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„Der Wildschütz“: komische Oper von Albert Lortzing

Studierende führen ab 20. Januar 2023 vier Mal „Der Wildschütz oder Die Stimme der Natur“ auf

Karikatur, Verkleidung, Verwechslung: Studierende der Hochschule für Musik Freiburg führen ab dem 20. Januar 2023 vier Mal „Der Wildschütz oder Die Stimme der Natur“ auf. Die Herausforderung: Das Unterhaltende ernst zu nehmen. Das Stück des Komponisten, Schauspielers und Sängers Albert Lortzing vereint alles, was gutes Theater ausmacht.

Ein Schulmeister lässt sich ein Mal dazu überreden, gegen seine ansonsten eisernen Grundsätze zu verstoßen, und wird prompt beim Wildern erwischt. Eine Baronin verkleidet sich als Mann, dann aber wieder als Frau, um ihren Bruder kennenzulernen, den sie seit ihren Kindertagen nicht mehr gesehen hat. Die Charaktere verkleiden sich, verstellen sich und versuchen, sich gegenseitig hinters Licht zu führen. In den Karikaturen von marottengeplagten Adligen oder biederen Bürgerlichen des 1842 in Leipzig uraufgeführten Stücks finde man sich noch heute wieder, beschreibt Prof. Alexander Schulin, Leiter des Instituts für Musiktheater der Hochschule für Musik Freiburg: „Zunächst hat man eine gewisse Distanz zu den überzeichneten Figuren. Doch irgendwann ertappt man sich dabei, dass man einige ihrer Charakterzüge auch bei sich selbst entdeckt, zumindest in Ansätzen. Man muss über sich selbst lachen.“

„Lortzing war ein totaler Theatermensch“

Albert Lortzing wird oft nachgesagt, dass seine Stücke zu scherzhaft, zu unterhaltsam seien und ihnen die Tiefe fehlt. „Das finde ich nicht: Es ist vom ersten bis zum letzten Takt einfach gutes Theater. Man merkt, dass Lortzing selbst ein totaler Theatermensch war. Er hatte eine unglaubliche Bühnenpräsenz und war als Schauspieler und als Sänger sehr erfolgreich“, erklärt Alexander Schulin. Albert Lortzings Eltern waren fahrende Schauspieler, die durch Deutschland fuhren und überall Auftritte hatten. Lortzing wuchs dadurch zwischen Schauspielern und Musikern auf, er lernte verschiedene Instrumente, spielte in den Orchestern und übernahm zunächst Kinder-, später Erwachsenenrollen. Sein erster Auftritt auf einer Bühne soll mit zwölf Jahren im Kornhaus am Freiburger Münster stattgefunden haben. „Dieses Leben hat ihn geprägt: Er dachte immer theaterpraktisch, aus der Szene heraus, auch mit den Augen des Publikums. Es ist eine große Freude für uns, das Stück eines sehr sympathischen, intelligenten Bühnenmenschen aufzuführen, der große Lust hatte am Spielen und daran, Menschen zu unterhalten.“

Schwer zu besetzen: die Stimme des Bassbuffo

Dass „Der Wildschütz“ nicht oft zur Aufführung kommt, liegt auch daran, dass dafür eine tiefe Männerstimme gebraucht wird, die heitere Rollen singen kann, der sogenannte Bassbuffo. Eine Qualität, die eher ältere, erfahrende Sänger hätten, die aber auch generell selten sei, erklärt Alexander Schulin. Für die Studierenden wird das Stück eine interessante Herausforderung, weil sie in den Ensemble-Szenen viel lernen: Sie agieren und interpretieren gemeinsam auf der Bühne und reagieren aufeinander. Aber auch dadurch, dass sie die komische Oper spielen, ohne sich von ihren Charakteren zu distanzieren – was nicht einfach sei, sagt Alexander Schulin: „Wie gelingt es uns, die Figuren ernsthaft zu verkörpern, obwohl wir sie eigentlich vielleicht eher belächeln? Darum geht es uns allen in diesem großen Theaterstück: Wir wollen das Unterhaltende ernst nehmen.“


Die Aufführungen

Freitag, 20. Januar 2023, 19 Uhr
Samstag, 21. Januar 2023, 19 Uhr
Montag, 23. Januar 2023, 19 Uhr
Mittwoch, 25. Januar 2023, 19 Uhr
Hochschule für Musik Freiburg, Wolfgang-Hoffmann-Saal
Der Wildschütz oder Die Stimme der Natur
Komische Oper von Albert Lortzing

Mitwirkende
Mingyu Ahn, Mareike Zorko, Timm Schuhmacher, Martin Trømborg, Hyeju Cheon, Sara de Franco, Johann Kalvelage, Manuel Pollinger, Natalie Beck, Katharina Held, Bernadette Heinrich, Miriam Stelzer und weitere Studierende aller Gesangsklassen
Orchester der Hochschule für Musik Freiburg
Marius Stieghorst → musikalische Leitung
Paul Drouet, Changmin Park → musikalische Assistenz
Niklas Jahn, Dariia Holiatina → Choreinstudierung
Alexander Schulin, Emma-Louise Jordan → szenische Leitung
Fabian Lüdicke → Bühnenbild und Kostüme
Liv Krusche, Gwendolyn Gestrich → Mitarbeit Kostümbild

Dichtung des Komponisten nach dem Lustspiel „Der Rehbock“ von August von Kotzebue

Eintritt: Platzgruppe 1/2: 12/8 €, 8/5 € ermäßigt, 10/7 € für Mitglieder der Fördergesellschaft der Hochschule für Musik Freiburg

Foto: Maurice Korbel

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Kontakt

Ben Klaußner

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

b.klaussner(at)mh-freiburg(dot)de

0761 31915-53

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