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Willkommen beim Institut für Neue Musik

Herzlich willkommen beim Institut für Neue Musik, das im Jahre 1964 von Wolfgang Fortner gegründet, dann von Klaus Huber ausgebaut und von Mathias Spahlinger weitergeführt wurde. Von 2009 bis Oktober 2017 war Cornelius Schwehr Institutsdirektor. Seit Oktober 2017 leitet Johannes Schöllhorn das Institut für Neue Musik.

Aktuelle Meldungen

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08.11.2017
FOKUS PHILIPPINEN

Feliz Anne Macahis, Jonas Baes und Alan Hilario diskutieren ihre kompositorischen Standpunkte, moderiert von Dieter Mack

Am Samstag, 25. November 2017 um 10 Uhr widmet sich das Institut für Neue Musik dem Thema des zeitgenössischen Komponierens auf den Philippinen im Rahmen eines Seminars. Anlass dazu bietet das Konzert des Vorabends mit demselbigen Titel FOKUS PHILIPPINEN, initiiert und ausgeführt vom „Ensemble Aventure“. Die Komponistin Feliz Anne Macahis sowie die Komponisten Jonas Baes und Alan Hilario sprechen zunächst über einzelne Werke und laden im Anschluss daran zur Diskussion ein: zur Reflexion über Schnittmengen und Divergentes, über Interaktion und Wechselwirkung, über kulturelle Standortbestimmung und … . 

Moderation: Dieter Mack, Komponist und Musikethnologe
Koodination: Marie-Luise Calvero, Kompositionsstudentin am Institut für Neue Musik (Klasse Prof. Cornelius Schwehr)

Termin

FOKUS PHILIPPINEN – Gastseminar mit Feliz Anne Macahis, Jonas Baes, Alan Hilario und Dieter Mack

Samstag, 25. November 2017, 10 bis 13 Uhr (Raum 343, begrenzte Platzzahl)

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Uraufführung am 14. November im Kammermusiksaal der Musikhochschule

odysee

In vielen Sprachen ist der Begriff „Odyssee“ zum Synonym für eine lange Irrfahrt geworden oder – sinnbildlich gesprochen - für einen langen, mit Schwierigkeiten verbundenen Prozess. Er rekurriert auf die älteste und einflussreichste Dichtung der abendländischen Literatur, auf das dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos „Die Odyssee“ (erste Textüberlieferung etwa im 7./8. Jahrhundert vor Christus). In zunächst mündlicher Überlieferung gehört die Handlung zum Sagenkreis um den Untergang Trojas. Sie schildert die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka und seiner Gefährten auf der Heimkehr aus dem Trojanischen Krieg.

Der zeitlos explosive Stoff, schließlich eine von Ingeborg A. Waldherr erstellte Materialfassung von verblüffenden Ausschnitten, gaben den Impuls für das Projekt der Freiburger Regisseurin. Zusammen mit dem Institut für Neue Musik und dem Filmmusikstudio Freiburg erstellte sie ein Team von zwei Kompositionsstudentinnen (Klasse Cornelius Schwehr), einer Schauspielerin und einem Schauspieler. In intensiver Arbeit an Themen und Strukturen, in raffiniertem Zusammenwirken von Text und Ton, von Technik und Bewegung im Raum entwickelte die Gruppe eine performative Gestalt zur Vorlage. Das Resultat ist die spannende Neuauflage des dem Mythos innewohnenden Beziehungsdramas, transferiert ins JETZT. 

Zweimal (s.u.) wird die Performance in Freiburg live aufgeführt. Im Frühjahr 2018 wird das Stück vom Institut für Neue Musik als Hörspiel produziert. 

Termine
14. November 2017, Kammermusiksaal der Musikhochschule Freiburg
18.30 Uhr Einführung der Regisseurin Ingeborg. A. Waldherr
19.30 Uhr „Odyssee - eine Performance. Material von Homer mit Beckett erzählt"
28. November 2017, Archäologische Sammlung der Universität Freiburg
19.30 Uhr „Odyssee – eine Performance. Material von Homer mit Beckett erzählt“ 

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft „Humanismus heute“ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 

Mitwirkende

Studio für Filmmusik des Instituts für Neue Musik Freiburg
Ensemble des Instituts für Neue Musik Freiburg
Cello, Dimitris Pekas
Flöte, Marusa Groselji
Schlagzeug, David Auli
Komposition, Marie-Luise Calvero
Komposition, Vania Kourti-Papamoustou

Schauspiel
Penelope, Kaija Ledergerber
Odysseus, Ilja Baumeier
Choreografie, Thomas Elgner

Regie
Regieassistenz, Lion Koch
Regieleitung, Ingeborg A. Waldherr

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Eine Produktion von zeug und quer e.V. im Rahmen der Russischen Kulturtage 2017

Künstlerische Leitung: Clemens K. Thomas, Kompositionsstudent am Institut für Neue Musik und Mitbegründer von zeug und quer e.V.  



