Alles frei erfunden? Zur Rolle der Improvisation im Ragtime und frühen Jazz

Philipp Teriete sitzt auf einer Treppe

Der Jazz gilt als Musikgenre mit großen improvisatorischen Freiräumen. Doch der Improvisationsanteil war nicht immer gleich groß. Rags und frühe Jazzkompositionen wurden typischerweise als ›Sheet Music‹ für Klavier (und ggf. Stimme) publiziert. In Arrangements wurden je nach Ensemblegröße mal mehr, mal weniger Parameter ausnotiert. Big Bands spielten ›Stock Arrangements‹ mit festgelegten Parts, die dennoch Raum für Soli ließen. Kleinere Gruppen nutzten losere Arrangements oder spielten gar ›frei‹ nach ›Lead(er) Sheets‹, die lediglich eine Melodie und Akkordsymbole vorgeben. 

Der Vortrag beleuchtet, wie viel Raum für Improvisationen es im Ragtime und frühen Jazz tatsächlich gab und wie stark diese von schriftlicher Fixierung abhingen.

Prof. Philipp Teriete ist Professor für Musiktheorie mit dem Schwerpunkt Jazz/Pop/Arrangement an der Hochschule für Musik Freiburg und Dozent für Musiktheorie Klassik an der HSLU Luzern. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der historischen Improvisationslehre (v. a. Romantik und Jazz) und der musikalischen Ausbildungsforschung.

Der Vortrag ist Teil der FZM-Ringvorlesung »Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag«.

Im Sommersemester 2026 veranstaltet das Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Freiburg (FZM) eine Ringvorlesung zum Thema Improvisieren aus verschiedenen fachlichen Perspektiven und Facetten. Neben zehn Vorträgen von Mitgliedern des FZM und Gästen, die mittwochs im Hörsaal des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität stattfinden, sind an fünf Montagabenden in der Hochschule für Musik Veranstaltungen mit improvisatorisch-musikalischen Darbietungen oder genreübergreifenden Performances geplant, davon zwei in der FZM-Veranstaltungsreihe »musik + wissen«.

Hier finden Sie das Kurzprogramm (pdf) (diese Datei ist nicht barrierefrei) mit allen Einzelterminen der öffentlichen Ringvorlesung. 

Das Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Freiburg (FZM) ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule für Musik und der Universität Freiburg mit dem Ziel der gegenseitigen Vernetzung in der musikbezogenen Forschung und Lehre.