»Kein Mangel an künstlerischem Nachwuchs.«

Szene aus »A midsummer night's dream«
Szene aus »A midsummer night's dream«

A Midsummer Night’s Dream

Mitsommer im Winter 2024/25

 Seit vielen Jahren haben wir den Plan verfolgt, das großartige und vielschichtige Meisterwerk »A Midsummer Night’s Dream«  von Benjamin Britten nach William Shakespeare auf die Bühne zu bringen. Im Winter 2024/2025 hatten wir endlich ideale Besetzungen zusammen. Fast alle Rollen waren doppelt besetzt, um dieses große Projekt zu stemmen: Insgesamt 20 Solisten und Solistinnen bevölkerten in vier ausverkauften Vorstellungen die Bühne als Handwerker, athenische Bürger, Herzoge und Königinnen, Waldgötter und -geister. Verstärkt wurden sie durch den zehnköpfigen Chor der Elfen, beflügelt von einem dreißigköpfigen Orchester und verzauberten das Publikum. Ein untrüglicher Beweis der Kraft des Musiktheaters auch für die nächsten Generationen – und der Qualität der Studierenden der Hochschule in allen Bereichen. Großer Jubel und Begeisterung!

Festkonzert Opernakademie Baden-Baden

Unterwegs 1

Zu einem Festkonzert anlässlich »40 Jahre Opernakademie Baden-Baden« wurden aus jeder Baden-Württembergischen Musikhochschule 1 bis 2 Sängerinnen und Sänger eingeladen, die sich, begleitet von der »Philharmonie Baden-Baden« unter der Leitung von Ulrich Wagner, am 3. November 2024 um 16 Uhr im Kurhaus Baden-Baden (Weinbrennersaal) in einer festlichen Abendveranstaltung präsentieren konnten. Abgerundet von einem großen Schlussensemble (Guiseppe Verdi, »La Traviata«: »Brindisi«) wechselten sich während des Programms Arien und Duette aus dem Opernrepertoire von Mozart bis Verdi in bunter Reihenfolge ab: Eine tolle Chance für die jungen Sängerinnen und Sänger, sich in dem großen, bekannten Opern-Repertoire zu profilieren. Die beiden Studierenden der Hochschule für Musik Freiburg Lena Geiger und Friedemann Gottschlich konnten sich mit zwei lebendig gestalteten und musikalisch faszinierend dargeboten Arien »Tutto è disposto – aprite …«, Rezitativ und Arie des Figaro, »Le nozze di Figaro« (Wolfgang Amadeus Mozart) und  »Nun eilt herbei«, Arie der Frau Fluth aus »Die lustigen Weiber von Windsor« (Otto Nicolai) fulminant hervortun. Der künstlerische Erfolg und die Aufnahme beim Publikum war enthusiastisch, was der langanhaltende Applaus am Ende bezeugte. Schlussendlich prosteten sich die Solistinnen und Solisten mit einem Glas Champagner im Foyer des Kurhauses zu einem obligatorischen Abschlussfoto vor feierlicher Kulisse zu. Das Abschlussfoto gibt die ausgelassene Stimmung und zauberhafte Atmosphäre des festlichen Opernabends wieder.

Aus einem Zusammenschnitt von gefilmter Generalprobe und Konzert wurde eine schwungvolle Video-Aufzeichnung erstellt, die die Aufführung immer wieder lebendig in Erinnerung ruft.

Vorweihnachtssoirée der Opernakademie Baden-Baden

Unterwegs 2

Am 8. Dezember 2025 war das »Kulturhaus LA 8« in Baden-Baden Schauplatz der traditionellen Vorweihnachtssoirée der »Opernakademie Baden-Baden«. Vier Gesangsstudierende unserer Hochschule – Lena Geiger, Johanna Bohnstengel, Anastasiia Vysoka und Johannes Arzt – präsentierten ein anspruchsvolles und facettenreiches Programm mit Arien und Ensembles aus Puccinis La Bohème, Mozarts Così fan tutte, Humperdincks Hänsel und Gretel, Bachs Weihnachtsoratorium sowie Liedern von Alban Berg und Hugo Wolf. Die »Opernakademie Baden-Baden« engagiert sich seit vielen Jahren für die Förderung junger Gesangstalente aus den Musikhochschulen Baden-Württembergs. Im Rahmen einer regelmäßig stattfindenden Konzertreihe erhalten ausgewählte Studierende die Gelegenheit, ihr Können einem öffentlichen Publikum zu präsentieren. Ein besonderes Highlight in diesem Jahr: Erstmals oblag die vollständige musikalische Gestaltung des Abends ausschließlich unserer Hochschule. Schauspieler Max Ruhbaum führte stilvoll und mit feinem Humor durch das Programm und verlieh dem festlichen Konzertabend eine zusätzliche künstlerische Note.