Im Rahmen der Russischen Kulturtage Freiburg präsentiert der junge Kulturverein zeug und quer e. V. das musiktheatrale Ritual „Madame Lenin“. In der 90-minütigen Performance wird die „Utopie“ der Revolution in Frage gestellt: Werden Revolutionen im Nachhinein verklärt? Übersehen wir bei allen Neuerungen (Utopie des „Neuen Menschen“, Technifizierung, Fortschrittsgedanke…) nicht die negativen Auswirkungen der Revolution? Und zusammen mit ihnen die auf der Strecke Gebliebenen, die vom Fortschritt Abgehängten, die in andere Richtung Strebenden, die NichtIdeologiekonformen…? 



Madame Lenin, „Protagonistin“ des gleichnamigen Stücks von Welimir Chlebnikow (1885-1922), ist gegen ihren Willen Insassin einer psychiatrischen Anstalt. Sie spricht nichts und meidet die anderen Menschen. Die Textvorlage ist konsequent als Introspektion angelegt - anstelle von handelnden Personen treten 13 verschiedene „Stimmen“. Sie geben die Sinneseindrücke und Gedanken Madame Lenins wieder. Ihr Inneres wird geäußert. Die Zuschauenden haben Teil an ihren Schmerzen, ihren Ängsten, ihrer Behandlung — und werden Teil Madame Lenins… 

Madame Lenin steht im Mittelpunkt einer musikalisch-szenischen Performance, die Übergänge und Grenzen auslotet: semantisch verständliche Sprache wird transrationaler Klang, „Normalität“ wird „verrückt“. Madame Lenin ist eine „Verrückte“ - zumindest in den Augen ihres behandelnden Arztes. Doch wann eigentlich wird Normalität zum Problem, das behandelt werden muss? Wann eigentlich wird Normalität „verrückt“?

Das Team

Vokalquartett

Juliane Stolzenbach-Ramos 

Julienne Mbodjé 

Steffen Schwendner

Linus Fischer

Streichquartett, Evenos-Quartett, Essen 

Klarinette, Daniela Kohler
Harfe, Magdalena Schiela (als Gast)
Gitarre, Robert Menczel (als Gast)
Blumentöpfe, Yuyoung Jin und Lukas Mühlhaus
Komposition

Boris Yoffe, Vertonung des zentralen Textes „Madame Lenin“ von Welimir Chlebnikow

Ruslan Khazipov, Vertonung des Textes von Andrej Platonow

Clemens K. Thomas, Vertonung des Textes von Daniil Charms

Organisation

zeug und quer e.V.

Idee und Konzept

Boris Yoffe 

künstlerische Leitung

Clemens K. Thomas



Termine

11. November 2017, 20 Uhr SÜDUFER Freiburg, Haslacher Straße 41

12. November 2017, 18 Uhr SÜDUFER Freiburg, Haslacher Straße 41

15. Dezember 2017 Berlin, 20 Uhr Hamburger Bahnhof, Eröffnungsveranstaltung des 
„D-bü Wettbewerb Studierender deutscher Hochschulen“ 

April 2018 Karlsruhe, Studio des Badischen Staatstheaters im Rahmen der 24. Europäischen Kulturtage „Umbrüche Aufbrüche - Gleiche Rechte für Alle“



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Madame Lenin – Teaser (mit Musik von Boris Yoffe)
Madame Lenin – Blog  

Madame Lenin - Podcast (eine Einführung in 4 Folgen)

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Uraufführung der Auftragskomposition am 5. November in der Philharmonie Essen

„NOW! Grenzgänger“ ist das Thema der diesjährigen Festivalausgabe und widmet sich der Musik des 21. Jahrhunderts, die mit Grenzen spielt … die Schranken als Weichenstellungen, Übergänge als Chancen begreifen will. So sind Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die sich in „Transitzonen“ bewegen: Manche reizt das Changieren zwischen Komposition und Jazzimprovisation, andere die Reibungsflächen zwischen außereuropäischer und europäischer Musiksprache, wieder andere die Synthese zwischen Musik und Bewegung, zwischen Musik und (laufendem) Bild.

