Hochschulorchester spielt Rossini, Adams und Schostakowitsch
Mal stürmisch und ausgelassen, mal melancholisch und abgründig. Unter dem Titel »Wirbel und Tanz« ist das 75-köpfige Orchester der Hochschule für Musik Freiburg diesen Herbst zu erleben. Das Ensemble spielt unter der Leitung von Scott Sandmeier am 22. Oktober im Wolfgang-Hoffmann-Saal der Hochschule für Musik Freiburg, am 23. Oktober im Bürgerhaus Müllheim und am 24. Oktober erstmals bei »Les Dominicains« in Guebwiller.
Das Programm spannt einen weiten musikalischen Bogen von Gioachino Rossinis bewegter Ouvertüre zu »Wilhelm Tell« über John Adams’ »The Chairman Dances«, einen Foxtrott für Orchester, und Dmitri Schostakowitschs berühmten Walzer Nr. 2 bis zu dessen 6. Sinfonie h-Moll op. 54, die im Zentrum des Programms steht.
Öffentlich beschrieb der Komponist das 1939 entstandene Werk mit Gedanken an Frühling, Freude und Jugend, auch wenn der Höreindruck ein ganz anderer ist. Der ausgedehnte erste Satz sei »nachdenklich, traurig, vielleicht tragisch«, beschreibt Sandmeier die Wirkung der Musik. Darauf folgen ein beinahe diabolisches Scherzo und ein »geradezu verrücktes Finale«. Man verstehe zunächst gar nicht, warum diese drei Sätze als künstlerische Einheit zusammengestellt wurden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Scott Sandmeier mit der Frage, was hinter dieser Musik steht. Eine eindeutige Antwort will er mit Blick auf die Entstehungszeit nicht geben. Gerade diese Offenheit macht die 6. Sinfonie für ihn jedoch zu einem Werk, »an dem sich auch die jungen Musikerinnen und Musiker reiben können«.
Einen ganz anderen Tanz beschwört John Adams in »The Chairman Dances« herauf. Der »Foxtrott for Orchestra« entstand im musikalischen Umfeld seiner Oper »Nixon in China«, die Richard Nixons historischen China-Besuch 1972 zum Ausgangspunkt nimmt. Das Stück entwirft eine imaginäre Szene, in der Mao aus seinem Porträt heraustritt, um mit seiner Frau zu tanzen. Repetitive Strukturen treffen auf eine fein ausgearbeitete Klangpalette – bis die Schlagzeugstimmen am Ende den Klang einer alten Schallplatte erzeugen, die langsam ausläuft. Für Leichtigkeit sorgt Schostakowitschs Walzer Nr. 2, dem nicht zuletzt Stanley Kubricks Film »Eyes Wide Shut« zu großer Popularität verholfen hat. »Den Walzer hat man einfach im Ohr«, sagt Sandmeier.
Bei der Werkauswahl stand zunächst nicht ein übergeordnetes Thema im Vordergrund, sondern die musikalische Ausbildung. Die Arbeit im großen Orchester ist für Sandmeier ein wesentlicher Teil davon: »Wir bilden keine Instrumentalisten aus, wir bilden Musiker aus«, betont er. Rossinis »Wilhelm Tell«-Ouvertüre etwa gehört zum Orchesterrepertoire und enthält Passagen, denen die Studierenden bei Probespielen begegnen können. Auch der Verzicht auf Solistinnen und Solisten ist bewusst gewählt: »Wir wollten ein Programm nur für Orchester.« Erst aus dieser Auswahl entwickelte sich die Dramaturgie von »Wirbel und Tanz«.
Zum Abschluss der Konzertreihe ist das Hochschulorchester am 24. Oktober erstmals im elsässischen Guebwiller zu erleben. Das Konzert im Kulturzentrum des ehemaligen Dominikanerklosters »Les Dominicains« ist das erste gemeinsame Projekt der beiden Häuser, die bereits seit vielen Jahren in Kontakt stehen. »Wir freuen uns sehr, dass wir das jetzt machen können«, sagt Sandmeier. Präsentiert wird das Konzert unter dem Titel »La nouvelle génération«.
Beim Konzert am 23. Oktober im Bürgerhaus Müllheim teilt sich Sandmeier die musikalische Leitung mit zwei fortgeschrittenen Dirigierstudierenden aus seiner Klasse.
Termine
Do, 22. Oktober, 19 Uhr, Wolfgang-Hoffmann-Saal, Hochschule für Musik Freiburg
Fr, 23. Oktober, 19 Uhr, Bürgerhaus Müllheim, Grosser Saal
Sa, 24. Oktober, 20.30 Uhr, Les Dominicains de Haute-Alsace, 34 Rue des Dominicains, 68500 Guebwiller
Es spielt
Das Orchester der Hochschule für Musik Freiburg
Leitung
Scott Sandmeier
Programm
Gioachino Rossini →Ouvertüre zur Oper »Wilhelm Tell«
John Adams →The Chairman Dances (Foxtrott for Orchestra)
Dimitri Schostakowitsch →Walzer Nr. 2 aus der Suite für Varieté-Orchester & Sinfonie Nr.6 h-Moll op.54
Eintritt
8,50 Euro, 4 Euro ermäßigt, 6 Euro für Mitglieder der Fördergesellschaft der Hochschule für Musik Freiburg
Tickets an der Abendkasse oder online unter: https://www.mh-freiburg.de/tickets
Kontakt
Julia Jacob
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0761 31915-53
E-Mail: j.jacobmh-freiburg.de



