FZM-Ringvorlesung »Improvisieren«

Eine Hand spielt Klavier
Die Kunst der (Klavier-)Improvisation erfährt derzeit ein weitreichendes Comeback.

Improvisation gilt als Inbegriff spontaner Kreativität. Doch was passiert, wenn nichts mehr feststeht – und alles im Moment passiert? Welche Rolle spielen Erfahrung, Regelwissen und Intuition? Diesen Fragen widmet sich im Sommersemester 2026 eine breit angelegte Ringvorlesung des Freiburger Forschungs- und Lehrzentrums Musik (FZM).

Unter dem Titel:„Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag“ beleuchtet die Reihe das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Beiträge aus Musik-, Literatur- und Kulturwissenschaft treten in Dialog mit künstlerischen Positionen. Der Bogen spannt sich von historischen Praktiken in Barock, Klassik und Romantik über Jazz und Filmmusik bis hin zu Videokunst.

Den Auftakt bildet ein Vortrag von Clemens Wöllner, Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Freiburg und geschäftsführender Direktor des FZM. In seiner Einführung zur „Psychologie des Augenblicks“ geht er der Frage nach, wie improvisatorische Kreativität entsteht und welche Prozesse dabei eine Rolle spielen. Neben zehn Vorträgen von Mitgliedern des FZM und Gästen, die im Hörsaal des musikwissenschaftlichen Seminars der Universität stattfinden, sind an fünf Montagabenden an der Hochschule für Musik Freiburg Veranstaltungen mit improvisatorisch-musikalischen Darbietungen oder genreübergreifenden Performances geplant.

Fähigkeit auf Unvorhersehbares zu reagieren

Wie unterschiedlich sich Improvisation zeigen kann, macht der Blick ins Programm deutlich: Ein Lecture-Recital greift die historische Praxis der freien Klavierimprovisation auf – eine im 18. und 19. Jahrhundert selbstverständliche Form des spontanen Musizierens. Aus soziologischer Perspektive wird Improvisation als grundlegende Fähigkeit sichtbar, mit der Menschen auf unvorhersehbare Situationen reagieren. Eine Lecture-Performance, die sich zwischen Musik, Text und Live-Elektronik bewegt, macht das Spannungsfeld von Kontrolle und Chaos erfahrbar. Historische Einblicke wiederum bietet ein Vortrag mit musikalischer Begleitung zur Filmmusik des frühen 20. Jahrhunderts, als Stummfilme häufig live und improvisierend begleitet wurden. 

Mit der Verbindung von Forschung, künstlerischer Praxis und öffentlichem Austausch richtet sich die Ringvorlesung bewusst an ein breites Publikum. Ziel ist es, Improvisation als grund-legende kulturelle Praxis sichtbar zu machen, zwischen Musik, Kunst und Alltag.

Das Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Musik (FZM) ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule für Musik Freiburg und der Universität Freiburg. Es fördert den Austausch zwischen künstlerischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung und organisiert regelmäßig öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen Themen der Musikforschung.

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