Zu dem Konzert „Tongue oft the Invisible“ am 5. November lädt das Ensemble Musikfabrik ein. In drei Uraufführungen und einem Werk für improvisierenden Pianisten, Bariton und 16 Musiker geht es um Schnittstellen - auch - zwischen Kulturen von West und (Fern-)Ost. So z.B. finden sich persische Instrumente in dem Stück von Ehsan Ebrahimi - Liza Lim vertonte für ihr Werk Texte des im 14. Jahrhundert lebenden Sufi-Poeten Hafez.

Farzia Fallah, Studentin am Institut für Neue Musik Freiburg (Klasse Johannes Schöllhorn) hingegen, ist fasziniert von Kippmomenten. „Für mich ist dies atemberaubend“, schreibt sie und stellt eben solche in den Fokus der neuen Komposition: das tänzerische Gehen an der Kante des Kippens, der instabile Augenblick in der Entstehung eines Mehrklangs … wenn man die Spannung im Instrument spürt. Die Fragilität des Klangspektrums, wenn die Luftsäule / die Saite noch unentschieden zwischen Teiltönen pendelt … verschiedene Farben auslotet. Oder auch der Augenblick des Umkippens, wenn das jeweils Andere ausgeschlossen wird.

Termin
5. November 2017, 17 Uhr Uraufführung von „tänzerisch an der Kante“
im Alfried Krupp Saal der Philharmonie Essen

Kompositionsauftrag der Philharmonie Essen und des Ensemble Musikfabrik

Im Rahmen des Festivals „NOW! Grenzgänger 2017“, veranstaltet von der Philharmonie Essen, des Ensemble Musikfabrik und der Plattform für Transkulturelle Musik

Besetzung

für Ensemble (Flöte, Klarinette, Horn, Tuba, Schlagzeug, Klavier, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass): Mitglieder des Ensemble Musikfabrik
Komposition: Farzia Fallah

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Das multimediale Musiktheaterstück „Der Hungerkünstler“ wird am 21. Oktober in Shanghai uraufgeführt. Die deutsche Erstaufführung ist am 3. November in Köln.

SONG Yang, Kompositionsstudentin am Institut für Neue Musik Freiburg (Klasse Johannes Schöllhorn) erhielt den Auftrag des renommierten Festivals in der Sektion R.A.W.! (Rising Artists´ Work). Seit 2012 versteht sich das Projekt als „work station“ und Bühne für künstlerische Aktivitäten junger Köpfe. Vom 21. bis 28. Oktober sammeln sich hier kreative Ideen aller Genres, wird experimentiert und konkretisiert. Mit R.A.W.! fokussiert das CSIAF die internationale zeitgenössische Kunst parallel zu seinem Engagement für Werke der klassischen Sparten. Das einzige staatliche „International Arts Festival“ Chinas bietet jährlich - nun im 18. Jahr in Folge – über einen Monat ein breites Spektrum an hochqualifizierten Veranstaltungen mit Kunstschaffenden aus aller Welt. Erklärtes Ziel ist es, den kulturellen Austausch im Land und über alle Grenzen Chinas hinaus zu beleben und zu bereichern.

SONG Yangs neue Performance basiert auf Kafkas Kurzgeschichte „Der Hungerkünstler. In fünf Szenen interagiert ein Team von Mitgliedern des „Ensemble hand werk“, dem Schauspieler Hendrik Vogt sowie der Mediendesignerin Ashley Morgan. In komplexem Zusammenwirken von musikalischer und schauspielerischer Darstellung, von vorproduziertem Filmmaterial wie auch Realzeitvideos sucht die Komponistin einen Raum zu schaffen, der alle Sensoren öffnet: eine Erfahrung multidimensionaler Perzeption.