Mozart and more in Bad Krozingen

Unterwegs 3

Seit vielen Jahren ist es zur Tradition geworden, dass die Gesangsstudierenden der Hochschule für Musik Freiburg jedes Sommersemester mit einem Opernabend im Rahmen des Bad Krozinger Mozartfestes eröffnen. Für die jungen Sängerinnen und Sänger bietet sich damit eine wunderbare Gelegenheit, auf der großen Bühne des Kurhauses vor einem sachkundigen Publikum in Opernszenen zu glänzen, die sie im vorangegangenen Semester mit den Dozierenden für szenischen Unterricht erarbeitet haben. 

Im April dieses Jahres präsentierten sie ein farbenreiches Panorama der Operngeschichte – von Glucks »Orfeo ed Euridice« aus dem 18. Jahrhundert bis zu Brittens »The Rape of Lucretia« aus dem 20., sowie Werke von Rossini, Nicolai, Smetana, Massenet – und selbstverständlich Mozart. Das Publikum im vollbesetzten Saal feierte die Darbietungen mit stürmischem Applaus. Ein herzlicher Dank und großer Glückwunsch an alle, die zum überwältigenden Erfolg des Abends beigetragen haben: An die Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne, an die Lehrenden des szenischen Unterrichts für ihre lebendigen Inszenierungen, an die Gesangs- und Korrepetitionsdozierenden für die stimmliche und musikalische Vorbereitung – und nicht zuletzt an die Pianistinnen und Pianisten, die den ganzen Abend »orchestral« vom Flügel aus getragen haben.

Allons, enfants!

Chabrier und Ravel im Kleinen Haus des Theaters.

Für unsere traditionelle Sommerproduktion – eine Kooperation mit dem Freiburger Theater im  »Kleinen Haus«  –  haben wir uns französischen Werken des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu nähern versucht. Mit zwei reizvollen Stücken, die versuchen, den Bogen zu schlagen von der geistreichen, leicht frivolen Opérette bouffe der Belle Époque bis hin zu einer Fantaisie lyrique der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts. 

»Une éducation manquée« von Emmanuel Chabrier aus dem Jahre 1897 ist eine kurze Operette für drei Personen: Ein sehr junges, frisch verheiratetes Paar, weiß – wegen einer titelgebenden mangelhaften Ausbildung – zunächst nicht so recht, was es in der Hochzeitsnacht miteinander anfangen soll.

»L’enfant et les sortilèges« ist ein Meisterwerk des 20. Jahrhunderts von Maurice Ravel, beruhend auf dem Libretto der legendären französischen Autorin Colette, vor genau hundert Jahren an der Opéra de Monte-Carlo uraufgeführt: Ein launisches Kind zerstört in egomaner Wut Gegenstände in seiner Umgebung und quält Tiere – bis die Dinge zum Leben erwachen, Worte finden, auch die Tiere sich artikulieren und das Kind mit seinem Verhalten konfrontieren. Am Ende entdeckt das Kind Mitgefühl, was den Zauber löst und zur Versöhnung führt.

Während das erste Stück – nur am Klavier begleitet – als kleine Preziose den zwei  jungen Sängerinnen und einem Sänger kammertheatralische und komödienhafte Präzision in Dialog und Gesang abverlangte, wurde das Kleine Haus beim Ravel (in der kammermusikalischen Fassung von Didier Puntos für Klavier vierhändig, Cello und Flöte) zum Großen Welttheater mit einer großen Besetzung von vierzehn Sängerinnen und Sängern in fast fünfzig Rollen, singend, spielend, tanzend – skurril-komisch und anrührend. Alle zogen sie die Besucher bei den drei ausverkauften Vorstellungen im Kleinen Haus des Theaters in ihren Bann. Großer, langer, glücklicher Applaus.

Alexander Schulin, Marius Stieghorst