Abschlusskonzert von Yanir Ritter
Dieses Konzert präsentiert Originalwerke für Saxofon, die zwischen 1932 und 1940 entstanden sind – einer entscheidenden Zeit, in der sich das Instrument von einem Symbol für künstlerische Freiheit und Modernität während der Weimarer Republik zu einem zunehmend marginalisierten und stigmatisierten Instrument im Rahmen der Kulturpolitik des Dritten Reiches wandelte.
Mit Werken von Edmund von Borck, Hans Brehme, Erwin Schulhoff, Werner Wolf Glaser und Viktor Ullmann vereint das Programm ein selten aufgeführtes mitteleuropäisches Saxofonrepertoire, das von modernistischen Experimenten, Exil und politischer Unterdrückung geprägt ist. Diese Werke, die sich zwischen Kammermusik und orchestralem Denken bewegen, zeigen, wie Komponisten die Ausdrucksmöglichkeiten des Saxofons zu einer Zeit weiter erforschten, als dessen Platz im klassischen Musikleben unsicher wurde.
Das Konzert ist Teil eines künstlerischen Promotionsprojekts an der Hochschule für Musik Freiburg und der Universität Straßburg, das die Rolle des Saxofons in Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren sowohl als musikalische Stimme als auch als kulturelles Symbol des Widerstands im ideologischen Kontext dieser Zeit untersucht.
Yanir Ritter
Yanir Ritter ist ein israelischer Konzertsaxofonist, der sich auf das klassische und zeitgenössische Repertoire für Saxofon spezialisiert hat. Als Solist und Kammermusiker ist er Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe, darunter der »America-Israel Cultural Foundation« (AICF), des Ferrera-Wettbewerbs, des Cantarone-Wettbewerbs für junge Solisten und des Salieri-Zinetti-Wettbewerbs.
Er trat unter anderem mit dem »Israel Philharmonic Orchestra«, dem »Israel Opera Orchestra«, dem Orchester der Mailänder Scala, dem »Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia« (Rom), dem Philharmonischen Orchester Straßburg und »La Monnaie« (Brüssel) auf.
Er tritt regelmäßig mit verschiedenen Kammerensembles auf, darunter das »Aurea Duo« (Saxofon und Orgel), das »No Limit Orchestra«, das RE/SONO Saxofonquartett und das Tel-Aviv-Saxofonquartett. In Zusammenarbeit mit dem israelischen Bildungsministerium engagiert er sich in Projekten zur Förderung der klassischen Saxofonpraxis unter jungen Musikern in Israel.
Derzeit promoviert er im Rahmen des Collège Glarean gemeinsam an der Universität Straßburg und der Hochschule für Musik Freiburg. Seine Forschung konzentriert sich auf die Rolle des Saxofons in Deutschland in den 1930er und 1940er Jahren und dessen kulturelle und politische Bedeutung in diesem historischen Kontext.


Programm
Edmund von Borck → Konzert für Altsaxophon und Klavier (1932)
Hans Brehme → Sonate für Altsaxophon und Klavier (1932) Nr. I und III
Erwin Schulhoff → Valse brillante, Dance excentrique (1933)
Werner Wolf Glaser → 3 Sonaten im alten Stil (1934) Nr. I und III
Viktor Ullmann → Slawische Rhapsodie (1940) – Auszüge