Termine
21. Oktober 2017, 19.15 Uhr Uraufführung „Der Hungerkünstler“ im Duanjun Theater, Shanghai
22. Oktober 2017, 14.30 Uhr zweite Aufführung „Der Hungerkünstler“ im Duanjun Theater, Shanghai
3. November 2017, 19.30 Uhr Deutsche Erstaufführung „Der Hungerkünstler“ in der Kunst-Station Sankt Peter, Köln

Besetzung
Hendrik Vogt, Schauspiel
Ensemble hand werk (Flöte, Saxophon, Cello, Klavier, Schlagzeug)
Ashley Morgan, Mediendesign
SONG Yang, Komposition

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Die Hochschule für Musik Freiburg und das Institut für Neue Musik trauern um Klaus Huber.

Foto: Harald Rehling

Der Komponist und  langjährige Leiter des Instituts für Neue Musik verstarb am Montag den 2. Oktober an seinem italienischen Wohnsitz.

Klaus Huber war eine Persönlichkeit, die die Freiburger Hochschule nachhaltig geprägt hat. Er hat über viele Jahre überaus erfolgreich eine Kompositionsklasse unterrichtet. Sein Unterricht war inspirierend für eine ganze Generation Komponisten aus der ganzen Welt, die heute auf vielfältige Weise das Leben der Neuen Musik gestalten und seine Arbeit fortführen.

Er hat das Institut für Neue Musik, in regem Austausch mit allen Bereichen der Hochschule und vielen Institutionen außerhalb, geleitet; – alle führenden Komponisten unserer Zeit waren in Freiburg zu Gast und bereicherten das kulturelle Leben der Hochschule und der Stadt.

Klaus Hubers Werke werden auf der ganzen Welt und in allen bedeutenden Konzerthäusern aufgeführt. Wir verlieren mit ihm einen der großen Komponisten und Lehrer unserer Zeit.

Sein Geist ist in uns lebendig und eine bereichernde Verpflichtung für die Zukunft.

Johannes Schöllhorn

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Sechs Beiträge des Instituts für Neue Musik zu den Russischen Kulturtagen 2017 des Zwetajewa-Zentrums Freiburg

Die revolutionären Umbrüche hatten lang anhaltende sozioökonomische und kulturelle Auswirkungen weit über die Grenzen Russlands hinaus und prägten das gesamte 20. Jahrhundert. In modellhafter Weise reflektieren über zwanzig wissenschaftliche und künstlerische Einrichtungen der Stadt, zudem in Zusammenarbeit mit internationalen Partnerinstitutionen, ihren Einfluss auf westeuropäische Kulturen und Gesellschaften sowie ihrer künstlerischen Sprengkraft. 



Am 24. Oktober um 20 Uhr präsentiert die Filmmusikklasse von Prof. Cornelius Schwehr eine Uraufführung im E-Werk Freiburg: Studierende komponierten eine Musik zu Alexander Medvedkins (1900-1989) Stummfilmkomödie „Das Glück“ aus dem Jahr 1934. Mit burleskem Witz, mit Anleihen beim Surrealismus und Expressionismus, sucht die Satire raffiniert eine politische Botschaft zu vermitteln. Sie erzählt den Weg des Bauern Kmyr aus der Unterdrückung des zaristischen Landwirtschaftswesens in die vermeintliche Freiheit der sozialistischen Kolchosearbeit. Das Ensemble des Instituts für Neue Musik (Leitung Sven Thomas Kiebler) wird die neue Filmmusik zu „Das Glück“ im E-Werk Freiburg live aufführen. 



Ebenso am 24. Oktober im E-Werk Freiburg wird als zweites Werk das Septett in C-Dur op.2 von Gavriil Popov (1904-1972) dem Publikum vorgestellt: Die Kammersinfonie (UA 1926) verarbeitet Einflüsse der russischen und westeuropäischen Avantgarde des beginnenden 20. Jahrhunderts wie auch der russischen Folklore. Sie spiegelt so die Situation musikalischer Divergenzen der frühen Sowjetunion.



Im Kontext der Aktionen des Vereins „unsound“ werden am 25. November und 8. Januar  Tonspuren zu Filmabschnitten von Dziga Vertov (1896-1954) uraufgeführt. Vertov gilt als einer der Begründer des sozialistischen Dokumentarfilms. Immer im Dienste der Revolutionsmaxime des Oktober 2017 denkend, fordert er eine radikale Abwendung vom romantizistischen Illusionskino. Für den Kompositionsprozess überraschend war eine basale Idee: Es galt, das Kunstwerk von Beginn an als Installationen / Live-Performances zu entwerfen.



