Gerd Heinz erhält Ehrenpreis für Lebenswerk
Mit dem Ehrenpreis in der Sparte Darstellende Kunst wird der Operndirektor, Regisseur und Schauspieler Gerd Heinz dieses Jahr mit dem Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg für sein herausragendes Lebenswerk und für seine profunde und klare künstlerische Handschrift geehrt, die bis heute den Ruf der Kulturstadt Freiburg als Ort für anspruchsvolles Musiktheater prägt.
Bis 1997 wirkte der 1940 in Aachen geborene Gerd Heinz als Leitender Regisseur des Musiktheaters und Mitglied der Operndirektion am Theater Freiburg (damals: Städtischen Bühnen Freiburg). 1997 übernahm er zunächst die Leitung des Opernstudios an der Hochschule für Musik und baute das Institut für Musiktheater in den Jahren bis 2008 zu einem profilierten Ausbildungsort auf. Zahlreiche Sänger*innen und Regieassistenzen erinnern sich an seine außergewöhnlich intensive Arbeit an Sprache, Textverständnis und Figurenentwicklung. Dies hielt Gerd Heinz unter anderem auch in seinem 2014 veröffentlichten Grundlagenkursbuch »Der Sänger als Schauspieler« fest.
Karriere gemacht haben auch viele, die von ihm ausgebildet wurden und mit ihm zusammengearbeitet haben: wie die Sänger*innen Julian Prégardien oder Maria Bengtsson, der Schauspieler Christoph Waltz oder die Filmregisseurin und Drehbuchautorin Caroline Link. »Gerd Heinz galt als Vertreter eines Regietheaters, das nicht den Regisseur, sondern das Werk und die Schauspieler*innen in den Mittelpunkt stellte. Er vermittelte keine ›Regiehandschrift‹, sondern eine Haltung. Damit prägte er eine Generation von Musiktheaterschaffenden weit über Freiburg hinaus«, schreibt das Freiburger Kulturamt in einer Pressemitteilung anlässlich der Bekanntgabe der Preisträger.
Das kulturaffine Publikum in Freiburg und Umgebung profitierte während seiner Zeit am Theater und an der Hochschule für Musik von seinen Inszenierungen. So gaben die Opernschüler*innen ihre regelmäßigen und engagierten Semester-Aufführungen zum Besten, von Benjamin Britten über Bach-Weill-Musiktheaterabend bis zu barocker Fußballoper. Und nach seiner Pensionierung konnte man den Universalgebildeten Gerd Heinz selbst immer wieder erleben bei Lesungen und Rezitationen – allein oder mit Schauspielerfreunden wie Helmut Grieser; und oft mit Musik, meist mit dem Cellisten Lucas Fels: zu Sophokles, Rilke, Stefan Zweig, Thomas Bernhard, Virginia Woolf, oder sogar bei einem Abend zum Werk von Reinhold Schneider.
Die Stadt Freiburg ehrt den »homme de théatre« Gerd Heinz nun für sein außergewöhnliches Lebenswerk. »Er hat das deutschsprachige, insbesondere aber das Freiburger Musiktheater über Jahrzehnte nachhaltig geprägt. Als Regisseur, Schauspieler und Lehrer verband er künstlerische Exzellenz mit humanistischer Bildung, großer Werktreue und tiefem Vertrauen in die Kraft von Sprache und Musik. Generationen von Künstlerinnen und Künstlern verdanken ihm wichtige Impulse, und sein Wirken wird weit über seine Inszenierungen hinaus nachhallen. Dafür gebühren ihm großer Respekt und Dank sowie bleibende Anerkennung«, heißt es in der Begründung der Kulturpreis-Jury.
Die Verleihung des Reinhold-Schneider-Preises 2026 in der Sparte Darstellende Kunst findet statt am Freitag, 20. November 2026 um 19.30 Uhr im Historisches Kaufhaus (Kaisersaal). Nebem dem Ehrenpreis an Gerd Heinz vergibt die Stadt Freiburg dieses Jahr Preise an die Tänzerin und Choreographin Emi Miyoshi (Hauptpreis), das Performancekollektiv »Storytelling Engines« (Stipendium) und den Regisseur Sascha Flocken (Stipendium)
Weitere Informationen zum Reinhold-Schneider-Preis und den Preisträgern
