.

Der zeitlos explosive Stoff, schließlich eine von Ingeborg A. Waldherr erstellte Materialfassung von verblüffenden Ausschnitten, gaben den Impuls für das Projekt der Freiburger Regisseurin. Zusammen mit dem Institut für Neue Musik und dem Filmmusikstudio Freiburg erstellte sie ein Team von zwei Kompositionsstudentinnen (Klasse Cornelius Schwehr), einer Schauspielerin und einem Schauspieler. In intensiver Arbeit an Themen und Strukturen, in raffiniertem Zusammenwirken von Text und Ton, von Technik und Bewegung im Raum entwickelte die Gruppe eine performative Gestalt zur Vorlage. Das Resultat ist die spannende Neuauflage des dem Mythos innewohnenden Beziehungsdramas, transferiert ins JETZT. 

Zweimal (s.u.) wird die Performance in Freiburg live aufgeführt. Im Frühjahr 2018 wird das Stück vom Institut für Neue Musik als Hörspiel produziert. 

Termine
14. November 2017, Kammermusiksaal der Musikhochschule Freiburg
18.30 Uhr Einführung der Regisseurin Ingeborg. A. Waldherr
19.30 Uhr „Odyssee - eine Performance. Material von Homer mit Beckett erzählt"
28. November 2017, Archäologische Sammlung der Universität Freiburg
19.30 Uhr „Odyssee – eine Performance. Material von Homer mit Beckett erzählt“ 

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft „Humanismus heute“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 

Mitwirkende

Studio für Filmmusik des Instituts für Neue Musik Freiburg
Ensemble des Instituts für Neue Musik Freiburg
Cello, Dimitris Pekas
Flöte, Marusa Groselji
Schlagzeug, David Auli
Komposition, Marie-Luise Calvero
Komposition, Vania Kourti-Papamoustou

Schauspiel
Penelope, Kaija Ledergerber
Odysseus, Ilja Baumeier
Choreografie, Thomas Elgner

Regie
Regieassistenz, Lion Koch
Regieleitung, Ingeborg A. Waldherr

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„Madame Lenin“ am 11. und 12. November im Südufer Freiburg

Eine Produktion von zeug und quer e.V. im Rahmen der Russischen Kulturtage 2017

Künstlerische Leitung: Clemens K. Thomas, Kompositionsstudent am Institut für Neue Musik und Mitbegründer von zeug und quer e.V.  



Im Rahmen der Russischen Kulturtage Freiburg präsentiert der junge Kulturverein zeug und quer e. V. das musiktheatrale Ritual „Madame Lenin“. In der 90-minütigen Performance wird die „Utopie“ der Revolution in Frage gestellt: Werden Revolutionen im Nachhinein verklärt? Übersehen wir bei allen Neuerungen (Utopie des „Neuen Menschen“, Technifizierung, Fortschrittsgedanke…) nicht die negativen Auswirkungen der Revolution? Und zusammen mit ihnen die auf der Strecke Gebliebenen, die vom Fortschritt Abgehängten, die in andere Richtung Strebenden, die NichtIdeologiekonformen…? 



Madame Lenin, „Protagonistin“ des gleichnamigen Stücks von Welimir Chlebnikow (1885-1922), ist gegen ihren Willen Insassin einer psychiatrischen Anstalt. Sie spricht nichts und meidet die anderen Menschen. Die Textvorlage ist konsequent als Introspektion angelegt - anstelle von handelnden Personen treten 13 verschiedene „Stimmen“. Sie geben die Sinneseindrücke und Gedanken Madame Lenins wieder. Ihr Inneres wird geäußert. Die Zuschauenden haben Teil an ihren Schmerzen, ihren Ängsten, ihrer Behandlung — und werden Teil Madame Lenins… 

Madame Lenin steht im Mittelpunkt einer musikalisch-szenischen Performance, die Übergänge und Grenzen auslotet: semantisch verständliche Sprache wird transrationaler Klang, „Normalität“ wird „verrückt“. Madame Lenin ist eine „Verrückte“ - zumindest in den Augen ihres behandelnden Arztes. Doch wann eigentlich wird Normalität zum Problem, das behandelt werden muss? Wann eigentlich wird Normalität „verrückt“?