Eine Mischung aus Zuspielung und Live-Musik entstand zu dem Film „Tretya meshchanskaya“ (englischer Filmtitel „Bed and Sofa“) von Abram Room (1894-1976). Das psychologische Kammerspiel soll die Widersprüche und Dysfunktionen der frühen sowjetischen Gesellschaft offen legen. Room sieht sich zudem als Unterstützer staatlicher Kampagnen gegen das 20er-Jahre-Phänomen, die Verlockungen sexueller Freizügigkeiten tabufrei aufzuspüren und auszuleben. In Kooperation mit dem „Kommunalen Kino Freiburg“ wird das Projekt am 29.10.2017 als Film-Live-Musik-Abend der Öffentlichkeit vorgestellt. 



Basierend auf der Publikation „Papas Briefe“ der russischen Menschenrechtsorganisation „Memorial International“ eröffnet die Freiburger Universitätsbibliothek am 26.10.2017 die Ausstellung „Papas Briefe – Briefe von Vätern aus dem Gulag an ihre Kinder“. Zur Vernissage erklingen eigens dafür geschriebene Werke von Freiburger Studierenden. 

Erstmalig werden „Papas Briefe“ aus dem Russischen ins Deutsche übersetzt. Anlässlich der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe im Herbst, veranstaltet das „Theater im Marienbad“ eine Lesung zum Thema. [Die Veranstaltungsdaten entnehmen sie bitte der aktuellen Presse.] In direkter Zusammenarbeit mit der Regie und den Darstellenden entwickelten Studierende eine Musik, die nuanciert, via elektronischer Zuspielung, mit dem Textvortrag verzahnt ist. 






Mehr zum Thema:


  • Termine vom 12. Oktober 2017 bis 30. November 2017 sowie am 8. Januar 2018 an verschiedenen Orten in Freiburg. Die vollständigen Veranstaltungsdaten entnehmen sie bitte der aktuellen Tagespresse sowie den Veröffentlichungen des Zwetajewa-Zentrums Freiburg
  • Zwetajewa-Zentrum Freiburg: Russische Kulturtage 2017
  • Zwetajewa-Zentrum Freiburg
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Der Kompositionsprofessor Johannes Schöllhorn startet zum Wintersemester 2017/2018 seine Tätigkeit an der Freiburger Musikhochschule.

„Ich […] mache Musik: das Neugierig-Sein, das Entdecken, das Staunen, das Sich-selbst-überraschen-können, das Wagnis, das Auf-die-Klänge-warten-können, das Verstört-werden, das Auf-verrückte-Weise-genießen, das Etwas-bauen, das Denken-als-hohes-Vergnügen […] und ganz vieles mehr – das möchte ich nie missen.“

Schöllhorn ist immer auf der Suche nach einem lebendigen Diskurs, mit offener Haltung bei gleichzeitiger strenger Reflexion alles Eigenen. Vor der Folie anderer musikalischer Sprachen und Kulturräume (Frankreich, Ostasien etc.), in Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten kompositorischen Positionen, tradierter wie gegenwärtiger, erweitert der Komponist seinen ästhetischen Horizont um die Möglichkeiten des Perspektivwechsels. Im feinsinnigen Erleben fremder Hörgewohnheiten und Bedingungen kompositorischen Denkens, setzt er seine musikalische Sprache unablässig der Selbstkritik, der Kritik durch andere aus. Dazu gehört auch das Studieren von Gering-geschätztem und Vergessenem. Dazu gehört auch die aktive Begegnung mit dem Publikum. All die Erfahrungen, wie auch die musikalischen Elemente als solche, treten mit sich selbst in einen Dialog, kommentieren sich wechselseitig und beziehen die Hörenden und deren Wahrnehmung in ihr Spiel mit ein. „Für mich ist Musik eine Möglichkeitsform.“



(Zitate von Johannes Schöllhorn aus Texten der Webseite des Komponisten)

Biografie:


