Jamsession. Videokunst, Jazz und der kuratorische Stegreif
Zeitgenössische Videokunstausstellungen sind immer auch technologische Leistungsschauen. In der Black Box trifft Dolby Surround auf die neueste Projektionstechnologie. Die Dauer des Videoloops ist exakt bemessen. Kein Raum für Improvisation, möchte man meinen. Zu beobachten ist jedoch, dass in einigen jüngeren Arbeiten eine Auseinandersetzung mit den Improvisationskulturen des Jazz stattfindet. Der Vortrag diskutiert diesen produktiven Widerspruch anhand des Werks von Stan Douglas, Steve McQueen und anderen. Er schlägt den Bogen in die Ausstellungsgeschichte von Videokunst, als Zufall und Improvisation die kuratorische Realität prägten. An diese Geschichte des kuratorischen Stegreifs schließen die genannten Positionen ebenso an, wie die filmischen Jamsessions an das gemeinschaftsstiftende, politische Moment des Jazz erinnern.
Prof. Dr. Yvonne Schweizer ist ab SoSe 2026 Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Freiburg. Sie forscht und lehrt zur Kunst der Moderne und Gegenwart, mit einem Schwerpunkt auf medien- und institutionengeschichtlichen Fragen.
Der Vortrag ist Teil der FZM-Ringvorlesung »Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag«.
Im Sommersemester 2026 veranstaltet das Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Freiburg (FZM) eine Ringvorlesung zum Thema Improvisieren aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und Facetten. Neben zehn Vorträgen von Mitgliedern des FZM und Gästen, die mittwochs im Hörsaal des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität stattfinden, sind an fünf Montagabenden in der Hochschule für Musik Veranstaltungen mit improvisatorisch-musikalischen Darbietungen oder genreübergreifenden Performances geplant, davon zwei in der FZM-Veranstaltungsreihe »musik + wissen«.
Hier finden Sie das Kurzprogramm (pdf) (this file is not barrier-free) mit allen Einzelterminen der öffentlichen Ringvorlesung.
Das Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Freiburg (FZM) ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule für Musik und der Universität Freiburg mit dem Ziel der gegenseitigen Vernetzung in der musikbezogenen Forschung und Lehre.