Das Team

Vokalquartett

Juliane Stolzenbach-Ramos 

Julienne Mbodjé 

Steffen Schwendner

Linus Fischer

Streichquartett, Evenos-Quartett, Essen 

Klarinette, Daniela Kohler
Harfe, Magdalena Schiela (als Gast)
Gitarre, Robert Menczel (als Gast)
Blumentöpfe, Yuyoung Jin und Lukas Mühlhaus
Komposition

Boris Yoffe, Vertonung des zentralen Textes „Madame Lenin“ von Welimir Chlebnikow

Ruslan Khazipov, Vertonung des Textes von Andrej Platonow

Clemens K. Thomas, Vertonung des Textes von Daniil Charms

Organisation

zeug und quer e.V.

Idee und Konzept

Boris Yoffe 

künstlerische Leitung

Clemens K. Thomas



Termine

11. November 2017, 20 Uhr SÜDUFER Freiburg, Haslacher Straße 41

12. November 2017, 18 Uhr SÜDUFER Freiburg, Haslacher Straße 41

15. Dezember 2017 Berlin, 20 Uhr Hamburger Bahnhof, Eröffnungsveranstaltung des 
„D-bü Wettbewerb Studierender deutscher Hochschulen“ 

April 2018 Karlsruhe, Studio des Badischen Staatstheaters im Rahmen der 24. Europäischen Kulturtage „Umbrüche Aufbrüche - Gleiche Rechte für Alle“



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Madame Lenin – Teaser (mit Musik von Boris Yoffe)
Madame Lenin – Blog  

Madame Lenin - Podcast (eine Einführung in 4 Folgen)

Farzia Fallahs „tänzerisch an der Kante“ beim NOW!-Festival 2017

Uraufführung der Auftragskomposition am 5. November in der Philharmonie Essen

„NOW! Grenzgänger“ ist das Thema der diesjährigen Festivalausgabe und widmet sich der Musik des 21. Jahrhunderts, die mit Grenzen spielt … die Schranken als Weichenstellungen, Übergänge als Chancen begreifen will. So sind Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die sich in „Transitzonen“ bewegen: Manche reizt das Changieren zwischen Komposition und Jazzimprovisation, andere die Reibungsflächen zwischen außereuropäischer und europäischer Musiksprache, wieder andere die Synthese zwischen Musik und Bewegung, zwischen Musik und (laufendem) Bild.

Zu dem Konzert „Tongue oft the Invisible“ am 5. November lädt das Ensemble Musikfabrik ein. In drei Uraufführungen und einem Werk für improvisierenden Pianisten, Bariton und 16 Musiker geht es um Schnittstellen - auch - zwischen Kulturen von West und (Fern-)Ost. So z.B. finden sich persische Instrumente in dem Stück von Ehsan Ebrahimi - Liza Lim vertonte für ihr Werk Texte des im 14. Jahrhundert lebenden Sufi-Poeten Hafez.

Farzia Fallah, Studentin am Institut für Neue Musik Freiburg (Klasse Johannes Schöllhorn) hingegen, ist fasziniert von Kippmomenten. „Für mich ist dies atemberaubend“, schreibt sie und stellt eben solche in den Fokus der neuen Komposition: das tänzerische Gehen an der Kante des Kippens, der instabile Augenblick in der Entstehung eines Mehrklangs … wenn man die Spannung im Instrument spürt. Die Fragilität des Klangspektrums, wenn die Luftsäule / die Saite noch unentschieden zwischen Teiltönen pendelt … verschiedene Farben auslotet. Oder auch der Augenblick des Umkippens, wenn das jeweils Andere ausgeschlossen wird.