Geboren 1962 in Murnau, studierte in Freiburg bei Klaus Huber, Emanuel Nunes und Mathias Spahlinger Komposition, Musiktheorie bei Peter Förtig und besuchte Dirigierkurse bei Peter Eötvös. 
Johannes Schöllhorn arbeitet mit zahlreichen internationalen Solisten, Ensembles und Orchestern, unter anderen dem Ensemble Modern, Ensemble Musikfabrik, Ensemble Intercontemporain, Ensemble l’instant donné, Klangforum Wien, ensemble recherche, den Neuen Vocalsolisten, ensemble ascolta, dem Neuen Ensemble zusammen und seine Musik wurde von den Symphonieorchestern des WDR und SWR Stuttgart, dem DSO Berlin, dem Seoul Philharmonic Orchestra, dem Philharmonia Orchestra London und dem BBC Scottish Symphony Orchestra und anderen aufgeführt.

Er erhielt einige internationale Kompositionspreise und Auszeichnungen, im Jahre 1997 war er Gewinner des Comitée de Lecture des Ensemble Intercontemporain und erhielt 2009 den Praetorius Musikpreis des Landes Niedersachsen. Seine Kammeroper "les petites filles modèles" wurde oftmals in Paris und an verschiedenen Orten Frankreichs gespielt und hatte 1997 an der Opera de Bastille Premiere. 2008 war er im Rahmen des „into“-Projekts zu einem Studienaufenthalt in Hong Kong. Seine Musik umfasst viele Genres von Kammer- und Vokalmusik über Werke für Orchester bis hin zum Musiktheater. Er beschäftigt sich ebenfalls auf vielfältige Weise mit Transkompositionen von der Musik der Renaissance bis heute.
Johannes Schöllhorn war bis 2004 Leiter des Ensembles für Neue Musik an der Musikhochschule Freiburg und unterrichtete von 1995-2000 an der Hochschule für Musik und Theater Zürich-Winterthur. Von 2001 bis 2009 war er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und Leiter des von ihm mitbegründeten Instituts für neue Musik „incontri“. Von 2009 bis 2017 war er Professor für Komposition und Leiter des Instituts für Neue Musik an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Ab Oktober 2017 wird er als Professor für Komposition und als Leiter des Instituts für neue Musik an der Musikhochschule Freiburg tätig sein.

Johannes Schöllhorn unterrichtete auch mehrmals am Kompositionsseminar der Fondation Royaumont (F) sowie dem Bartók-Festival (HU) und gab unter anderem Kompositionskurse auf Schloss Solitude, beim Ictus-Seminar (B), am Conservatoire de Paris, am TrinityLaban College in London (GB), am Central Conservatory in Beijing und am Conservatory of Music in Shanghai (China), in Hongkong, beim Takefu-Festival (Japan), an der Tokyo Ondai University (Japan), beim Seoul Philharmonic Orchestra (Korea), am Centro San Fedele Milano (Italien), in Lugano (Schweiz), Kiew (Ukraine), Jakarta (Indonesien) und Manila (Philippinen).

Mehr zum Thema
Johannes Schöllhorn http://www.johannes-schoellhorn.de/

Lehrangebot im Wintersemester 2017/18 
offen für alle Studierenden der Musikhochschule Freiburg

„Wie können wir leben ohne Unbekanntes vor uns zu haben?“ (R. Char)
4 Seminare zu meiner kompositorischen Arbeit



Donnerstag, 26. Oktober 2017    

11.00 – 13.00 Uhr, Raum 343

14.30 – 16.30 Uhr, Raum 343



Freitag, 27. Oktober 2017

11.00 – 13.00 Uhr, Raum 343

14.30 – 16.30 Uhr, Raum 343

 

 

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Der 7. Hochschulwettbewerb Musikpädagogik honoriert die künstlerisch wie pädagogisch herausragende Initiative in Rostock.

Seit 2010 setzt die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) einen starken Akzent auf die Bedeutung musikalischer Bildung. Mit der Ausschreibung des neuen Wettbewerbs „Musikpädagogik“ artikuliert sie explizit ihr Engagement für dieses Thema. Ebenso betont sie ihren Anspruch auf Exzellenz in der Lehrerinnen- bzw. Lehrerausbildung sowie den künstlerisch-pädagogischen Studiengängen. Beide Fachbereiche sollen in ihrer Vielfalt und Attraktivität für die Öffentlichkeit sichtbarer gemacht und gewürdigt werden.

