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Entfällt! Boccaccio: Komische Oper in drei Akten

Die Aufführungen können Corona-bedingt leider nicht stattfinden! Kosten für gekaufte Tickets werden zurückerstattet.

Die Studierenden des Instituts für Musiktheater der Hochschule für Musik Freiburg führen ab 22. Januar 2022 drei Mal die komische Oper „Boccaccio“ von Franz von Suppè auf. Das Stück ist nicht nur unterhaltsam, sondern bietet auch tolle Musik, Tänze von Tarantella bis Wiener Walzer und eine Bühne voller Akteure.

Florenz im Jahr 1331: Auf den Straßen und Plätzen der Stadt feiern die Menschen ausgelassen. Bettler bringen sich in Position, vor der Kirche bietet ein Buchhändler die neuesten Novellen des bekannten Dichters Giovanni Boccaccio an. Daran scheiden sich die Geister: Die Frauen verehren Boccaccio, weil er ihnen Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung zugesteht. Ihre Ehemänner dagegen sind erbost, fühlen sich verhöhnt und warten nur auf eine Gelegenheit, um den Dichter zu verprügeln. Einer ihrer Wortführer ist der Barbier Scalza, der gerade von einer Reise zurückkommt – etwas zu früh für seine Frau, die Besuch vom Studenten Leonetto und seinem Freund Giovanni Boccaccio hat. In der Folge werden alle Möglichkeiten der komischen Oper ausgeschöpft: Es wird sich verkleidet, verwechselt und überlistet, Personen bezeichnen andere als Dummköpfe, nur um kurz später selbst als solche dazustehen. Das Stück basiert auf der Novellen-Sammlung „Il Decamerone“ des Schriftstellers und Dichters Giovanni Boccaccio (1313–1375) und gilt als bestes Werk von Franz von Suppè. Schon bei seiner Uraufführung im Jahr 1879 war es ein großer Erfolg.

Franz von Suppè (1819–1895) ließ sein Stück im Florenz des 14. Jahrhunderts spielen, weil das aus seiner Sicht eine Zeit des Aufblühens, der Freiheit und mediterraner Leichtigkeit gewesen sei, erklärt Prof. Alexander Schulin, Leiter des Instituts für Musiktheater der Hochschule für Musik Freiburg. Das Stück kreise um die Auseinandersetzung in einer kleinbürgerlichen Gesellschaft: Männer betrachteten ihre Ehefrauen als eine Art von Besitz, aber eine jüngere Generation von Künstlern, Schriftstellern und Andersdenkenden habe darauf bereits einen anderen Blick. „Boccaccio und seine Generation machen sich darüber lustig, sie halten den Kleinbürgern den Spiegel vor. Und diese verstehen eigentlich erst am Schluss, dass sie viel zu engstirnig und verkrampft durchs Leben gehen“, sagt Alexander Schulin.

Hervorragende Unterhaltung, gute Musik, perfekt zum Lernen

Das Team des Instituts für Musiktheater habe sich für dieses Stück entschieden, weil es nicht nur großartige Unterhaltung sei, sondern auch gute Musik und hohe Kunst, sagt der musikalische Leiter des Instituts für Musiktheater, Prof. Marius Stieghorst. Zudem eigne es sich für Studierende als Ensemblestück mit großem Chor perfekt zum Lernen: „In einigen Szenen stehen 20 Chorsängerinnen und -sänger sowie 13 Solistinnen und Solisten gleichzeitig auf der Bühne. Sie alle arbeiten zusammen, reagieren aufeinander, interagieren. Sie müssen ein Gefühl dafür bekommen, wann sie herausstechen und wann in der Menge untergehen sollen. Sie singen und spielen, behalten ihre Spielpartnerinnen und Spielpartner, den Dirigenten und das Publikum im Auge – dabei können sie unglaublich viel lernen“, beschreibt Marius Stieghorst. Jüngere, sehr begabte Studierende würden im Chor als Hintergrund oder als zweite Stimmen langsam aufgebaut, was eine gute Übung für das sei, was sie später erwarte: die Solistenrolle.

Proben begannen bereits im Juli 2021

Die Vorbereitungen und erste Leseproben für die Oper fanden bereits im Juli 2021 statt. Intensiv geprobt wird seit November 2021, mit musikalischen Proben, szenischem Einzelunterricht für die Dialogszenen und konkreten szenischen Proben. Für die Inszenierung entschieden die Leiter des Instituts für Musiktheater, das Stück über verschiedene Zeitebenen hinweg in die 1960er-Jahre zu übertragen – Bühnenbild und Kostüme spiegelten die Mode der Flower-Power-Zeit wider. Musikalisch besonders sei, dass sich schnelle, italienische Tänzen wie Saltarello oder Tarantella mit dem langsameren Wiener Walzer abwechselten, berichtet Marius Stieghorst: „Das ergibt eine ganz merkwürdige, faszinierende Mischung. Und dass Boccaccio auch Walzer singt, ist kurios, weil es den in der Zeit um 1330 natürlich noch nicht gab.“

Das Institut für Musiktheater der Hochschule für Musik Freiburg wird seit dem Jahr 2008 von Alexander Schulin geleitet, Marius Stieghorst ist seit 2019 musikalischer Leiter. Gemeinsam mit Studierenden entwickeln sie Programme und Musiktheaterprojekte auf hohem dramaturgischem, szenischem und musikalischem Niveau, die den Studierenden die Erarbeitung ganzer Rollen wie unter Theaterbedingungen ermöglichen. Die Projekte reichen von experimentellen Stücken und Uraufführungen über Klassiker des Opernrepertoires bis hin zu alter Musik.
 

Die Aufführung

Boccaccio: Komische Oper in drei Akten von Franz von Suppè
Institut für Musiktheater der Hochschule für Musik Freiburg

Termine
Samstag, 22. Januar 2022, 19:00 Uhr
Montag, 24. Januar 2022, 19:00 Uhr
Mittwoch, 26. Januar 2022, 19:00 Uhr
Jeweils in der Hochschule für Musik Freiburg, Wolfgang-Hoffmann-Saal

Mitwirkende
Studierende der Gesangsklassen
Orchester der Hochschule für Musik Freiburg
Marius Stieghorst → Musikalische Leitung
Alexander Schulin, Fabian Lüdicke, Yvonne Forster, Emma-Louise Jordan → Szenische Realisation

Libretto von Camillo Walzel und Richard Genée

Eintritt: 12 € und 8 € | Schüler und Studierende 8 € und 5 € | Förderkreismitglieder 10 € und 7 €

Downloads zur Pressemitteilung

Pressefotos

Kontakt

Ben Klaußner

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

b.klaussner(at)mh-freiburg(dot)de

0761 31915-53

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