Termin
5. November 2017, 17 Uhr Uraufführung von „tänzerisch an der Kante“
im Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen

Kompositionsauftrag der Philharmonie Essen und des Ensemble Musikfabrik

Im Rahmen des Festivals „NOW! Grenzgänger 2017“, veranstaltet von der Philharmonie Essen, des Ensemble Musikfabrik und der Plattform für Transkulturelle Musik

Besetzung

für Ensemble (Flöte, Klarinette, Horn, Tuba, Schlagzeug, Klavier, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass): Mitglieder des Ensemble Musikfabrik
Komposition: Farzia Fallah

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SONG Yang mit neuem Werk beim China Shanghai International Arts Festival (CSIAF)

Das multimediale Musiktheaterstück „Der Hungerkünstler“ wird am 21. Oktober in Shanghai uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung ist am 3. November in Köln.

SONG Yang, Kompositionsstudentin am Institut für Neue Musik Freiburg (Klasse Johannes Schöllhorn) erhielt den Auftrag des renommierten Festivals in der Sektion R.A.W.! (Rising Artists´ Work). Seit 2012 versteht sich das Projekt als „work station“ und Bühne für künstlerische Aktivitäten junger Köpfe. Vom 21. bis 28. Oktober sammeln sich hier kreative Ideen aller Genres, wird experimentiert und konkretisiert. Mit R.A.W.! fokussiert das CSIAF die internationale zeitgenössische Kunst parallel zu seinem Engagement für Werke der klassischen Sparten. Das einzige staatliche „International Arts Festival“ Chinas bietet jährlich - nun im 18. Jahr in Folge – über einen Monat ein breites Spektrum an hochqualifizierten Veranstaltungen mit Kunstschaffenden aus aller Welt. Erklärtes Ziel ist es, den kulturellen Austausch im Land und über alle Grenzen Chinas hinaus zu beleben und zu bereichern.

SONG Yangs neue Performance basiert auf Kafkas Kurzgeschichte „Der Hungerkünstler. In fünf Szenen interagiert ein Team von Mitgliedern des „Ensemble hand werk“, dem Schauspieler Hendrik Vogt sowie der Mediendesignerin Ashley Morgan. In komplexem Zusammenwirken von musikalischer und schauspielerischer Darstellung, von vorproduziertem Filmmaterial wie auch Realzeitvideos sucht die Komponistin einen Raum zu schaffen, der alle Sensoren öffnet: eine Erfahrung multidimensionaler Perzeption.

Termine
21. Oktober 2017, 19.15 Uhr Uraufführung „Der Hungerkünstler“ im Duanjun Theater, Shanghai
22. Oktober 2017, 14.30 Uhr zweite Aufführung „Der Hungerkünstler“ im Duanjun Theater, Shanghai
3. November 2017, 19.30 Uhr Deutsche Erstaufführung „Der Hungerkünstler“ in der Kunst-Station Sankt Peter, Köln

Besetzung
Hendrik Vogt, Schauspiel
Ensemble hand werk (Flöte, Saxophon, Cello, Klavier, Schlagzeug)
Ashley Morgan, Mediendesign
SONG Yang, Komposition

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Klaus Huber (1924-2017)

Die Hochschule für Musik Freiburg und das Institut für Neue Musik trauern um Klaus Huber.

Foto: Harald Rehling

Der Komponist und  langjährige Leiter des Instituts für Neue Musik verstarb am Montag den 2. Oktober an seinem italienischen Wohnsitz.

Klaus Huber war eine Persönlichkeit, die die Freiburger Hochschule nachhaltig geprägt hat. Er hat über viele Jahre überaus erfolgreich eine Kompositionsklasse unterrichtet. Sein Unterricht war inspirierend für eine ganze Generation Komponisten aus der ganzen Welt, die heute auf vielfältige Weise das Leben der Neuen Musik gestalten und seine Arbeit fortführen.

Er hat das Institut für Neue Musik, in regem Austausch mit allen Bereichen der Hochschule und vielen Institutionen außerhalb, geleitet; – alle führenden Komponisten unserer Zeit waren in Freiburg zu Gast und bereicherten das kulturelle Leben der Hochschule und der Stadt.

Klaus Hubers Werke werden auf der ganzen Welt und in allen bedeutenden Konzerthäusern aufgeführt. Wir verlieren mit ihm einen der großen Komponisten und Lehrer unserer Zeit.

Sein Geist ist in uns lebendig und eine bereichernde Verpflichtung für die Zukunft.

Johannes Schöllhorn

Institut für neue Musik
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