Am 29. Mai, beim Finale des diesjährigen Wettbewerbs, präsentierten Clemens K. Thomas  (Kompositionsklasse Schwehr, Freiburg) und Konstantin Dupelius (Musizierpädagoge mit  Abschluss Master of Arts) ihr 2014 gegründetes Projekt „NEUES ZEUG – Musik aus dem Jetzt für junge Entdecker“: In direkter Zusammenarbeit von Komponierenden, Lernenden und Unterrichtenden werden Instrumentalstücke entwickelt, in denen alle Beteiligten einer originär zeitgenössischen Klangsprache begegnen. Musik, die Kinder und Jugendliche gleichermaßen ernst nimmt und ihnen Freude bereitet, die herausfordernd UND spielbar ist. [Wir berichteten hier am 3.11.2015 s.u.]

Mit einem Förderpreis über 1000 €uro ehrte die Jury das progressive Konzept der Freiburger Initiative. Weitere Auszeichnungen gingen mit dem 1. Preis an den "Kölner Willkommenschor“ (Chor mit Partizipation von Geflüchteten der Musikhochschule Köln). Das Projekt „Fühl mal wie du klingst“ (Singen mit Gehörgeschädigten, Musikhochschule Düsseldorf) erhielt den 2. Preis. Der 3. Preis prämiert die Arbeit des Teams „Oper für Jung und Alt“ (Opernbesuche für Menschen mit Demenz, Musikhochschule Köln).

Mehr zum Thema:
NEUES ZEUG – Musik aus dem Jetzt für junge Entdecker
NEUES ZEUG – Musik aus dem Jetzt für junge Entdecker, Projektteaser
7. Hochschulwettbewerb Musikpädagogik der Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen

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Der Sonderforschungsbereich 1015 gestaltet die Eröffnung seiner zweiten Förderperiode mit Kompositionen von Studierenden.

von links nach rechts: Andru Matuschka, Clemens K. Thomas, Morten Feldman

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Fortsetzungsantrag des SFB 1015 "Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken" für den Förderzeitraum vom 01.01.2017 bis 31.12.2020 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bewilligt. In der zweiten Förderphase beteiligen sich Fächer aus sechs Fakultäten sowie das Rechenzentrum und die Universitätsbibliothek am SFB. Darüber hinaus wird in einem Transferprojekt ein Museum der Muße und Literatur in Baden-Baden aufgebaut. Auf der Basis umfassender historischer Analysen ist das Ziel, „Muße“ erstmals interdisziplinär und kulturübergreifend zu erforschen.

In der Informationsgesellschaft der Gegenwart gehören Beschleunigung, Zeitverdichtung und Effizienz zu ihren maßgeblichen Attributen. Die Ausprägungen dieser Merkmale verändern unsere Arbeitswelt, tragen zur globalen Umverteilung von wirtschaftlichen Ressourcen bei und lassen die Unruhe zum Signum der Moderne werden. So ist der Ruf nach Freiräumen der Muße auch in Wissenschaft und Forschung unüberhörbar geworden. „Muße“ als ein Phänomen mit ihr eigener, offener Zeit. Zeit, die zum Freiraum simultaner Möglichkeiten in Kreativität, Denken, und Erfahrung wird.

Am 22. Juni 2017 wird die zweite Förderphase im Kreise geladener Gästen feierlich eröffnet. Der Abend beinhaltet ausdrücklich Räume zum Innehalten. So wird in drei Intervallen zeitgenössische Musik dargeboten. Die Wahl fiel auf Werke zweier Kompositionsstudenten des Instituts für Neue Musik Freiburg sowie auf ein Solostück von Morton Feldman (1929-1987). Es ist Musik in bewusst filigraner Besetzung. Musik, die sich reduziert gibt, still. Eine Zäsur, die für Augenblicke Muße zulässt?

Andru Matuschka (*1996) - Stück für Streichtrio
Violine - Ruth Gierten
Viola - Liese Mészár
Violoncello - Shunichiro Katsura
 
Clemens K. Thomas (*1992) - Drei (in 2 Versionen)
Harfe - Lea Kaya      
Blumentöpfe - Lukas Mühlhaus   
Gitarre - Alexandre Carl       

Morton Feldman (1929-1987) - Only
Stimme solo – Juliane Stolzenbach-Ramos

Weitere Informationen:
Institut für Neue Musik
SFB 1015 "Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken"

Institut für neue Musik
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